Kritik von Verkehrsausschuss Ganderkeseer Verwaltung lehnt Tempo 30 auf Habbrügger Weg ab

Auf dem Habbrügger Weg soll generell kein Tempo 30 eingerichtet werden - möglicherweise aber dann, wenn die Dürerstraße ausgebaut wird und die Schulbusse am Stadion halten. Foto: Thomas DeekenAuf dem Habbrügger Weg soll generell kein Tempo 30 eingerichtet werden - möglicherweise aber dann, wenn die Dürerstraße ausgebaut wird und die Schulbusse am Stadion halten. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee. Bei einem Großteil der Mitglieder des Ganderkeseer Verkehrsausschusses gab es große Unzufriedenheit. Der Grund: Die Verwaltung schmetterte den Wunsch aus der Politik nach Tempo 30 auf dem Habbrügger Weg ab.

Aus Tempo 30 auf dem Habbrügger Weg zwischen den Einmündungen Bookhorner Weg und Dresdener Straße wird nichts. Das hat die Gemeindeverwaltung am Mittwochabend im Ausschuss für Straßen und Verkehr mitgeteilt und damit dem Antrag von Arnold Hansen, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, eine Absage erteilt. Das Argument: Es gebe keine Unfallhäufung in diesem Bereich. Außerdem seien Verkehrsaufkommen und gemessene Geschwindigkeiten der Kraftfahrzeuge kein ausreichender Grund für ein Tempolimit. Diese Entscheidung wurde nicht nur von Hansen, sondern auch vom Großteil der Ausschussmitglieder bedauert.

Tempolimit während der Bauzeit?

Die Verwaltung sollte laut Hansen jetzt aber zumindest noch einmal  umdenken und für die Zeit der Umgestaltung der Dürerstraße Tempo-30-Schilder im Bereich des Stadions aufstellen. Denn dort sollen während des Straßenumbauprojekts die Schulbusse stehen - und zwar auf dem rund 150 Meter langen Parkstreifen vor dem Sportgelände. Die Verwaltung glaubt zwar, dass mit der Verlegung der Bushaltestelle keine Gefahr entsteht, weil die Schüler über das Gelände der Sportanlage zu den Bussen gehen und dabei nicht den Habbrügger Weg überqueren. Das sieht Hansen aber anders: "Wenn dort Busse halten, kann es auch zu Trubel und Gerangel zum Habbrügger Weg hin kommen."

Unterstützung erhielt der Fraktionschef der Freien Wähler von Marion Daniel, Fraktionsvorsitzende der FDP. Sie sei auch für ein Tempolimit während der Bauphase - allerdings nicht darüber hinaus. Es gebe rechtliche Regeln, an die man sich auch halten müsse.

UWG und SPD für Tempo 30

Dagegen meinte Thorsten Busch von der UWG, dass man vielleicht mal ein Auge zudrücken müsse, "denn dort macht ein Tempolimit wirklich Sinn". Und auch SPD-Ratsherr Marcel Dönike sprach sich generell für Tempo 30 zwischen Bookhorner Weg und Dresdener Straße aus. 

Grüne für Prävention

"Keine Toten, also kein Tempolimit", schimpfte Dr. Volker Schulz-Berendt, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, der sich für Prävention und damit nicht nur während des Bus-Stopps am Stadion für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer aussprach. Sein Kommentar:  "Der Bereich wird eine gefährliche Ecke bleiben. Wir sollten einschreiten, bevor es zu einem schweren Unfall kommt." Der Ausschuss sollte sich mit der Entscheidung der Verwaltung nicht zufrieden geben. 

Hansen: Andere Sicht

Arnold Hansen hatte sich zuvor kritisch zu den Messungen geäußert. Er habe ein völlig anderes Bild von der Lage vor Ort. Er wohne ganz in der Nähe und sehe jeden Morgen beim Weg zur Arbeit die gefährlichen Situationen für die Schulkinder. 

Wie an allen Ortseingängen in Ganderkesee - wie hier an der Grüppenbührener Straße - soll es künftig auch am Fahrener Weg eine Tonnenbegrenzung geben. Foto: Thomas Deeken

Einverstanden waren alle Ausschussmitglieder dagegen mit der Entscheidung der Verwaltung, dass künftig auch für den Fahrener Weg ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen mit einem Gesamtgewicht von mehr als fünf Tonnen gelten soll. Es werde allerdings auch Ausnahmeregelungen für Anlieger geben, hieß es.


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