43-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt Nachbarn in Großenkneten bedroht, beleidigt und verletzt

Von Ole Rosenbohm

Symbolfoto: Mohssen Assanimoghaddam/dpaSymbolfoto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Großenkneten / Oldenburg. Berufung verworfen: Ein 43-jähriger Angeklagter ist wegen Bedrohung, Beleidigung und Körperverletzung verurteilt worden

Die strafrechtliche Aufarbeitung eines Nachbarschaftsstreits heftigster Sorte hat am Dienstag vor dem Landgericht Oldenburg ein Ende gefunden. Nicht, weil sich die Beteiligten geeinigt hätten, vielmehr erschien der Angeklagte einfach nicht zur Berufungsverhandlung. Der Nebenkläger und sein Anwalt, drei Zeugen, die Staatsanwältin, der Verteidiger des 43-jährigen Angeklagten und das dreiköpfige Schöffengericht warteten vergeblich. Ungewöhnlich: Vor den Saal-Türen hatten Justizbeamte Prozess-Zuschauer – in der Mehrzahl Nachbarn der Streitenden – auf Waffen durchsucht.

Zu Geldstrafe verurteilt

Der Angeklagte aus Großenkneten war in erster Instanz vom Amtsgericht Wildeshausen wegen Beleidigung, Bedrohung und vorsätzlicher Körperverletzung zu 120 Tagessätzen a 40 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Weil er nicht zur Verhandlung erschien, wurde die Berufung vom Landgericht verworfen. Damit bleibt das Urteil bestehen.

Kreuzbandriss und Schienbeinbruch 

Der 43-Jährige hatte an einem Nachmittag im April des vergangenen Jahres nach Überzeugung des Gerichts zunächst seine Nachbarin im Rentenalter beschimpft und im Zuge des Streits über die Erziehung von Hunden gedroht, ihr Haus anzünden zu wollen. Als dann Ehemann und Sohn (45) aus dem Haus stürmten, kam es zu einer Rangelei, aus der der Sohn einen Kreuzbandriss und einen Schienbeinbruch davontrug. Dieser Mann – Nebenkläger im Prozess – war anschließend drei Monate arbeitsunfähig. Der Angeklagte selbst erlitt leichte Verletzungen.

Turbulenter Prozess in Wildeshausen

Turbulent wie der damalige Streit war auch der Prozess in Wildeshausen verlaufen. Dabei hatte der Angeklagte, der sich mit langen Monologen verteidigte, unter anderem „verleumderische Vorwürfe“ durch „integrante Kräfte“ beklagt. Er hatte der Richterin vorgeworfen, ihr Urteil falsch formuliert zu haben – wofür es ein Ordnungsgeld von 150 Euro gab – und der Staatsanwaltschaft der siebenmaligen üblen Nachrede bezichtigt. Sogar ein psychiatrischer Sachverständiger sagte damals aus und machte beim Angeklagten Anzeichen einer „schweren Persönlichkeitsstörung im Sinne einer querulatorischen Entwicklung“ aus. Ein wahnhaftes Verhalten des 43-Jährigen hatte der Sachverständige allerdings verneint.

Immerhin: Weitere Vorfälle zwischen ihm und seinen Nachbarn soll es in der Zwischenzeit nicht gegeben haben.


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