Prozess vor Landgericht Angeklagter bestreitet Vergewaltigungen in Hatten

Von Ole Rosenbohm

Wegen Vergewaltigungen muss sich ein 25-Jähriger vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaWegen Vergewaltigungen muss sich ein 25-Jähriger vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Ganderkesee. Ein 25-jähriger Bremer ist für sechs Taten an Ehefrau in Hatten angeklagt. Vor dem Landgericht bestritt er am Montag die Übergriffe.

Im Landgericht Oldenburg hat am Montag ein Prozess gegen einen 25 Jahre alten Bremer begonnen. Der Mann soll seine ehemalige Ehefrau in ihrer damaligen Wohnung in der Gemeinde Hatten von August bis November vergangenen Jahres in zwei Fällen misshandelt, dreimal vergewaltigt und zudem mit dem Tod bedroht haben, sollte sie sich einem anderen Partner zuwenden. Der Angeklagte bestreitet die Taten. Nach noch zwei angesetzten Verhandlungstagen muss die Strafkammer entscheiden, ob die Anschuldigungen zutreffen.

Partnerschaft nach Haftentlassung

Nach Verlesung der Anklage und einer Erklärung des Verteidigers für den Angeklagten scheint so viel klar: Beide kannten sich zwar lange, begannen ihre Partnerschaft aber erst kurz nach einer Haftentlassung des Angeklagten im Mai 2018. Von nun an wohnte er bei ihr, schon im September wurde geheiratet. Zu diesem Zeitpunkt soll der erste Übergriff durch den Mann schon stattgefunden haben: Bei einem heftigen Streit habe er ihr mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen, so die Anklage – so stark, dass Teile dessen anschwollen.

Beim nächsten Streit Ende Oktober soll der 25-Jährige seine frisch Angetraute erst zu Boden geschubst, dann gegen den Kopf geschlagen und in den Rücken getreten haben. Die Nebenklägerin erlitt dabei eine Fraktur des Kreuzbeins.

 Der erste angeklagte Vergewaltigungsfall soll sich wenige Tage später abgespielt haben, noch in der selben Nacht – nachdem er Alkohol getrunken hatte – die zweite. Flankiert mit der Todesdrohung soll sich am 10. November die dritte Vergewaltigung zugetragen haben. Jeder einzelne Geschlechtsverkehr habe gegen den erkennbaren Willen der Nebenklägerin stattgefunden, betonte der Staatsanwalt. Der Strafrahmen für eine Vergewaltigung beginnt bei zwei Jahren Haft.

Nebenklägerin verlässt Saal

Auf eigenen und auf Wunsch der Vorsitzenden Richterin verließ die Nebenklägerin nach der Anklageverlesung den Saal. Sie soll Mittwoch, am zweiten Verhandlungstag, befragt werden. So bekam die Frau nicht mehr mit, dass der Angeklagte über seinen Verteidiger die Einvernehmlichkeit des Geschlechtsverkehrs zwischen den inzwischen geschiedenen Eheleuten betonte.

Zu den angeklagten Misshandlungen führte der Anwalt aus, dass dem 25-Jährigen bei der ersten Auseinandersetzung „vielleicht die Hand ausgerutscht“ sein könne, das Opfer aber davon keine Verletzungen davongetragen hätte. Dagegen habe sie ihm in anderen Situationen mehrfach zwischen die Beine getreten.

Die Aussage der Nebenklägerin wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, deutete die Richterin bereits an. Nicht ausgeschlossen ist, dass dieser Ausschluss auch während der weiteren Beweisaufnahme aufrechterhalten wird.


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