Gästeführung Mit dem Rad zu regionalen Erzeugern in Schönemoor

Von Martina Brünjes

Anni Schlüter (l.) brachte den Teilnehmern regionale Erzeugnisse näher. Foto: Martina BrünjesAnni Schlüter (l.) brachte den Teilnehmern regionale Erzeugnisse näher. Foto: Martina Brünjes

Ganderkesee. Aus diesen heimischen Betrieben kommen Brot, Milch und Wurst für die Verbraucher in der Region.

Gästeführerin Anni Schlüter hat mehr als 20 Teilnehmern einer Nachmittagsfahrradtour Einblicke in regionale Lebensmittelproduktion ermöglicht. Unter dem Motto „Kiek in´t Land“ wurde auf Höfen und in Müllers Wurstdiele Halt gemacht, wo die Ausflügler hinter die Kulissen blicken konnten.

Höfe beliefern sich gegenseitig

Erster Stopp war der Hofladen Egbers. Hier wurde laut der Gästeführerin über die angebotenen Produkte wie Schafskäse, Eier und Geflügel berichtet. Aber auch über die Haltung der Enten und Weihnachtsgänse. Die Gänse leben nicht von Anfang an auf dem Hof Egbers, sondern kommen aus Immer vom Hof Wachtendorf. „An dieser Station wurde schon deutlich, dass die Höfe sich untereinander austauschen“, erläuterte Anni Schlüter. Denn auf dem Hof Egbers wird Brot hergestellt. Dieses geht dann zum Hof Pleus in Prinzhöfte, von dort wiederum kommt Fleisch zum Hof Egbers.

Foto: Martina Brünjes

Die nächsten Stationen waren Gut Nutzhorn, Hoflieferant von Müllers Wurstdiele, und das Kürbisfeld von Helmut Otte. Dort wächst der Kürbis für die Kürbisbrote der Bäckerei Haferkamp. Nach einigen gefahrenen Kilometern und vielen interessanten Einblicken hatten sich die Teilnehmer erst einmal Kaffee und Kuchen verdient. Die Kaffeepause wurde bei Bücking in Schiffstede gemacht. Frisch gestärkt kamen die 26 Teilnehmer dann auf dem Hof Klüver an. Hier wurde über Milchkuhhaltung und die Biogasanlage aufgeklärt. Der Hof Klüver wird von Joachim, 60 Jahre, und Tim Klüver, 32 Jahre, betrieben. Die Besonderheit auf diesem Hof ist der Melkroboter, an dem die Kühe bis zu fünfmal täglich gemolken werden. Die Biogasanlage versorgt einige Nachbarhaushalte mit Wärme.

Landwirt fordert Schulfach Ernährung

Neben den Teilnehmern von Fahrradtouren kommen auch Kinder aus Kindergärten und Schulen zur Hofbesichtigung. Joachim Klüver wünscht sich, dass in den Schulen ein Pflichtfach Ernährung eingeführt würde, damit die jüngere Generation sich wieder mehr mit Ernährung und Regionalität auseinandersetzt. Er berichtete, dass die Betriebsführung für Landwirte durch einige EU-Richtlinien, beispielsweise zur Gülleentsorgung, immer aufwändiger werde. Auch die letzten zwei Jahre, in denen es extrem trocken war, setzten dem Hof zu. Der Seniorchef bekräftigt:

Wenn dann noch durch die Medien die Akzeptanz der Landwirte immer schlechter wird, wird es langsam eng für uns

Die Besucher staunten über die vollautomatische Melkmaschine und den Reinigungsroboter, während die Kühe entspannt ihr Futter kauten. Der Wunsch, den die Landwirte Klüver mit solchen Führungen verbinden, ist ein Umdenken der Menschen: „Ich sehe, obwohl alle von weniger Plastik und regional Einkaufen reden, immer nur Fertiggerichte und Waren aus großer Entfernung in den Einkaufswagen“, schüttelte Tim Klüver den Kopf. „Wir arbeiten sieben Tage die Woche und müssen 24 Stunden am Tag bereit sein, falls mal eine Maschine ausfällt. Wir haben hier zwar ein gutes Zeitmanagement, dennoch können die genannten Gesetze und Widrigkeiten uns zu Fall bringen“, ergänzte Joachim Klüver.

Abschluss in der Wurstdiele

Die letzte Station für die Fahrradfahrer war Müllers Wurstdiele, hier konnten die Aktiven sich die Herstellung der Wurstwaren anschauen. So ging die vierstündige Radtour langsam zu Ende. Doch alle Teilnehmer waren sich einig: Anni Schlüter hatte die Fahrradtour perfekt vorbereitet und es gab viele spannende Eindrücke an den verschiedenen Stationen. 


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