Gottesdienst zum Reformationstag Pastorin Wöhler spricht in Ganderkesee auch über Hassreden

Pastorin Susanne Wöhler hält zum Reformationstag einen musikalischen Festgottesdienst in der St. Katharinen Kirche in Schönemoor. Foto: NIklas GolitschekPastorin Susanne Wöhler hält zum Reformationstag einen musikalischen Festgottesdienst in der St. Katharinen Kirche in Schönemoor. Foto: NIklas Golitschek
Niklas Golitschek

Ganderkesee-Schönemoor. Luthers 95 Thesen sind hinlänglich bekannt. Zum Festgottesdienst am Reformationstag widmete sich Pastorin Susanne Wöhler deshalb den musikalischen Thesen des Reformators.

Martin Luther und Musik – das passt zusammen. Während zum Reformationstag am Donnerstag vor allem dem Anschlag seiner 95 Thesen an die Tore der Schlosskirche Wittenberg im Jahr 1517 gedacht wurde, lud Pastorin Susanne Wöhler zu einem musikalischen Festgottesgottesdienst in der St.-Katharinen-Kirche in Schönemoor.

„Luther sagte: ‚Ich liebe die Musik‘“, betonte Wöhler. Diese habe beim Kirchenreformator gleich nach der Theologie an oberster Stelle gestanden, weshalb die Pastorin eine Liedpredig über das Gesangbuchlied „Neun freut euch, lieben Christen g’mein“ hielt. Text und Melodie dieses Werks stammen aus Luthers Federn. Gemeinsam mit ihren Besuchern uund begleitet von Kantor Ralf Mühlbrandt an der Orgel sang Wöhler das Stück und sprach über Luthers Zuneigung zur Musik.

Die Wirkung der Musik

Dabei betonte Wöhler auch die Wirkung von Musik, die bis ins Innere der Menschen vordringe und zuweilen auch therapeutische, heilende Kräfte haben könne. Dem sei für Luther nur die Theologie als Botschaft des Evangeliums übergeordnet gewesen. Er habe erkannt, dass sich Wort und Musik ergänzen und zu späteren Lebzeiten auf diese Weise aufgefordert, aufzustehen und sich in die Zeit einzumischen. Gleichzeitig sei es ein Protest gegen die kirchlich-staatliche Inquisition gewesen. Gleichzeitig sei das Lied ein Trostgesang für bedrängte Christen.

Heutzutage seien statt Sünden Ignoranz, Hassreden und Respektlosigkeit große Sorgenthemen, sagte Wöhler. Gleichzeitig versuche der Mensch „den Tod zu überwinden“ durch Sport, Operationen, Medikamente. „Aber wir werden ihm nicht entkommen.“ Dabei sei der Tod gar nicht unbedingt etwas Schlechtes. „Viele, die dem Tod nahe waren, berichten von einer schönen Erfahrung mit Licht und Musik“, sagte Wöhler.

Plädoyer für Frieden

Doch wenn sie die Nachrichten ansehe, komme sie sich manchmal vor, als würde sie den Teufel sehen. Doch: „Wer Gott vertraut, wird Sünde, Tod und Teufel entkommen.“ Jesus als Gottes Sohn könne den Teufel besiegen und die Menschen in Trübnis trösten. Auch Luther habe schon gewarnt, der Mensch sei gefährdet, solange er lebe. Umso eindringlicher warb die Pastorin für Frieden auf der Welt. „Zerbrich die Bögen, zerberste die Speere, damit Frieden einkehrt“, wand sich Wöhler in ihrer Ansprache an Gott.

An die Besucher des Gottesdienstes gewandt bat Wöhler abschließend um eine Kollekte für neue Tischdecken.


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