Einblicke in Wirtschaft vor Ort So lief der "Tag der Regionen" in Huntlosen

Von Ole Rosenbohm

So lief der "Tag der Regionen" in HuntlosenSo lief der "Tag der Regionen" in Huntlosen

Huntlosen. Seltene Kräuter, griffig-schöne Füller aus Holz, Schmuck – und zwischendurch leckere Häppchen im jetzt im 25. Jahr bestehenden Restaurant „Schalotte“, Saisonales bei „Fischbeck’s“ oder Wildgerichte in „Meyer’s Gasthaus“: Der „Tag der Regionen“ in Großenkneten hatte am Wochenende viel zu bieten. 16 Betriebe, Manufakturen, Einrichtungen oder Gasthäuser beteiligten sich und ließen Blicke hinter die Kulissen zu.

Viele Besucher steuerten die Stationen mit dem Fahrrad an – etwa die Region Hosüne im Hegeler Wald, wo sie viele spannende Einblicke an fast einem Ort bekamen. Die Goldschmiede von Ebke Bühring und das „Atelier Kräuterfee“ befinden sich dort, auch Wolfgang Jacobs Töpferei und Keramikatelier. Jacob, der schon seit 2007 neben dem Naturkost-Großhandel Kornkraft wohnt und arbeitet, bietet dort alles an, was den Keramikmarkt ausmacht: Kunsthandwerk und Gebrauchsgüter, gedreht und gefaltet, „Doppelrandgefäße mit Plattentechnik“, sagt Jacob. Alles sein Werk, erzählte er, nur die Farbe nicht – für die sorgt das Flammenspiel im Brennofen. Gewollter Zufall. „Beeindruckend schön“, fand eine Besucherin. 

Nur wenige Meter entfernt befindet sich die Holzkugelschreiber-Manufaktur „Haskoson Schreibgeräte“ von Gerrit de Boer. Im selben Haus fertigt Uwe Krieger an seinen Nähmaschinen Schmuck, Gürtel und hauptsächlich Taschen aus Leder an. Vom Design bis zur letzten Naht stammt alles aus seiner Hand, nur das Gerben seiner Rinds- und Ziegenhäute überlässt er einer Firma. Übrigens lässt Krieger auf pflanzlicher Basis gerben – deutlich weniger umweltbelastend als die konventionell-chemische Methode. Dafür dauert die Methode aber, erzählt Krieger, um ein Vielfaches länger.

Führung bei Kornkraft

Die Besucher erfuhren überall Interessantes an diesem Tag, der die Vielfalt der regionalen Wirtschaft in den Mittelpunkt stellen will. Bei Kornkraft führte Michael Schmitz Besuchergruppen durch das inzwischen 4500 Quadratmeter große Lager. 9000 verschiedene Artikel werden von hier verteilt, von großen Säcken mit Mehl und Reis über Fässer und Flaschen bis hin zu Kosmetik sowie allein 300 verschiedenen Käsetitel. Alles Bio – auch wenn es da Unterschiede gibt, klärte Schmitz auf: das EU-Biosiegel als „kleinster gemeinsamer Nenner“ in Sachen Tierhaltungs-Standards und Zusatzstoffen in Lebensmitteln und strengere Siegel wie Bioland, Demeter oder Naturland. Viel zu sehen, viel anzusteuern für die Besucher. „Ich wohne hier schon so lange, komisch, dass ich hier noch nie war“, sagte eine Großenkneterin beim Besuch auf Gut Sannum, Wohn- und Arbeitsstätte für beeinträchtigte Menschen, nach einer stärkenden Kürbissuppe. Sie will jetzt häufiger kommen. Auch dabei waren der Frisörsalon Lanfer (Frisör@Home), die Freie Humanistische Schule, „Naturell Art“ mit Bier zum Probieren, der Meyer-Hof, der Heisterhof und das Forstamt Ahlhorn. Auch die Gemeinde Stuhr beteiligte sich an diesem Tag.


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