Vortrag im Rathaus Ganderkesee Gutes Mäusejahr begünstigt Bruterfolg bei Turmfalken

Werben für den Vortrag über Turmfalken: (v. l.) Hans Fingerhut (Nabu), Hermann Konermann (regioVHS), Sabine Damke und Tomma Renker (Nabu) sowie Elisabeth Kühling (Hasbruch-Freunde). Foto: Dirk HammWerben für den Vortrag über Turmfalken: (v. l.) Hans Fingerhut (Nabu), Hermann Konermann (regioVHS), Sabine Damke und Tomma Renker (Nabu) sowie Elisabeth Kühling (Hasbruch-Freunde). Foto: Dirk Hamm

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Der Nabu Oldenburger Land verzeichnet gute Erfolge mit seinem Turmfalken-Projekt. Mehr als 150 Nistkästen sind in luftiger Höhe angebracht worden. An diesen Stellen gab es auch in Ganderkesee Turmfalken-Nachwuchs.

„Das Jahr 2019 war ein gutes Mäusejahr.“ Diese Feststellung von Sabine Damke vom Naturschutzbund (Nabu) Oldenburger Land ist vor allem mit Blick auf die meist in luftigen Höhen nistenden Turmfalken eine gute Nachricht. Denn die Küken vertilgen in der Endphase, kurz bevor sie flügge werden, vier Mäuse pro Tag. Bei bis zu sechs Küken, die aus einem Gelege schlüpfen, ist das ein stattlicher Nachschubbedarf an Mäusen.

Nistkästen in luftiger Höhe

Sabine Damke unterstützt den Oldenburger Arzt Dr. Johannes Bartner, der seit mehr als zehn Jahren das Turmfalkenprojekt des Nabu Oldenburger Land leitet. Mehr als 150 spezielle Nistkästen sind seitdem für diese auch in dicht besiedelten Gebieten verbreitete, noch vor einigen Jahren jedoch als bedroht geltende Vogelart an hohen Gebäuden von zahlreichen Kirchtürmen bis zur Huntebrücke angebracht worden. Diese Initiative in der Region rund um den Hasbruch zeige „große Erfolge zur Erhaltung einer unter Druck stehenden Vogelart“, heißt es in einer Mitteilung des Nabu Oldenburger Land.

Tiefe Einblicke in das Leben der Turmfalken und das Nistkastenprojekt des Nabu gewährt Johannes Bartner am Dienstag, 15. Oktober, bei einem Vortrag im Ganderkeseer Rathaus, Mühlenstraße 2. Die Veranstaltung, zu der das Hasbruch-Bündnis aus Nabu Ganderkesee, Nabu Hude, der Gesellschaft der Freunde des Hasbruchs und der regioVHS einladen, beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt drei Euro, Jugendliche bis 18 Jahre werden umsonst eingelassen.

Dohlen als "Hausbesetzer"

Über Bruterfolge bei den Turmfalken freuen sich in diesem Jahr auch die Naturschützer aus Ganderkesee. Drei Kästen sind in der Gantergemeinde in den vergangenen drei Jahren aufgestellt worden, berichtet Hans Fingerhut von der örtlichen Nabu-Gruppe. In Kästen, die am Turm der St.-Hedwig-Kirche und am Feuerwehrturm im Ort Ganderkesee angebracht worden sind, hätten sich Turmfalken niedergelassen und Nachwuchs bekommen. Lediglich auf dem Kirchturm von St. Cyprian und Cornelius sei den Bemühungen in diesem Jahr kein Erfolg beschieden gewesen.

Die Naturschützer achten bei der Bauweise und der Anbringung der Nistkästen darauf, dass sie für Dohlen so unattraktiv und unerreichbar wie möglich sind. Diese Vogelart nutze jede kleinste Gelegenheit, die Kästen zu besetzen.


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