Aktionstag Schulwegsicherheit Warum in Bookholzberg ein Kanister durch den Schulbus poltert

Auch ein Rollerparkours gehörte zu den Angeboten des Mobilitätstages. Fotos: Martina BrünjesAuch ein Rollerparkours gehörte zu den Angeboten des Mobilitätstages. Fotos: Martina Brünjes

Ganderkesee. Elterntaxis, toter Winkel, Handyzeitalter – der Weg zur Schule ist für viele Kinder eine Herausforderung. In Bookholzberg gab es dazu einen Aktionstag.

Bookholzberg 230 Kinder haben gestern Vormittag an der Grundschule Bookholzberg mit dem „Schulexpress“-Lied lautstark den Aktionstag zum Thema Mobilität eingeläutet. Anschließend gab es den gesamten Vormittag über eine Reihe von Aktionen vom Fahrrad- und Rollerparcours über Bustraining bis hin zum Verkehrsquiz. Das Ziel dabei: Den Kindern sollte mehr Sicherheit im Straßenverkehr vermittelt werden.

Schulexpress 

Bei diesem Aktionstag hat Schulleiterin Dörte Lohrenz (52) außerdem noch einmal auf die Bedeutung des Schulexpresses aufmerksam gemacht. Bei diesem Angebot geht es darum, dass Kinder von ihren Eltern nicht direkt zur Schule gebracht werden. Vielmehr treffen sich die Mädchen und Jungen an ausgewählten Schulexpress-Haltestellen, um von dort gemeinsam zur Schule zu laufen. Schulleiterin Lohrenz, die selbst so oft wie möglich mit dem Fahrrad zur Schule fährt, weiß: Auch an der Grundschule Bookholzberg gibt es das leidige Thema Elterntaxi.

Parkplatz am Lokal

Eine Besonderheit für die Eltern, die die Kinder beispielsweise aus Zeitdruck oder auf Grund der Entfernung mit dem Auto Richtung Schule bringen, ist dabei der nahegelegene Parkplatz des Restaurants „Schwarzes Ross“. Denn auch hier steht ein Schulexpress-Schild. Die Eltern können bequem parken und die Kinder können in kleinen Gruppen sicher den Schulweg antreten. So werden die Kinder direkt vor der Schule nicht gefährdet, denn hier ist morgens viel los, erklärt die Schulleiterin. „Es stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder, wenn sie den Schulweg eigenverantwortlich selber gehen“.

Toter Winkel

Aber auch Themen wie der tote Winkel eines Lastwagens wurden den Kindern praktisch erklärt. Dies war eine Extrathema nur für die vierten Klassen. „Vielen Kindern ist gar nicht bewusst, wieviel ein Lkw kaputt macht“, berichtet Maik Neumann von der Bundeswehr, der diese Station übernommen hatte. Aber auch der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen VBN war mit einem Bus als Station vertreten. Die Kinder lernten hier das richtige Verhalten an der Bushaltestelle und im Bus. Im Handyzeitalter habe der Respekt gegenüber des Buspersonals nachgelassen, bekräftigte der langjährige Berufsbusfahrer Hartmut Köhler. Am besten komme der Bremstest bei den Kindern an:

„Die Kinder sitzen dabei im Bus und müssen sich gut festhalten. Im Bus steht ein nichtangeschnallter Kanister. Ich fahre kurz an und bremse dann abrupt ab. Der Kanister saust quer durch den Bus, manche Kinder kreischen. Sobald der Bus dann steht, fordern die Kinder eine Wiederholung

Weitere Stationen waren ein Rollerparkour speziell für die Drittklässler. Die Schulanfänger lernten durch die ADAC-Stiftung das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Ihnen wurden auch mit einer Ortsrally gezeigt zeigt, wo die verschiedenen Schulexpress-Haltestellen sind. „Wir haben immer wieder kleine Aktion zum Thema Umwelt und Verkehrssicherheit“, berichtete die Schulleiterin. Sie wünsche sich, dass die Eltern noch mehr die Eigenständigkeit der Kinder fördern und die Elterntaxis mit der Zeit noch deutlich weniger werden, oder eben die gegebenen Möglichkeiten wie den großen Parkplatz nutzen. Ein Wunschprojekt für die Zukunft sind zum Beispiel Elternlotsen vor der Schule, die die Eltern dann ansprechen, „denn oftmals ist es einfach eine Gedankenlosigkeit der Eltern die Kinder direkt vor der Schule abzusetzen“, weiß Dörte Lohrenz.


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