Richtfest gefeiert Bau des neuen Pfarrhauses in Stenum mit fast 50 Jahren Verspätung

Pastorin Julia Klein (2. von links) freut sich gemeinsam mit ihren Kolleginnen (von links) Irene Schlawin, Susanne Bruns und Uta Brahms auf das neue Pfarrhaus am Trendelbuscher Weg. Foto: Christopher BredowPastorin Julia Klein (2. von links) freut sich gemeinsam mit ihren Kolleginnen (von links) Irene Schlawin, Susanne Bruns und Uta Brahms auf das neue Pfarrhaus am Trendelbuscher Weg. Foto: Christopher Bredow

Stenum. Weitaus später als ursprünglich mal geplant haben die Bauarbeiten an dem Pfarrhaus für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Ganderkesee in Stenum begonnen. Am Mittwoch konnte nun das Richtfest für das Wohnhaus gefeiert werden, in das die neue Pastorin Julia Klein gemeinsam mit ihrer Familie einziehen wird.

Angedacht war der Bau eines Pfarrhauses am Timotheus-Haus in Stenum bereits bei dessen Errichtung im Jahr 1972 – die Pläne dafür wanderten dann allerdings für viele Jahre in die Schublade. Bis jetzt: Seit Mitte Mai wird das neue Wohnhaus vor dem Gemeindezentrum am Trendelbuscher Weg 28 gebaut, in das die neue Pastorin Julia Klein gemeinsam mit ihrer Familie einziehen wird. Inzwischen steht bereits der Dachstuhl – und beim traditionellen Richtfest wurde am Mittwoch schon einmal ausgelotet, ob auch alle Ecken gerade sind.

Prüfen, ob der Richtkranz gerade auf dem Dach steht (von links): Susanne Bruns und Julia Klein. Foto: Christopher Bredow

Familie Klein soll Weihnachtsfest in neuem Haus feiern

Das Ergebnis: Alles passt. "Wir freuen uns schon sehr auf das Haus", sagte Klein am Rande des Richtfestes. Auch ihre drei Kinder im Alter von einem bis neun Jahren seien schon voller Vorfreude: "Die Zimmer haben wir schon aufgeteilt." Wenn Klein ab dem 1. September das bislang vierköpfige Pastorenteam der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Ganderkesee verstärken wird, wird das Pfarrhaus allerdings noch nicht bezugsfertig sein. "Ich werde erstmal pendeln", so die 34-Jährige, die mit ihrer Familie aus Oldenburg nach Ganderkesee ziehen wird. Der Plan sieht vor, dass die Familie das Weihnachtsfest in ihrem neuen Zuhause feiern kann. (Lesen Sie hier: Bewerberin auf Pfarrstelle in Stenum kommt gut an.)

Pläne für Pfarrhaus lagen bereits 1972 vor

Dass mit dem Bau des neuen Pfarrhauses nun alles so schnell ging, lag vor allem an der bereits seit vielen Jahren vorliegenden Planung für das Wohnhaus. "Das Grundstück war bereits beim Bau des Timotheus-Hauses Anfang der 1970er Jahre für ein Pfarrhaus vorgesehen", erklärte Susanne Bruns, geschäftsführende Pastorin der Kirchengemeinde Ganderkesee. Weil die damalige Pastorin Reinhild Sander das Wohnhaus aber nicht benötigte, wurde es zunächst auch nicht errichtet.

Neues Pfarrhaus kostet mehr als 400.000 Euro

Fahrt nahmen die Planungen erst wieder mit dem Ruhestand von Eckhard Dreyer auf, der bis Mitte vergangenen Jahres für den Pfarrbezirk Stenum zuständig war. Bei der Nachfolgesuche spielte ein Pfarrhaus eine ganz entscheidende Rolle – und nachdem mit Julia Klein im April eine neue Pastorin gefunden werden konnte, gab die Bauabteilung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg auch direkt grünes Licht für den Bau des rund 160 Quadratmeter großen und 487.500 Euro teuren Dienstsitzes auf der Wiese direkt vor dem Timotheus-Haus.

Das Geld nimmt die Kirchengemeinde vor allem aus dem Verkauf des alten und nicht mehr benötigten Pfarrhauses an der Lindenstraße in Ganderkesee. "Wir haben das Pfarrhaus jetzt sozusagen einfach nur an anderer Stelle wieder errichtet", so Bruns. Der Grundriss des Hauses lehnt sich laut Bruns zwar an einen Musterentwurf für Pfarrhäuser an, die Architektin Ulrike Janz-Janzen hatte aber dennoch einiges zu beachten: "Aufgrund der Eichen hinter dem Haus haben wir uns unter anderem für eine großflächige Verglasung des Wohnzimmers entschieden, damit es auch hell genug darin ist", erklärte die Huderin: "So bin ich jetzt sehr zufrieden und finde, dass sich das Haus gut in die vorhandene Baustruktur an der Straße einfügt."

Große Fensterfronten sind für das Pfarrhaus in Stenum vorgesehen. Foto: Christopher Bredow

Ab Ende des Jahres wird Pastorin Klein, die in Stenum ihre erste eigene Pfarrstelle antritt, also nur wenige Meter entfernt von ihrem Arbeitsort wohnen – und will dort auch durchaus als ständige Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen: "Wenn etwas ist, können die Leute bei mir klingeln", versprach Klein. Das neue Haus wird aber auch genug Raum zum Zurückziehen bieten.


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