Für über 100.000 Euro Luftsportverein Hude schafft sich neuen Segelflieger an

Von Ole Rosenbohm

Kurzeinführung in die Segelfliegerei: Der SPD-Landtagsabgeordnete Deniz Kurku (Mitte) ließ sich von Berufspilot Norbert Lautner (rechts) das Cockpit erklären. Christoph Hoffmann (links) hat auch schon Erfahrungen gesammelt. Foto: Ole RosenbohmKurzeinführung in die Segelfliegerei: Der SPD-Landtagsabgeordnete Deniz Kurku (Mitte) ließ sich von Berufspilot Norbert Lautner (rechts) das Cockpit erklären. Christoph Hoffmann (links) hat auch schon Erfahrungen gesammelt. Foto: Ole Rosenbohm

Ganderkesee. Mit einem neuen Segelflieger will der Luftsportverein Hude versuchen, sowohl den alten, als auch neuen Mitgliedern eine neue Attraktion zu liefern. Was das 100.000 Euro teure Flugzeug kann, zeigte der LSV am Sonntag.

Der Luftsportverein Hude hat sich einen neuen Segelflieger angeschafft – und zwar einen besonderen, wenn den Vereinsmitgliedern zu glauben ist: Der Flieger erfüllt nicht nur alle modernsten technischen Anforderungen und kann mit eigenem Triebwerk alleine in die Luft starten, er besitzt – anders als die meisten Segelflugzeuge – auch zwei Plätze nebeneinander, nicht hintereinander. 

Neues Flugzeug kostete über 100.000 Euro

Über 100.000 Euro hat der Verein nach eigenen Angaben für den „Taurus“ des slowenischen Herstellers „Pipistrel“ ausgegeben, finanziert über zinslose Darlehen von Mitgliedern. Die Präsentation schaute sich am Sonntag auch der SPD-Landtagsabgeordnete Deniz Kurku an: „Da bekommt man Ehrfurcht“, sagte Kurku angesichts der Summe. (Lesen Sie hier: Segelflug über Ganderkesee lässt Bauchschmerzen vergessen.)

Ultraleichtflugzeug ist besser als normale Segelflieger

Der Flieger ist auch deshalb besonders, weil es sich der Zulassung nach nicht um ein Segelflugzeug handele, sondern um ein Ultraleichtflugzeug. Es könne alles, was ein Segelflugzeug kann – „nur besser“, sagen die Mitglieder. „Es reagiert ungewöhnlich gut aufs Ruder, kann sich sehr gut aufs Wetter anpassen“, so Christoph Hoffmann, der schon die ersten Stunden im Taurus-Cockpit hinter sich gebracht hat. Zunächst sei es ungewohnt, man müsse viel sensibler fliegen. Wer sich aber gewöhnt habe, der komme viel weiter. 

Schleppmaschine wird nicht mehr gebraucht

Für den LSV ist das eine wahrlich besondere Anschaffung. Die „Schleppmaschine“, das Flugzeug also, das den Segelflieger in die Luft zieht und es dort alleine mit der Thermik lässt, sei drei Jahre alt, alle anderen fünf Segler aus den 1960er Jahren.

Das seien immer noch gute Flugzeuge, sagen Hoffmann und Chefausbilder sowie Berufspilot Norbert Lautner, aber es sei jetzt auch Zeit, mit einem neuen Flieger mit moderner Technik, sogenannten Wölbklappen als Auftriebshilfe und den Nebeneinander-Sitzen etwas gegen die Überalterung im Verein zu tun. „Wir müssen der Jugend etwas bieten, zukunftsfähig werden“, ist Lautner überzeugt. Die Mitglieder profitieren, sagt Lautner, weil nun nicht mehr mehrere Personen für einen Startvorgang wie etwa für die Schleppmaschine nötig sind.

Bei Luftnot kommt Fallschirm zum Einsatz

Ohne Pilot und Passagier wiegt das mit Kohlefaser verstärkte Kunststoff-Flugzeug 300 Kilogramm. Auf dem Boden in Bewegung gesetzt wird es über einen Propeller, der über einen 50 PS starken Zweitaktmotor angetrieben wird. Nach dem Start wird der Propeller elektrisch eingefahren. Kommt das Flugzeug in Luftnot, berichten die LSV-Piloten, segelt es an einem großen Fallschirm zur Erde. Aber auch der Motor kann während des Fluges augeklappt und der Flieger trotz eventuell fehlender Thermik zum Zielort gebracht werden.


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