Top 20 in Impericon-Bandcontest Ganderkeseer Metalcore-Band "Maelføy" träumt von der großen Bühne

Die Metalcore-Band "Maelføy" steht kurz davor, als Vorband für ihre Idole spielen zu dürfen.Die Metalcore-Band "Maelføy" steht kurz davor, als Vorband für ihre Idole spielen zu dürfen.
Jan Niklas Behrens

Ganderkesee. Die fünf Männer der Band "Maelføy" sind im Impericon-Nachwuchswettbewerb unter die Top 20 gekommen. Jetzt stehen sie kurz davor, ihren Traum eines bedeutenden Konzertauftritts zu verwirklichen.

Obwohl zwei ihrer erfolgreichsten Songs „Fading Hope“ und „Emptiness Inside“ heißen, hat die Band Maelføy gerade mehr Hoffnung in sich als je zuvor. Die fünfköpfige Metalcore-Musikgruppe aus Ganderkesee nimmt gerade an einem europaweiten Wettbewerb für Nachwuchskünstler aus der Hardcore-Punk- und Metalcore-Szene teil. Zurzeit befindet sie sich unter den Top 20, im Idealfall winkt ihr ein Auftritt auf dem Impericon-Festival, einer renommierten Konzertreihe in der Szene mit rund 10.000 Zuschauern. Damit würde für die Band ein Traum in Erfüllung gehen.

Das macht die Band so besonders

Maelføy, das sind: Marne Büch (Gesang), Lars Riedel (Gitarre), Lukas Meyer (Gitarre), Christopher Maaß (Bass) und Martin Schiwy (Schlagzeug). Die fünf Männer aus Ganderkesee, Delmenhorst und Walsrode haben sich vor ein paar Jahren über eine Musikergruppe auf Facebook kennengelernt und haben daraufhin im September 2017 das gemeinsame Bandprojekt gestartet. Lars Riedel, der zeitgleich die Rolle des Bandmanagers übernimmt, beschreibt ihre Musik so: „Wir spielen energetische, gitarrenlastige Musik, die vor allem von den Vocals lebt. Zum Metalcore gehören Schreie und Klargesang, bei denen unser Sänger sehr stark variieren kann. Darüber definieren wir uns.“ 

Doch das Genre ist mehr als nur lautes Geschrei: Die Songtexte sind tiefgründig, bei Maelføy dreht es sich oft um Zwischenmenschliches oder Beziehungen. Außerdem kann die Band auch ganz sanft, was sie regelmäßig mit Akustik-Versionen ihrer Songs unter Beweis stellt: „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal. Gerade Live-Akustik machen in dieser Szene nur wenige“, so Riedel.

Raus aus der Regionalliga

Seit der Bandgründung sind in diesem Stil einige Songs und Musikvideos entstanden und auch kleine Konzerte in Norddeutschland mit 100 bis 300 Zuschauern gespielt worden. Doch der große Bekanntheitssprung in der Metalcore-Szene gelang bisher noch nicht: 

„Im Fußballjargon würde man uns wahrscheinlich noch in der Regionalliga einordnen. Im Norden sind wir nicht unbekannt, aber ab dem Ruhrgebiet ist leider Schluss. “Lars Riedel, Bandmanager

Mit der aktuellen Wettbewerbsteilnahme will die Band jedoch eine Liga aufsteigen. Einmal als Vorband für die großen Namen wie „As I Lay Dying“ oder „Your Demise“ auftreten und vor tausenden Leuten spielen, das wäre für Maelføy das Nonplusultra: „Wenn wir gewinnen sollten, würden wir uns natürlich ganz viel vorbereiten. Aber das ist trotzdem etwas ganz Besonderes. Ich weiß nicht, ob mir bei so vielen Menschen das Herz in die Hose rutschen würde“, scherzt Riedel. Dass dieser eine Auftritt ein Sprungbrett für eine erfolgreiche Bandkarriere sein kann, habe die Bremer Band „Rising Insane“ gezeigt, die vor zwei Jahren den Wettbewerb gewann und inzwischen regelmäßig hunderttausende Streaming-Aufrufe bei ihren Songs generiert.

Für die Ganderkeseer Band bedeutet Erfolg, Menschen mit den eigenen Songs zu erreichen und zu berühren. Die Hörer sollen sich mit den Texten und Gefühlen identifizieren können. Geld spielt hier eine untergeordnete Rolle: „Selbst die deutschen Bundesliga-Bands können nicht von ihrer Metalcore-Musik leben. Jeder hat noch eine Zweittätigkeit“, weiß der Gitarrist. So ist es auch bei ihrer Band: Am Tag gehen die Musiker ihren regulären Jobs als Koch, als Steuerfachangestellter, als Chemikant und als Studenten nach, das Zweitleben findet dann abends im Proberaum oder auf der Bühne statt, sofern die Pandemie es zulässt.

Voting geht bis zum 23. Mai

Bis zum 23. Mai kann für Maelføy täglich unter www.impericon.com/de/next-generation gevotet werden. Kurz darauf wird bekannt gegeben, wer bei der zehnten Ausgabe des Impericon-Festivals im Frühjahr 2022 in Leipzig auf die große Bühne darf. Sollte es für die Ganderkeseer nicht reichen, sind sie trotzdem froh, es überhaupt so weit geschafft zu haben: „Allein unter die Top 20 gekommen zu sein, ist schon ein Erfolg und eine Anerkennung für die Arbeit der letzten Jahre.“

Das Motivationshoch nutzen sie nun, um in Kürze weitere Songs zu veröffentlichen und zum Ende des Jahres auch ein erstes Album auf den Weg zu bringen. Zudem treten sie am 5. Juni im Zuge des Bandcontests Live-in-Bremen-Halbfinales im Club100 in Bremen auf. Mehr dazu unter www.live-in-bremen.de.


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