Bauen und Klimaschutz Grüne Hausnummer schmückt sanierten Bauernhaus-Altbau

Grüne Hausnummer 2 am Strohpadd: (von links) Heiderose und Günther Runge sowie Klimaschutzmanager Lars Gremlowski berichten von der Altbausanierung in Heide. Foto: Reiner HaaseGrüne Hausnummer 2 am Strohpadd: (von links) Heiderose und Günther Runge sowie Klimaschutzmanager Lars Gremlowski berichten von der Altbausanierung in Heide. Foto: Reiner Haase

Heide. Am Strohpadd in Heide ist eine von nunmehr neun grünen Hausnummern in der Gemeinde Ganderkesee zu finden. Familie Runge hat ihr altes Bauernhaus von Grund auf umgebaut und energiesparend saniert. Die grüne Hausnummer zeigt, dass Kriterien des Klimaschutzes vorbildlich erfüllt worden sind.

Rechts, links, vorne, hinten, ober und unten: Wo immer sich der Besucher im Haus Strohpadd 2 in Heide befindet, ist er von vorbildlich energiesparenden Bauelementen umgeben. "Wir haben dick aufgetragen", blickt Hausherr Günther Runge auf die grundlegende Sanierung des jahrhundertealten ehemaligen Haupthauses eines Bauernhofs zurück. Mit seiner Frau Heiderose teilt er die Gewissheit, dass sich der Aufwand gelohnt hat. "Wir zahlen ein Drittel weniger Verbrauchskosten", berichtet die Frau des Hauses. Obendrauf hat es inzwischen die grüne Hausnummer gegeben, eine Auszeichnung für besonders energieeffiziente Wohngebäude im Landkreis Oldenburg.

30. grünes Schild

Manuela Schöne, die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, hat die Aktion "Grüne Hausnummer" vor gut zwei Jahren angeschoben. Laut Lars Gremlowski, Schönes Kollege im Ganderkeseer Rathaus, sind in den ersten beiden Jahren kreisweit 30 Neubau- und Sanierungsobjekte ausgezeichnet worden, neun davon in der Gemeinde Ganderkesee.Sanierte Altbauten wie der der Runges und Mehrfamilienhäuser seien deutlich unterrepräsentiert. "Wir wissen, dass es viel mehr auszeichnungsfähige Gebäude als Bewerbungen gibt", so Gremlowski. Er weist darauf hin, dass die Anträge für den Wettbewerb 2019 bis Ende August eingereicht sein müssen. "Die Unterlagen können von der Internetseite des Landkreises heruntergeladen oder bei mir abgeholt werden", erklärt der Klimaschutzmanager.

Gesprächsstoff geliefert

Hinter der Aktion "Grüne Hausnummer" steht laut Gremlowski die Devise "Tue Gutes und rede drüber". Er ist überzeugt, dass das Schildchen die Runges und andere Ausgezeichnete noch jahrelang mit Nachbarn und Passanten in Gespräche über den Klimaschutz bringen wird. "Und die Verleihung war eingebettet in eine schöne Feier im Kreishaus mit leckerem Essen", fügt Günther Runge verschmitzt lächelnd hinzu.

Isoliert und effektiv beheizt

Auszeichnungswürdig sind laut Faltblatt der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachen Neubauten, die den KfW-Standard 55 erfüllen oder übertreffen, sowie sanierte Altbauten, wenn mehrere Maßnahmen gebündelt sind. Es muss nicht so "dick" aufgetragen werden wie bei den Runges. Nur die Grundmauern sind dort stehen geblieben, das Haus wurde komplett entkernt und für Garagen und eine Wohnung unten sowie zwei Wohnungen oben neu aufgeteilt. Der Boden ist metertief herausgenommen und neu verfüllt worden. Unterm Dach gibt es nun eine dicke Isolierschicht. "Wir haben separate und effiziente Heizungen für jede der drei Wohnungen", erklärt der Hausherr. Für die Dreifachverglasung ist der Wunsch nach Sprossenfenstern aufgegeben worden. Komplettabriss und Neubau, wie von Nachbarn vorgeschlagen, kam für Günther Runge nicht in Frage: "In diesem Haus bin ich vor 70 Jahren geboren worden."


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