Vortrag über Entwicklung in Bundeswehr Wie die künstliche Intelligenz immer mehr an Stellenwert gewinnt

Von Florian Fabozzi

Harald Mauritz (l.) und Rolf Dieter Wienand (r.) haben mit Ingo Talg einen ausgewiesenen Experten in Sachen künstliche Intelligenz für den Vortrag im Haus Adelheide gewinnen können. Foto: Florian FabozziHarald Mauritz (l.) und Rolf Dieter Wienand (r.) haben mit Ingo Talg einen ausgewiesenen Experten in Sachen künstliche Intelligenz für den Vortrag im Haus Adelheide gewinnen können. Foto: Florian Fabozzi

Ganderkesee/Adelheide. Mit seiner langjährigen Arbeit bei Microsoft hat der Ganderkeseer Ingo Talg die “künstliche Intelligenz” zu seinem Steckenpferd gemacht. Im Haus Adelheide am Delmenhorster Bundeswehrstandort zeigte er auf, wie künstliche Intelligenz in der Bundeswehr künftig und jetzt schon eingesetzt wird.

Von personalisierten Kaufempfehlungen im Onlinehandel bis hin zu smarten Sprachassistenten: Künstliche Intelligenz ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, auch wenn man sich ihrer nicht immer bewusst ist. Auch die Bundeswehr möchte verstärkt auf die Vorzüge künstlicher Intelligenz bauen. Die Gesellschaft für Sicherheitspolitik Delmenhorst hat sich vorgenommen, die Möglichkeiten, mit denen sich deutsche Streitkräfte die nichtmenschliche Intelligenz zunutze machen können, zu Tage zu fördern und hat dafür den Experten Ingo Talg ins Haus Adelheide eingeladen. Vor etwa 50 Besuchern gab der gebürtige Ganderkeseer jetzt einen tiefen Einblick in die neuesten technologischen Entwicklungen.

Intelligente Drohnen

Talg arbeitet als Lösungsberater für Microsoft und unterstützt Lieferanten der Bundeswehr, wie etwa Thyssenkrupp und Rheinmetall, bei der Einbindung von Systemen, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Ein wichtiger Aufgabenbereich bei der Bundeswehr sei die Gefechtsfeldaufklärung, mit der im strategischen Interesse Informationen über Einsatzgebiete und Kriegsgegner eingeholt werden, erläuterte der Fachmann. Hier helfen intelligente Drohnen wie die „Luna“, die digitale Echtzeitaufnahmen filmt und das Geschehen genau erfasst. Dabei seien Informationen wie der Abstand der Feinde und Sichtverhältnisse für die Artillerie besonders wichtig.

Neues System erst 2040 am Start

Im Verbund mit Airbus entsteht derzeit das Future Combat Air System (FCAS). Neben Kampfflugzeugen sollen hier laut Talg auch Drohnen in Schwärmen eingesetzt werden, die Bilder erfassen, sie analysieren und per Satellit an die gesamte Einheit schicken – innerhalb von Sekundenbruchteilen. FCAS wird allerdings erst im Jahr 2040 an den Start gehen.

Es geht auch ganz ohne Drohnen: Das Unternehmen Hensoldt fertigt Radarsysteme für die Tragflächen von Flugzeugen, die Wellen von anderen Objekten frühzeitig erfassen und sie zuordnen können, sodass der Pilot sofort weiß, mit welchem Radarsystem und welchem Feind er es zu tun hat.

Mixed-Reality-Brillen simulieren komplexe Vorgänge 

Ebenfalls brandneu ist der Einsatz von Mixed-Reality-Brillen in militärischen Übungen, führte der Experte weiter aus. Dies betrifft die Installation des neuen Waffensystems „Taurus“ für die Eurofighter-Flugzeuge. Da die Installation sehr kompliziert ist, simulieren die Piloten diese anhand der sogenannten Hololens-Brillen, ohne selbst in einen Eurofighter steigen zu müssen.

Personalgewinnung muss optimiert werden

Auch wenn durch künstliche Intelligenz viel Personal bei der Bundeswehr eingespart werden kann: Ganz ohne Manpower ist die äußere Sicherheit auch in Zukunft nicht zu gewährleisten, davon ist Ingo Talg überzeugt. Um die eigene Personalnot zu bekämpfen, müsse sich die Bundeswehr verstärkt damit befassen, für Interessierte zugänglicher zu werden – ein Thema, mit dem man sich dank der Wehrpflicht jahrelang nicht habe herumplagen müssen. Das System müsse so optimiert sein, dass Bundeswehr-Interessierte bei der Stellensuche anhand persönlicher Angaben und ihres Wohnorts passende, freie Stellen in ihrer Nähe finden können. Auch hierbei helfe, wie könnte es anders sein, die künstliche Intelligenz


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