Bewohner und Personal positiv Corona-Ausbruch in Klosterseelter Altenpension – 49 Infizierte

Die Klosterseelter Altenpension befindet sich komplett in Quarantäne.Die Klosterseelter Altenpension befindet sich komplett in Quarantäne.
Symbolfoto: Angelika Warmuth/dpa

Landkreis Oldenburg. Corona-Ausbruch im Seniorenheim: In der Klosterseelter Altenpension in der Samtgemeinde Harpstedt hat es in den vergangenen Tagen 49 Infizierte unter Bewohnern und Personal gegeben.

Manchmal genügen wenige Worte, um zu zeigen, dass irgendetwas nicht stimmt. Besonders dann, wenn sie das erste sind, was zu lesen ist. „Die Klosterseelter Altenpension GmbH steht unter einer 14-tägigen, behördlichen angeordneten Quarantäne“, heißt es auf der Internetseite der Einrichtung. „Es besteht ein Besuchs- und Betretungsverbot.“ Ein Corona-Ausbruch hat das Seniorenheim aus der Samtgemeinde Harpstedt schwer erwischt, gleich 49 Fälle hat es gegeben. „31 Bewohner hatten ebenso einen positiven PCR-Test wie 18 Mitarbeiter, die allesamt aus dem pflegerischen Bereich kommen“, bestätigt Geschäftsführerin Anja Westermann auf Nachfrage dieser Zeitung.

Meldung kam an Heiligabend

Es sind folglich keine einfachen Tage für sie. Westermann hat derzeit alle Hände voll zu tun, um den insgesamt 54 Bewohnern, aber auch ihren etwa ebenso vielen Angestellten gerecht zu werden. „In unserem Beruf spielt man natürlich immer mit dem Gedanken, dass so etwas in dieser Pandemie-Zeit passieren kann“, sagt sie. „Dass die Meldung aber ausgerechnet an Heiligabend kam, war natürlich eine echte Herausforderung.“ Einerseits weil die Personalstärke während der Feiertage ein wenig heruntergefahren wird, damit im privaten Umfeld der Angestellten auch Zeit für die Liebsten bleibt, andererseits weil die älteren Menschen nun auf ihren eigentlich geplanten Erhalt von Besuch verzichten mussten. 

Das alles ist emotional nicht ganz so leicht zu verarbeiten. „Allerdings muss ich sagen, dass unsere Bewohner fast schon cool reagiert haben“, sagt Westermann schmunzelnd. „Wo wir uns ärgern, dass man nun vielleicht den Freund nicht sieht oder der Mutter kein Geschenk geben kann, da erinnern sie an die Kriegszeit und ihre damaligen Entbehrungen. So zeigen sie einem ganz schnell, dass einzig und allein die Gesundheit das Allerwichtigste ist.“

Infizierte Mitarbeiter pflegen infizierte Bewohner

Und genau die soll nun auch trotz der positiven Testergebnisse nicht zu sehr leiden. „Es geht uns allen, Gott sei Dank, gut“, betont Westermann. Lediglich eine Handvoll der Infizierten zeige stärkere, grippeähnliche Symptome, alle anderen seien entweder symptomfrei oder nur minimal beeinträchtigt. 

Genau aus diesem Grund läuft auch der Betrieb weiter. „Um die positiv getesteten Bewohner kümmern sich aktuell ausschließlich positiv getestete Pflegerinnen und Pfleger – sofern sie dies gesundheitlich können“, erläutert die Geschäftsführerin. Bis zum 7. Januar soll die Quarantäne für die Einrichtung nach derzeitigem Stand dauern, danach könnte es ganz langsam die Rückkehr in den gewohnten Alltag geben. „Zumindest sollen wir nach Information der Gesundheitsämter schon jetzt die schlimmste Phase allmählich überstanden haben“, sagt Anja Westermann. „So dient dann die erste Januar-Woche dazu, nicht mehr ansteckungsfähig zu sein.“

Inzidenz schnellt nach oben

Die Fälle in der Altenpension lassen auch die Zahlen in der Corona-Statistik des Landkreises Oldenburg kräftig steigen. Allein bei der Sieben-Tage-Inzidenz machte die Samtgemeinde Harpstedt etwa am Dienstag einen Sprung von 308,47 auf 476,72. Am Mittwoch folgte ein weiterer Satz auf 523,46. Damit liegt sie weit über den Werten der übrigen Kommunen, wo es allerdings kräftige Steigerungen gibt. Mit 144,07 liegt Wildeshausen dabei mit dem zweithöchsten Wert knapp vor Ganderkesee (143,49).


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der NOZ MEDIEN und mh:n MEDIEN