Campen in der Wildeshauser Geest Auecamp in Wildeshausen wird schrittweise belebt

Für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte hat Achim Breuer auf dem Campingplatz Auecamp moderne Versorgungssäulen installieren lassen. Foto: Reiner HaaseFür Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte hat Achim Breuer auf dem Campingplatz Auecamp moderne Versorgungssäulen installieren lassen. Foto: Reiner Haase

Wildeshausen. Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte finden im Auecamp in Wildeshausen einen Stellplatz. Seit der Wiedereröffnung des Campingplatzes nahe der Autobahn 1 zum Saisonstart 2019 haben die ersten Dauercamper den Stellplatz für den Wohnwagen fest gebucht. Hinzu kommen Durchreisende mit Wohnmobilen und Zelten.

Zwei Jahre nach der Übernahme des Campingplatzes in der Wildeshauser Bauerschaft Aumühle zieht Mitbesitzer Achim Breuer ein positives Fazit. "Wir haben im Auecamp richtig was geschafft. Wir haben die Ausstattung so, dass wir sie Campern guten Gewissens anbieten können", sagt Breuer mit Blick auf das aufgeräumte, allerdings noch spärlich genutzte Gelände an der Ahlhorner Straße.

Dauercamper und Durchreisende

Ein Dutzend Dauercamper hat sich seit dem Saisonstart mit dem Wohnwagen im Auecamp niedergelassen. Hinzu kommen – vor allem rund um die Wochenenden – Durchreisende: Skandinavier auf dem Weg nach Süden und aus der Gegenrichtung vor allem Franzosen und Camper aus den Benelux-Ländern. "Häufig sind das Wohnmobile auf dem Weg zum Stellplatz der Stadt am Krandelbad", berichtet Breuer, "sie sehen unsere Anlage und sparen sich die Kilometer von der Autobahn in die Stadt." Das ist gut fürs langsam anlaufende Geschäft, weist für Breuer aber auf ein Problem hin: "Das Auecamp hat in Camperkreisen noch keinen Namen. Wir müssen ins Ranking der Campingportale im Internet kommen."

Start auf Chaos-Gelände

Rückblende auf 2016: Der Landkreis Oldenburg verfügt die Schließung des Campingplatzes in Aumühle. Das Zubauen von Stellplätzen, das Versperren von Rettungswegen, die Mängel im Brandschutz und die Abfallprobleme werden nicht mehr hingenommen. Das weckt das Interesse von Achim Breuer, Ulrike Brendel und Mike Fried, die schon länger Campingplatzbetreiber werden wollen, aber das geeignete Gelände bis dahin nicht gefunden haben. 2017 beantwortet der Landkreis eine Bauvoranfrage positiv, und das 6,7 Hektar große Gelände wird erworben. Erster Schritt ist das totale Abräumen des Geländes bis auf einen Apfelbaum und das Dusch- und WC-Haus, das zwar mit abgängigen Installationen ausgestattet ist, aber noch eine ordentliche Bausubstanz aufweist. Der neue Name "Auecamp" wird geprägt und im Internet etabliert. Mit Teilgenehmigungen beginnen die Aufbauarbeiten.

Ab in den Untergrund

2018, das war das Jahr ausgiebiger Buddelei. Die stinkende, weil überlastete Pflanzenkläranlage wird geschlossen, der Campingplatz erhält erstmals einen Kanalanschluss. Neue Wege zu den neu zugeschnittenen Parzellen werden hergerichtet. "Für die Abwasserkanäle und die Versorgungsleitungen haben wir 1,5 Kilometer lange Gräben gebuddelt", berichtet Breuer.

Die Wiederbelebung mit Sauerstoff ist fortgeschritten: Mike Fried (links) und Achim Breuer am Sandstrand des idyllischen Sees am Auecamp. Foto: Reiner Haase


Parallel zu den Buddeleien auf dem eigentlichen Campinggelände wird frühzeitig die Wiederbelebung des Sees an der Aue gestartet.  "Er war von herabgefallenem Laub verschlammt", blickt Breuer zurück. Baggern ging in dem ökologisch sensiblen Gelände nicht. Also wurden auf Rat einer Biologin und in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde mit eingeblasenem Sauerstoff Selbstreinigungskräfte mobilisiert. "Heute berichtet niemand mehr, dass er in Schlamm geraten ist", erzählt Breuer. Die Sauerstoffzufuhr läuft trotzdem weiter. Mit 100 Kubikmetern Sand wurde ein kleiner Strand aufgeschüttet, ohne wertvollen Uferbewuchs zu gefährden.

30 Versorgungssäulen

Inzwischen stehen mehr als 30 moderne Versorgungssäulen für den Anschluss von jeweils vier Parzellen auf dem Campingplatz. Neben dem Abwassereinlauf sind sie mit Anschlüssen für Frischwasser, Strom und Gas ausgestattet. Internet- und Fernsehsignale werden per Glasfaserkabel zu den Säulen geleitet.

Mobile Badezimmer

Gar nicht in Breuers Sinn ist es, dass das Sanitärhaus zwar äußerlich in Schuss, aber nicht ausgestattet ist. Für einen so kleinen Auftrag finde er keinen Fliesenleger und keinen Heizungsbauer mit akzeptabler Preisvorstellung. Drei Sanitärcontainer sind die Zwischenlösung, adrett und komplett mit Dusche, WC und Waschbecken ausgestattet. "Später kann ich sie Campern als Privatbadezimmer anbieten", schaut der Campingplatzbetreiber nach vorn, "sie können mit dem Gabelstapler von Ort zu Ort gebracht werden."

Weitere Pläne in der Schublade

"Es wird Jahre dauern, bis alles so ist, wie es uns vorschwebt", hat Breuer schon vor zwei Jahren gesagt. "Es geht Schritt für Schritt voran", sagt er jetzt. Die Pläne für eine Ferienhaussiedlung westlich im Anschluss an das Stellplatzgelände ruhen erst einmal in der Schublade. "Dafür muss der Bebauungsplan geändert werden", erklärt Breuer. Erstmal ein weiterer kleiner Schritt: Biergartengarnituren sind angeschafft, hinter dem Haupthaus an der Ahlhorner Straße gibt es einen Getränkeausschank und kleine Imbisse.



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