Warengenossenschaft Raiffeisenmarkt in Ganderkesee wird vergrößert

Blickte optimistisch in die Zukunft: Hugo Lohmann, Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft Hunte-Weser. Foto: Niklas GolitschekBlickte optimistisch in die Zukunft: Hugo Lohmann, Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft Hunte-Weser. Foto: Niklas Golitschek

Ganderkesee-Stenum. Das Jahr 2018 war für die Raiffeisen-Warengenossenschaft Hunte-Weser eines mit gemischten Gefühlen, die Verantwortlichen bleiben dennoch optimistisch. Die Umsatzrückgänge in den Agrar-Sektoren kompensierte vor allem ein Bereich.

Die Landwirtschaft hat Zukunft – das war Hugo Lohmanns zentrale Aussage bei der Generalversammlung der Raiffeisen-Warengenossenschaft Hunte-Weser am Mittwochabend im Hotel Backenköhler in Stenum. Was den Raiffeisen-Geschäftsführer trotz so mancher Kritik an den Landwirten zuversichtlich stimmt? „Allein schon die Anforderungen, die sich aus der Ernährungssicherheit für eine wachsende Bevölkerung bei knapper werdenden Flächenressourcen ergeben“, sagte Lohmann.

Trockene Sommer setzen zu

Dabei war die Landwirtschaft der Sektor, der auch der Genossenschaft zuletzt so manche Sorgenfalte in die Stirn getrieben hat. Im Jahr 2018 ging die erfasste Getreidemenge wegen der langen Trockenheit um 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück von 45.600 auf 31.000 Tonnen. Das habe sich in diesem Jahr zwar wieder verbessert, liege allerdings noch immer nicht auf dem Niveau von 2017. Das Wetter und Faktoren wie die zunehmende Nachfrage nach Bio-Produkten, Tierwohl, Gülle und Wettbewerb machten sich auch bei den Futtermitteln bemerkbar. „Die Grundfutterversorgung war vielerorts gefährdet“, erinnerte Lohmann, vereinzelt sei es zu Existenznöten gekommen. 2018 lieferte die Raiffeisen-Genossenschaft mit fast 110.000 Tonnen rund sieben Prozent weniger Futtermittel aus. Negativ auch die Entwicklung bei den Düngemitteln (-4,1%) und beim Pflanzenschutz (-5,2%).

Der Optimismus und die insgesamt positiven Zahlen führte Lohmann auf mehr als nur den in diesem Jahr verbesserten Absatz bei den Düngemitteln (12,6%) zurück. Zugpferd war im Vorjahr ganz klar die Technik-Gruppe mit einem Umsatz von mehr als 9,7 Millionen Euro. – ein Plus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und eine Entwicklung „deutlich über den Plan“. Das Neumaschinengeschäft ist da noch gar nicht mit eingerechnet, da es über die Raiffeisen Technik Nord-West GmbH abgewickelt wird. Auf Wachstumskurs seien auch die Märkte (7,9%) und der Energiesektor (5%). In den Standort Altenesch will die Genossenschaft im kommenden Jahr 2,5 Millionen Euro investieren, für eine Erweiterung des Marktes in Ganderkesee um 900 Quadratmeter soll in Kürze der Bauantrag eingereicht werden, um bis zum Jahr 2022 großflächiger aufzutreten.

Insgesamt im Plus

Letztlich steigerte die Raiffeisen-Warengenossenschaft ihren Gesamtumsatz um fast 657.000 Euro auf rund 70,785 Millionen Euro und erzielte einen Jahresüberschuss von mehr als 607.000 Euro. Angesichts dieser positiven Entwicklung schüttete die Genossenschaft nach mehreren Jahren erstmals wieder eine Warenrückvergütung von 0,25 Prozent an die Eigentümer aus – insgesamt circa 100.000 Euro. Da waren die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Wiederwahl des Vorstands nur noch Formsache. „Die Strategie bleibt weiter darauf ausgerichtet, dass alle Geschäftsaktivitäten profitabel sind“, stellte Lohmann klar. Zum Abschluss referierte Urban Keussen, Vorstand Technik der EWE zum Thema Klima, erneuerbare Energien und Elektroautos. Selbst wenn man Bemühungen um Umweltschutz skeptisch sehe, sei es fahrlässig, den Klimawandel zu ignorieren, sagte er. Als einer der Hauptverursacher von CO2-Emmissionen seien die Energieversorger deshalb gefragt, erneuerbare Energiequellen wie Wind, Sonne und Biomasse zu fördern. „Wir werden große Sprünge brauchen“, mahnte er an, dass es Änderungen nicht zum Nulltarif gebe und auch nicht von Deutschland allein gestemmt werden könnten.

Erneuerbare Energien gefragt

Dabei verwies Keussen auch darauf, dass Strom lediglich rund 25 Prozent des Gesamtenergiebedarfs ausmachten – und selbst dort würden erst 40 Prozent mit erneuerbaren Energien erzeugt. In Zukunft werde der Strombedarf noch wachsen, um etwa Elektro- oder Brennstoffzellen-Antriebe zu versorgen. „Wir sollten alle Möglichkeiten nutzen“, sagte er.


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