Diebstähle im ganzen norddeutschen Raum Wie eine Diebesbande Hunderttausende Euro Schaden anrichtete

Seit 2018 waren die Tatverdächtigen vermutlich aktiv. Symbolfoto: Boris Roessler dpaSeit 2018 waren die Tatverdächtigen vermutlich aktiv. Symbolfoto: Boris Roessler dpa
Boris Roessler

Landkreis Oldenburg. Vier mutmaßliche Bandendiebe sind in Untersuchungshaft gekommen. Die Bande war vermutlich seit 2018 aktiv und entwendete Diebesgut in einer Höhe von Hunderttausenden von Euro.

Die mutmaßlichen Täter stehen im Verdacht, für eine hohe Anzahl von Straftaten verantwortlich zu sein. Hierbei zogen sie durch den gesamten norddeutschen Raum. Schon seit 2018 sollen die Tatverdächtigen im Bereich Großenkneten, Cloppenburg und Edewecht gestohlen haben. So wird ihnen zur Last gelegt, Ende Oktober 2018 fünf hochwertige Fahrzeuge im Bereich Großenkneten entwendet zu haben.  Auch für den Diebstahl mehrerer Paletten mit Baumarktartikeln Mitte Mai 2019 sollen sie verantwortlich sein. Im vergangenen Jahr sollen die mutmaßlichen Täter außerdem in Cloppenburg und Edewecht mehrere Aufsitzrasenmäher gestohlen haben. 

Es konnten unter anderem ein Einbruch in ein Autohaus in Großenkneten, Diebstähle von hochwertigen Felgen in Cloppenburg und Emstek, drei Fahrzeugbrände bei einem Autohaus in Bremen sowie eine Brandstiftung eines Wohnhauses im Bereich Ahlhorn mit der Gruppe in Verbindung gebracht werden. Alle diese Taten ereigneten sich 2019.

Schaden höher als Wert des Diebesguts

Zudem sollen die Tatverdächtigen in diesem Monat ein Auto im Wert von 90.000 Euro entwendet sowie mehrere hochwertige Felgensätzen im gesamten nordwestdeutschen Raum gestohlen haben. Auch für einen Einbruch in eine Lagerhalle in Bremen Ende Januar, bei dem diverse Bauartikel gestohlen wurden, soll die Bande verantwortlich sein. Die Schadenshöhe lag laut Polizei bei ca. 50.000 Euro. 

Anfang Februar sollen sie in Oldenburg mehrere Felgen entwendet haben. Die Schadenshöhe schätzt die Polizei auf über 100.000 Euro. Dabei waren die mutmaßlichen Täter besonders rücksichtslos. Sie verursachten an jedem Fahrzeug einen Schaden, welcher den Wert des Diebesgutes und der Radsätze deutlich überstieg. Nach derzeitigen Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass sich der Gesamtschaden im Bereich der Hunderttausende bewegen wird. 

Die Polizei hatte den Verdacht, dass eine Bande für diese Taten verantwortlich sein könnte und gründete eine Ermittlungsgruppe aus Beamten der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta und des Polizeikommissariats Wildeshausen am Standort Cloppenburg. Schlussendlich gelang es den Ermittlern, umfangreiches und belastendes Beweismaterial zusammenzutragen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft stellte das Amtsgericht Oldenburg insgesamt vier Untersuchungshaftbefehle wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Diebstahls sowie mehrere Durchsuchungsbeschlüsse aus. 

Zeitgleiche Durchsuchung von 15 Wohn- und Geschäftsräumen

Den vorläufigen Höhepunkt erreichten die Ermittlungen am Mittwoch, 19. Februar. Ab 6 Uhr wurden zeitgleich in den Bundesländern Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen insgesamt 15 Wohn- und Geschäftsobjekte durchsucht. Vereinzelt betraten die Polizeikräfte die Räume plötzlich und überraschend. Die Ermittlungsgruppe wurde bei den Durchsuchungsmaßnahmen durch Polizeibeamte der Polizeiinspektionen Cloppenburg/Vechta, Harburg, Rotenburg, der Polizeikommissariate Wildeshausen und Buxtehude, der Kriminalpolizeistationen Oldenburg und Ratzeburg, der Bezirkskriminalinspektion Lübeck, der Polizeistation Heiligenhafen sowie zahlreichen Polizeibeamten der Polizei Hamburg unterstützt. Darüber hinaus wurden auch Spezialeinsatzkräfte der Polizei eingesetzt. Es wurde diverses Beweismaterial sowie Diebesgut beschlagnahmt. 

Alle vier gesuchten Tatverdächtigen, im Alter zwischen 27 und 50 Jahren, konnten festgenommen werden und kamen in Untersuchungshaft. Sie befinden sich derzeit in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten.

Leiter des Zentralen Kriminaldienstes zieht positives Fazit

Nach Abschluss der vor Ort durchgeführten Durchsuchungsmaßnahmen müssen nun Beweismaterial und Diebesgut ausgewertet und zugeordnet werden. Des Weiteren werden Ermittlungen gegen mutmaßliche Unterstützer und Abnehmer der Tatverdächtigen geführt. Kriminaloberrat Markus Scharf, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, zog ein positives Fazit: 

"Es freut mich, dass die langwierigen und umfangreichen Ermittlungen zu einem solchen Erfolg geführt haben. Der reibungslose Verlauf der länderübergreifenden Maßnahmen war insbesondere der ausgezeichneten Zusammenarbeit der eingesetzten Kräfte und Behörden zu verdanken. Nach allem sind wir zuversichtlich im Zuge der weiterführenden Ermittlungen weitere Straftaten aufklären zu können."


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