Seit 40 Jahren Beratungsstellen in Wildeshausen und Delmenhorst bieten Gespräche an

Von Ole Rosenbohm

Besuch der Verwaltungschefs: Carsten Harings (links) und Axel Jahnz mit (von links) Robin Matzka, Helga Eisele (beide Psychologen), Andreas Höhn (Beratungsstellen-Leiter), Martin Ahlrichs (Landkreis-Jugendamtsleiter), Petra Quickert (Sekretariat), Hans-Martin Sperlich und Julia Frahm (beide Psychologen). Foto: Ole RosenbohmBesuch der Verwaltungschefs: Carsten Harings (links) und Axel Jahnz mit (von links) Robin Matzka, Helga Eisele (beide Psychologen), Andreas Höhn (Beratungsstellen-Leiter), Martin Ahlrichs (Landkreis-Jugendamtsleiter), Petra Quickert (Sekretariat), Hans-Martin Sperlich und Julia Frahm (beide Psychologen). Foto: Ole Rosenbohm

Wildeshausen. Die Beratung kostet nichts, für einen Termin genügt ein Anruf und keiner wird über das Gesprochene reden: Diese Versprechen sichert die Psychologische Beratungsstelle Delmenhorst zu, die seit über 40 Jahren mehr als nur eine kleine Nebenstelle in Wildeshausen hat

Vier Jahrzehnte – das ist mal ein Grund, über ihre Arbeit zu reden, fanden die Verantwortlichen und luden ihre Verwaltungschefs ein: Delmenhorsts Oberbürgermeister Axel Jahnz und Landrat Carsten Harings.

Die interkommunale Kooperation zwischen Stadt und Landkreis existiert sogar schon seit 1973, ein halbes Jahrzehnt später folgte die Einrichtung der Nebenstelle. Seitdem können Landkreisbewohner das Delmenhorster Angebot nutzen: Eltern, die sich um die Entwicklung ihres Kindes sorgen, die sich überfordert fühlen oder deren Trennung den Nachwuchs – wie so oft – extrem belastet. Kinder oder Jugendliche, die unter Ausgrenzung leiden, unter Trennung oder Krankheit der Eltern, die Beratung oder therapeutische Hilfe benötigen. Oder junge Erwachsene, die sich vergraben, nicht aus dem Haus gehen, keine Perspektive sehen. Es kann viele Gründe geben, die Beratungsstelle aufzusuchen, dort vielleicht Hilfe zu finden. Aber: „Wer spricht“, sagt Jahnz, „kommt auch zu Lösungen“.

Oft ganze Familien

Genutzt wird das Angebot: Allein die vier Psychologen in Wildeshausen in den Räumen am Mühlendamm 1 kommen laut Beratungsstelle auf 320 Fälle pro Jahr. Darunter sind Klienten oder sogar ganze Familien, die mal nach wenigen Gesprächen gestärkt sind. „Aber manche Fälle laufen über Jahre“, sagt Psychologin Helga Eisele, die schon seit 28 Jahren auf der Suche nach Lösungen ist. 130 Landkreisbewohner kamen in 2018 zudem in die Beratungsstelle an der Bismarckstraße in Delmenhorst, dort dazu rund 350 Delmenhorster selbst. 440.000 Euro lässt sich der Landkreis die Arbeit kosten, knapp weniger die Stadt Delmenhorst.

Zahl der Klienten steigt

Die Zahl der Klienten ist über die Jahre gewachsen. Das liegt auch am allgemein gewachsenen sozialpädagogischen Angebot an Schulen etwa, über das immer wieder Kinder und Jugendliche an die Beratungen vermittelt werden. Es liegt auch daran, sagte Eisele, weil es in den Jahren immer selbstverständlicher wurde, sich auch mal fachkundige Hilfe zu suchen. Auf der anderen Seite merken die Psychologen aber auch, dass der Bedarf wächst. Beratungsstellen-Leiter Andreas Höhn sagt: „Eltern sind allein beruflich viel geforderter.“ Und auch die Anforderungen an Kinder Jugendliche stiegen – mit ihnen der Beratungsbedarf.

Das Angebot ist ein gesetzlicher Pflichtauftrag. Es ist kostenlos, vertraulich und freiwillig. Beratungstermine werden Woche für Woche vergeben. Jeder Delmenhorster und jeder Landkreis-Bewohner kann sich die Beratungsstelle (ob Wildeshausen oder Delmenhorst) aussuchen.

Zur Sache

Kontakte
Delmenhorst: 04221 – 14141; E-Mail: psychologische-beratungsstelle@delmenhorst.de
Wildeshausen: 04431 – 92047; E-Mail: pb-wildeshausen@delmenhorst.de


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