Pistorius informiert sich in Großenkneten Polizei nimmt abgelenkte Lastwagenfahrer in der Region ins Visier

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen auf Autobahnen, weil Lastwagen während der Fahrt mit anderen Beschäftigungen abgelenkt sind. Symbolfoto: dpaImmer wieder kommt es zu schweren Unfällen auf Autobahnen, weil Lastwagen während der Fahrt mit anderen Beschäftigungen abgelenkt sind. Symbolfoto: dpa
Michael Horst

Grossenkneten. Innenminister Pistorius informierte sich in Großenkneten über das Pilotprojekt "Ablenkung im Führerhaus". So gehen die Beamten vor.

„Um Unfälle zu verhindern, muss man deren Ursachen kennen. Und die liegen oft in der Ablenkung von Fahrern – vor allem von Lastwagenfahrern.“ Das hat Polizeihauptkommissar Cliff Sprenger am Donnerstag gegenüber Borius Pistorius betont. Der Niedersächsische Innenminister hatte das Autobahnpolizeikommissariat Ahlhorn in Großenkneten besucht, um sich dort über das Projekt „Ablenkung im Führerhaus“ zu informieren.

Sie diskutierten über das Pilotprojekt "Ablenkung im Führerhaus": (von links) Innenminister Boris Pistorius, Polizeihauptkommissar Cliff Sprenger und Polizeipräsident Johann Kühme. Foto: Polizei

Sprenger, der das Projekt leitet, zeigte dem Minister nicht nur die Technik, die dabei eingesetzt wird. Er berichtete vor allem über die Erfahrungen, die seit dem Start des Projekts Anfang Februar gesammelt worden sind. Bis Ende Juli wurden seinen Angaben zufolge bereits über 1300 Verstöße festgestellt. Kommentar Sprengers: „Die hohen Zahlen der Verstöße werden wir uns sehr genau anschauen und auswerten. Die Kolleginnen und Kollegen zeigen hier hohes Engagement, um die Gefahr dieser Unfälle zu verringern.“

Immer mehr Staus auf den Autobahnen

Durch die Zunahme des Transportverkehrs und die vermehrten Baustellen ist laut Sprenger die Anzahl der Staus auf Autobahnen gestiegen, wodurch wiederum die Gefahr von Auffahrunfällen am Stauende zunimmt. Auch im Bereich der Polizeidirektion Oldenburg wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Unfälle dieser Art registriert.

Nachweis schwierig

„Obwohl die beweissichere Ahndung von Ablenkungsverstößen bei Lastwagenfahrern durch die erhöhte Sitzposition schwierig ist, lag dennoch die Vermutung nahe, dass die Unfallverursacher abgelenkt waren. Da-raufhin entschieden wir uns, mit diesem Projekt den Fokus konkret auf die Ablenkung von Lkw-Fahrern zu legen“, sagte Polizeipräsident Johann Kühme, der den Minister begleitete.

Polizei filmt und informiert

Und so soll es gehen: Die Polizeibeamten kontrollieren mit einem zivilen Fahrzeug das Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Sobald in den Fahrerkabinen der Lastwagen Anhaltspunkte für eine Ablenkung des Fahrers erkennbar sind, wird mit einer auf dem Dach angebrachten Action-Kamera gefilmt. In der anschließenden Kontrolle wird dem Fahrer sein Fehlverhalten auf einem Tablet gezeigt. Mit Hilfe der Kamera-Aufnahmen ist es laut Polizei möglich, Verstöße rechts- und beweissicher zu dokumentieren. 


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