Platt-Quiz an Grundschule Habbrügge Preise für die Schüler und Zungenbrecher für die Lehrer

Von Martina Brünjes

Nach dem Platt-Quiz durfte sich jeder Schüler an der Grundschule Habbrügge einen Preis aussuchen. Foto: Martina BrünjesNach dem Platt-Quiz durfte sich jeder Schüler an der Grundschule Habbrügge einen Preis aussuchen. Foto: Martina Brünjes

Falkenburg. Erstmals haben an der Grundschule Habbrügge alle Schüler am Platt-Quiz teilgenommen. Auch die Lehrer machten mit – und mussten eine knifflige Aufgabe lösen.

Seit mehr als zehn Jahren gibt es das Platt-Quiz nun schon an der Grundschule Habbrügge, doch zum ersten Mal haben alle Schüler daran teilgenommen. Auch die Lehrer haben sich beteiligt, diese bekamen allerdings einen etwas anderen Preis.

Angela Hillen hat mit ihrer Plattdeutsch-AG das Quiz vorbereitet. Jedes Kind sollte ein Wort auf Plattdeutsch übersetzen. Worte wie Haus, Tür und Toilette galt es mit Hilfe von Eltern oder Großeltern zu übersetzen. „Wenn die Kinder nach Hause kommen und Oma oder Opa fragen, wie das Wort auf Plattdeutsch heißt, kommen beide meist ins Gespräch und sprechen noch mehr über ,Platt’“, erläutert Angela Hillen den Hintergrund.

Miauende "Katt" und wieherndes "Peerd"

Morgens sei sie noch durch die Klassen gelaufen und habe gefragt, ob alle Kinder abgegeben haben. „Zum ersten Mal haben alle Kinder mitgemacht“, erzählt sie. Mit einem Augenzwinkern kündigte sie an: „Nächstes Mal gehe ich durch die Klassen und frage, ob alle die Hausaufgaben gemacht haben, mal sehen, ob das auch so gut klappt“ – diesmal haben die Kinder mit dem Kopf geschüttelt.

Bevor die Preise verteilt wurden, wurde eine Mitmachgeschichte auf Plattdeutsch erzählt. Jedes Kind oder kleine Gruppe hatte mindestens einen Einsatz in der Bauernhofgeschichte. Ob es das wiehernde „Peerd“ war oder die miauende „Katt“, das grunzende „Swien“ oder der müffelnde „Messhopen“ – jedes Kind kannte seinen Einsatz.

Kinder freuen sich über die "Glücksfee"

Doch dann war es so weit. Die „Glücksfee“ Dirk Wieting trat als Vertretung für die amtierende Plattdeutschbeauftragte Meike Ahlers vor die Schulkinder: „Eine Glücksfee ist jung, hübsch und schlank – da bin ich.“ Die Kinder freuten sich über ihre Glücksfee. Dirk Wieting fühlt sich mit der Schule verbunden, denn er selber hatte als Kind hier die Schulbank gedrückt. Die meisten Preise wurden als Sachpreise von der Volksbank Ganderkesee gestiftet. Egal ob Regenschirm, Buch, Kuscheltier, Ball oder CDs, für jedes Kind war etwas Passendes dabei.

„Glücksfee“ Dirk Wieting assistiert Angela Hillen, die das Platt-Quiz mit ihrer Plattdeutsch-AG vorbereitet hat. Foto: Martina Brünjes

Die Kinder wurden einzeln und mit dem übersetzten plattdeutschen Begriff nach vorne gerufen. So konnten die anderen auch noch mal lernen, wie das ein oder andere Wort heißt. Für manche Begriffe gab es auch zwei verschiedene Worte. Eine Schülerin verriet schmunzelnd, dass für „Toilette“ nicht nur „Klo“, sondern auch „Schiethuus“ verwendet werden kann.

Da auch die Lehrer mitgemacht hatten, wurden diese unter tosendem Applaus der Kinder nach vorne gerufen. Doch die Lehrer bekamen keinen Preis, sondern eine Aufgabe: Mit einem Brausebonbon im Mund sollten sie einen plattdeutschen Zungenbrecher sprechen. Die Kinder waren begeistert.

Der zuletzt gezogene Teilnehmer bekam das Wort „Foftein“, es bedeutet „Pause“ und hätte passender nicht sein können. So haben sich die Kinder nach der spannenden Preisvergabe erst einmal auf dem Pausenhof ausgetobt.


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