Attacke von Ganderkeseer Grünen Landvolkverband wehrt sich gegen harsche Kritik an Landwirtschaft

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Ganderkesee/Landkreis . Dr. Volker Schulz-Berendt, Fraktionschef der Ganderkeseer Grünen, hatte unter der Forderung "Agrarwende jetzt", die hiesige Landwirtschaft attackiert. Jetzt wehrt sich der Kreislandvolkverband.

„Man kann den Bogen auch überspannen.“ So hat Bernhard Wolff, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes, auf die harsche Kritik von Ganderkesees Grünen-Fraktionschef Dr. Volker Schulz-Berendt an die Landwirte des Landkreises Oldenburg reagiert. „Das ist schon sehr frech, wie er auftritt“, betonte der Geschäftsführer, der die Äußerungen des Grünen-Politikers zusätzlich als populistisch bezeichnete.

Schulz-Berendt: Agrarwende jetzt!

Unter dem Stichwort „Agrarwende jetzt!“ hatte Schulz-Berendt eine „Anklageschrift“, wie Wolff sagte, veröffentlicht und von „offenkundigen Schäden und Gefährdungen durch die praktizierte Landwirtschaft“ gesprochen. Dabei sei eine andere Landwirtschaft, die eine umwelt- und klimagerechte Versorgung mit gesunden Lebensmitteln sicherstellt, möglich. Man müsse sie nur wollen – und zwar durch eine konsequente Agrarwende und unter Mitwirkung von Landwirten, „die ihre Verantwortung nicht darauf beschränken, gerade mal das zu tun, was nach dem Gesetz vorgeschrieben ist, und sich gleichzeitig darüber beschweren, dass die Auflagen zu weit gehen“.

Verantwortung bei Herstellern und Zulassungsstellen

Als „ziemlich dreist und unverfroren“ bezeichnete der Landvolk-Geschäftsführer die Aussage, dass es beispielsweise am Schwanensee in Rethorn direkte Gülleeinträge gegeben habe. Das sei im Ausschuss widerlegt worden. Außerdem sei das Problem dort nicht originär landwirtschaftlich verursacht, so Wolff. Zum Vorwurf, Rückstände und Abbauprodukte im Grundwasser, „zum Teil hochgiftige chemische Substanzen“, seien auf den Einsatz von Pestiziden zurückzuführen, meinte er, die Pestizide, also die Pflanzenschutzmittel, seien zugelassen. Die Verantwortung läge vielmehr bei den Herstellern und den Zulassungsstellen.

Im Einzelfall betrachten

Zum Vorwurf der übermäßigen Düngung betonte der Geschäftsführer: „Dieses Thema nehmen wir sehr ernst. Wir haben auch die Verpflichtung, uns intensiv damit zu beschäftigen – aber nicht unter dem Aspekt, wie gerade politisch diskutiert wird, dass generell 20 Prozent weniger gedüngt werden darf.“ Das müsse im Einzelfall betrachtet und hinterfragt werden, wie die Messergebnisse zustande kämen.

Wolff: Weniger Antibiotika

Zum Thema Antibiotika in der Massentierhaltung sagte Wolff, dass der Einsatz gravierend zurückgefahren worden sei. Das sei dank der halbjährlichen Dokumentationen der Landwirte auch ablesbar.

Die Landwirtschaft sei auf dem besten Weg, die Forderungen der Gesellschaft zu erfüllen. Es werde aber immer wieder etwas Neues „draufgesattelt“, beschwerte sich Wolff, der auf vernünftigen Austausch und Dialog setzt und viele gute Ansätze beispielsweise beim „Runden Tisch Natur“ und bei der Gemeinde Ganderkesee sieht.


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