Ganderkeseer Verkehrsausschuss tagt Rad- und Gehweg an Elmeloher Straße erst mal vom Tisch

Aus dem geplanten Fuß- und Radweg ab Elmeloher Kreisel an der viel befahrenen Elmeloher Straße wird erst mal nichts, weil Anwohner notwendige  Flächen nicht verkaufen wollen. Archivfoto: Melanie HohmannAus dem geplanten Fuß- und Radweg ab Elmeloher Kreisel an der viel befahrenen Elmeloher Straße wird erst mal nichts, weil Anwohner notwendige Flächen nicht verkaufen wollen. Archivfoto: Melanie Hohmann

Ganderkesee. In der Ganderkeseer Sitzung des Ausschusses für Straßen und Verkehr geht es am Mittwoch ab 18 Uhr unter anderem um die Themen Elmeloher Straße in Elmeloh, Brookweg in Schierbrok und Querungshilfe auf dem Huder Weg in Bookholzberg.

Aus der ursprünglichen Idee, an der Elmeloher Straße vom Elmeloher Kreisel bis zur Einmündung der Straße Auf dem Hohenborn in Richtung Delmenhorst einen Geh- und Radweg anzulegen, wird erst mal nichts. Das hat die Ganderkeseer Gemeindeverwaltung mitgeteilt. Der Grund, so Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung: Die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke seien nicht bereit, Flächen für den Weg, der Radfahrern und Fußgängern mehr Sicherheit geben soll, zu verkaufen. Jetzt schlägt die Verwaltung vor, nach einer alternativen Lösung zu suchen, heißt es im Vorfeld der Sitzung des Verkehrsausschusses, die am Mittwoch im Ganderkeseer Rathaus stattfindet. Beginn ist um 18 Uhr. Foto: Thomas Deeken

"Bis Hohenborn ist das eine ganz tolle Planung", hatte Grünen-Ratsherr Jens Volbert vor knapp einem Jahr im Verkehrsausschuss noch betont und sich dabei auf den geplanten Rad- und Fußgängerweg mit einer Breite von drei Metern  an der Elmeloher Straße bezogen. Mit dem Vorschlag, ab Hohenborn einen 1,50 Meter breiten Schutzstreifen für Radler auf der Straße bis zur Stadtgrenze anzulegen, konnten sich die Grünen damals allerdings nicht anfreunden. Mehrheitlich hatte der Ausschuss trotzdem für den Schutzstreifen gestimmt - ein Beschluss, an dem nach wie vor festgehalten werden soll.

Anwohner wollen Flächen nicht verkaufen

Trotz intensiver Bemühungen sei es allerdings nicht gelungen, die notwendigen Flächen für die sogenannte Vorzugsvariante mit dem Rad- und Fußweg ab Kreisverkehr zu erwerben, sodass das Projekt in der bisher geplanten Form nicht umgesetzt werden könne, heißt es seitens der Verwaltung. Die betroffenen Anlieger hätten mehrheitlich und aus unterschiedlichen Gründen den Verkauf abgelehnt. Jetzt müsse umgeplant werden. Das Ergebnis soll dann in einer der nächsten Sitzungen des Verkehrsausschusses vorgestellt werden.

Für den Brookweg in Schierbrok stellt sich die Frage: Provisorium oder Erstausbau? Foto: Thomas Deeken

Problematisch bleibt auch die Lage am Brookweg in Schierbrok, wo es um die Entwässerung und die Befestigung der Fahrbahn geht. Ein Ingenieurbüro hat nach Angaben der Verwaltung inzwischen alles vermessen und festgestellt, dass die Oberflächenentwässerungsanlagen am Brookweg unzureichend seien oder völlig fehlten. In Teilabschnitten sei außerdem kein ausreichendes Längs- und Quergefälle vorhanden.

Provisorium oder Erstausbau?

Die Mitglieder des Ausschusses sollen jetzt darüber entscheiden, ob es am Brookweg ein Provisorium  oder einen Erstausbau geben soll. Ein provisorischer Ausbau würde nach grober Schätzung etwa 56.000 Euro kosten, sagt Fachbereichsleiter Meyer: "Das würde einige Jahre halten. Wie lang genau, ist aber schwer zu sagen." Die gute Nachricht für die Anwohner dabei: Sie müssten nichts dazuzahlen.

Möglicherweise hohe Kosten für Anlieger

Beim Erstausbau würden dagegen Kosten auf die Anlieger zukommen, "die schon ganz schön weh tun können", sagt Meyer. Nach derzeitiger Schätzung könnte ein Erstausbau etwa 380.000 Euro kosten. Die Gemeinde würde dann einen Anteil von 110.000 Euro übernehmen. Die Anwohner müssten danach 270.000 Euro bezahlen. Bei rund 15 Anliegern wären das im Schnitt 18.000 Euro - rein rechnerisch. Ein Erstausbau würde voraussichtlich Jahrzehnte halten.

Erst einmal keine Querungshilfe auf Huder Weg

Schlechte Nachricht auch für alle diejenigen, die auf eine Querungshilfe auf der Huder Straße in Höhe der Straße An der Ellerbäke und der Fischbeckstraße in Bookholzberg gehofft hatten. Die Arbeiten für eine Querungshilfe und für die Verbreiterung des Gehweges  ab Grenzweg in Richtung Hohenböken seien öffentlich ausgeschrieben worden. Es habe aber nur ein Angebot gegeben, informiert Meyer. Mit rund 258.000 Euro habe dieses Angebot allerdings etwa 40 Prozent über der Schätzung in Höhe von 180.000 Euro gelegen. Das sei eindeutig zu teuer. Es habe keinen Zuschlag für dieses Angebot gegeben. Das bedeutet: Das Projekt Querungshilfe sei zunächst mal vom Tisch, aber auch noch nicht endgültig zu den Akten gelegt. Jetzt könnte zumindest darüber diskutiert werden, ob der zu schmale Gehweg ausgebaut werden soll.


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