Schlüsselübergabe für Haus 21 Informationszentrum in Bookholzberg erreicht nächste Etappe

Das Haus 21 im Spieldorf der Freilichtbühne Bookholzberg soll zum Informations- und Dokumentationszentrum umgebaut werden. Archivfoto: Thomas DeekenDas Haus 21 im Spieldorf der Freilichtbühne Bookholzberg soll zum Informations- und Dokumentationszentrum umgebaut werden. Archivfoto: Thomas Deeken

Bookholzberg. Das Projekt eines Informationszentrums zur ehemaligen Freilichtbühne Stedingsehre in Bookholzberg hat die nächste Etappe erreicht. Am Donnerstag nahm Alice Gerken, Bürgermeisterin der Gemeinde Ganderkesee, den Schlüssel für das Haus 21 entgegen – und steckte ihn direkt wieder ein.

"Es war ein bisschen wie ein Marathonlauf", beschreibt Dietmar Mietrach vom Förderverein Freilichtbühne Bookholzberg den Weg zur Schlüsselübergabe für das Haus 21, die am Donnerstag über die Bühne ging. Damit ist die nächste große Etappe auf dem Weg zu einem Informations- und Dokumentationszentrum (IDZ) erreicht: "Die Fragezeichen werden jetzt weniger", so Mietrach.

Gemeinde Ganderkesee kauft Haus 21

Bereits seit 2004 arbeitet der Arbeitskreis Stedingsehre die Geschichte der Freilichtbühne auf, die in der Zeit des Nationalsozialismus für ideologische Zwecke genutzt wurde. 2011 gründete sich schließlich der Förderverein, um das Projekt eines IDZ, das als Geschichts- und Lernort dienen soll, voranzutreiben. Lange Zeit fehlten dafür allerdings die Räumlichkeiten, die nun aber offiziell gefunden worden sind. Die Gemeinde Ganderkesee hat das Haus mit der Nummer 21 im ehemaligen Spieldorf für 50.000 Euro von der Landesstiftung für berufliche Rehabilitation, der das Gelände mit dem Berufsförderungswerk Weser-Ems gehört, nach mehrjährigem Vorlauf gekauft.

Kaufvertrag noch nicht notariell beglaubigt

Symbolisch übergab am Donnerstag Lars Pallinger, Geschäftsführer des Unternehmens INN-tegrativ, dem das Berufsförderungswerk in Bookholzberg betreibt, den Schlüssel für das Haus an Bürgermeisterin Alice Gerken. "Sie hat den Schlüssel aber erstmal wieder eingesteckt", berichtet Mietrach. Grund sei der noch nicht notariell beglaubigte Kaufvertrag. "Das wird erst im November passieren", so Mietrach.

Und dann kann auch die nächste Etappe des Marathons in Angriff genommen werden: "Sobald alles unterschrieben ist, werden die Sanierungsarbeiten ausgeschrieben." Wann mit den Bauarbeiten an dem 144 Quadratmeter großen Gebäude begonnen werden kann, hänge dann davon ab, wie schnell passende Baufirmen gefunden werden.

Kosten in Höhe von 257.000 Euro

Kosten soll die Komplettsanierung etwa 257.000 Euro. Für die Finanzierung hoffen die Verantwortlichen auf einen Zuschuss aus dem Leader-Programm der EU in Höhe von 100.000 Euro, der nun beantragt werden kann. Die restlichen Kosten teilen sich die Gemeinde sowie der Landkreis Oldenburg. Der Förderverein selbst wird 25.000 Euro zusteuern, erklärt Mietrach.

Dauer der Sanierungsarbeiten noch nicht bekannt

Wie lange die Sanierungsarbeiten in etwa dauern werden, konnte der Fördervereinsvorsitzende noch nicht sagen. Vorbereitet ist der Arbeitskreis aber, wenn es anschließend an die inhaltliche Ausgestaltung des Informationszentrums geht. Die soll etwa drei Monate dauern. "Wir haben bereits vor einiger Zeit einen Museumsplaner aus Bremen engagiert, der bereits erste Vorschläge gemacht hat", erklärt Mietrach. Klar sei schon jetzt, dass am Anfang im Foyer ein zehnminütiger Informationsfilm gezeigt werden soll. Ansonsten werde aber noch am Feinschliff gearbeitet: "Wir haben ja keinen Zeitdruck und können das gut planen", so Mietrach.

Eröffnung schon im Herbst 2020?

Bezüglich eines Eröffnungstermins äußert sich der Vorsitzende vorsichtig optimistisch: "Wir hoffen auf eine Eröffnung im Herbst 2020." Bürgermeisterin Gerken ging am Donnerstag hingegen davon aus, dass eine Eröffnung im Frühjahr 2021 realistisch sei.

Im Vergleich zu den langjährigen Vorarbeiten macht dem Förderverein ein halbes Jahr früher oder später aber auch nichts mehr aus: "Wir sind erstmal froh und dankbar, dass das jetzt alles geklappt hat", erklärt Mietrach. Zuletzt hätten alle Beteiligten konstruktiv daran mitgearbeitet, dass das Projekt nun einen wichtigen Meilenstein erreicht habe. "Jetzt geht es dann richtig los", so Mietrach.


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