Amtsgericht Wildeshausen Deckendiebstahl bringt 58-Jährigen ins Gefängnis

Von Ole Rosenbohm

Das Amtsgericht Wildeshausen hat ein Urteil gefällt. Foto: Peter Steffen dpa/lniDas Amtsgericht Wildeshausen hat ein Urteil gefällt. Foto: Peter Steffen dpa/lni

Wildeshausen . Haft für Deckendiebstahl: Das Amtsgericht Wildeshausen hat einen 58 Jahre alten Mann zu 15 Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt, der schon 2016 zusammen mit einem Unbekannten in ein Wildeshauser Matratzengeschäft eingestiegen sein soll. Erst im vergangenen August wurde der mehrfach vorbestrafte und per Haftbefehl gesuchte Mann gefasst.

Der Einbruch damals lief offenbar nicht gut für den 58-Jährigen und seinen mutmaßlichen Komplizen. Erst fünf verpackte Decken – Gesamtwert rund 500 Euro – hatten die beiden den Ermittlungen zufolge in den bereitstehenden VW-Bulli geschafft, weitere Waren im Geschäft bereitgestellt. Doch sie wurden von einem Zeugen beobachtet und mussten – weil sie das offenbar bemerkt hatten – Hals über Kopf fliehen. Zurück ließen sie einen von einem nichtsahnenden Bekannten geliehenen Bulli, in dem sich auch noch Handys und gefälschte Ausweispapiere mit dem Foto des Angeklagten befanden. 

Verteidiger will Freispruch

Der Verteidiger plädierte auf Freispruch für seinen nicht aussagenden Mandanten. Eine Verurteilung würde lediglich auf Indizien fußen, begründete er. Und Zweifel seien gegeben, da der Zeuge sich nicht mehr genau an das Fabrikat und Farbe des Fahrzeugs erinnerte. Zudem dürfe das Beweismaterial nicht verwendet werden, da die Polizei keinen Durchsuchungsbeschluss für das Fahrzeug beantragt oder erhalten hatte.

Die Einschätzung des Anwalts zum nicht vorhandenen Durchsuchungsbeschluss ist zwar richtig, eine andere Frage allerdings, ob die Beweismittel vor Gericht in diesem Fall nicht doch verwendet werden durften. Das Schöffengericht berief sich auf bestehende höchstrichterliche Urteile und ließ die Beweise zu.

Bereits mehrere Delikte auf dem Konto

Der Angeklagte, ein Pole, hat allein in Deutschland schon acht rechtskräftige Urteile wegen ähnlicher Delikte kassiert. Zudem verhängte kürzlich ein Gericht in Hamburg gegen ihn eine 21-monatige Haftstrafe ebenfalls wegen Einbruchsdiebstahls, hier mit einer Beute im Wert von 70.000 Euro. Die Urkundenfälschungen ließ sich nicht wie angeklagt beweisen, verurteilt wurde der Mann aber zusätzlich zum Einbruchsdiebstahl wegen Verschaffens von falschen amtlichen Ausweispapieren. Sollten die Urteile aus Hamburg und Wildeshausen rechtskräftig werden, wird er noch mindestens zwei Jahre im Gefängnis bleiben.-


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