Gemeinde investiert kräftig Viel Geld für digitale Zukunft der Oberschule Ganderkesee

Sieglinde Jahn, Leiterin des Fachdienstes Schulen, Sport und Jugend, und Schulleiter Ingo Voss (links) zeigten der FDP-Fraktion, wie die Digitalisierung an Ganderkesees Schulen anläuft. Foto: Birgit StamerjohannsSieglinde Jahn, Leiterin des Fachdienstes Schulen, Sport und Jugend, und Schulleiter Ingo Voss (links) zeigten der FDP-Fraktion, wie die Digitalisierung an Ganderkesees Schulen anläuft. Foto: Birgit Stamerjohanns

Ganderkesee. Die Ganderkeseer FDP-Fraktion hat die Oberschule Am Steinacker besucht, um sich über die dortige Digitalisierung zu informieren.

Im F-Trakt ist das digitale Zeitalter schon fast angekommen. Aus den Decken hängen Kabelstränge, die noch fertig verlegt werden müssen. Bei der Sanierung hat sich herausgestellt, dass die Oberschule Ganderkesee noch mit zweiadrigen Leitungen ausgestattet ist – denkbar ungeeignet für vernetztes Arbeiten und verstärkte Internetnutzung.

Aber bald, ist Schulleiter Ingo Voss optimistisch, steht hier der Digitalisierung der Klassenzimmer nichts mehr im Wege. Zunächst sollen die Räume, in denen bisher in aller Regel eine grüne Schultafel und ein Overhead-Projektor vorhanden sind, mit Beamer und Bluetooth ausgestattet werden. Aber mittelfristig möchte Schulleiter Voss sogenannte Active Panels anschaffen: „Das sind digitale Fernseher, auf denen man wie auf einer Tafel schreiben kann, die sich aber auch mit anderen Geräten vernetzen lassen“, so Ingo Voss. Ein Schüler kann beispielsweise das, was er auf dem Laptop erarbeitet hat, auf das Active Panel spielen und so der ganzen Klasse zeigen. 

Knappe Million Euro aus dem Digitalpakt der Bundesregierung

Die Gemeinde Ganderkesee erhält eine knappe Million Euro aus dem Digitalpakt der Bundesregierung, dazu kommen noch Gelder aus dem eigenen Haushalt. Durch eine enge Zusammenarbeit der Grund- und Oberschulen in der Gemeinde sollen die Schüler möglichst früh und konstant an digitales Lernen herangeführt werden und auf eine gute Ausstattung in den Schulen zurückgreifen können.

470 Schülerinnen und Schüler an Computern 

An der Oberschule Ganderkesee legen die Pädagogen viel Wert darauf, dass ihre rund 470 Schülerinnen und Schüler mit Computern gut umgehen können und das Internet sinnvoll nutzen. Bereits in Klasse 6 lernen die Kinder, wie man Excel-Tabellen oder eine Power-Point-Präsentation erstellt.

Fakt ist: Die Jugendlichen sind in der digitalen Welt groß geworden. „In diesem Bereich hängen wir Erwachsenen hinterher“, bringt es Ingo Voss auf den Punkt, „die Jugendlichen können Laptops oder Active Panels bedienen wie wir ein Telefon.“ Daher gehe es ihm zunächst darum, die Kollegen zu schulen und Fortbildungen für die Lehrer anzuschieben.

Das findet auch Sieglinde Jahn, die Fachdienstleiterin für den Bereich Schulen in der Gemeinde, wichtig. Immerhin kostet beispielsweise ein Active Panel bis zu 8000 Euro und es sollte im Unterricht optimal eingesetzt werden können. Gerade für ältere Kollegen ist die Digitalisierung eine echte Herausforderung, die sich aber lohnt, wie auch die Ganderkeseer FDP-Ratsfrau Marion Daniel findet: „Unsere Schüler müssen mit einer vernünftigen Ausbildung ins Berufsleben gehen, und die Neuen Medien gehören unbedingt dazu.“

Ganz wichtig ist Schulleiter Voss: „Keinem Schüler entstehen Nachteile, wenn es im Elternhaus keinen Computer gibt.“ Zum einen haben die Ganderkeseer Oberschüler die Möglichkeit, einen schuleigenen Rechner zu nutzen, zum anderen wird auch in Zukunft das digitale Lernen nur einen Teil des Unterrichts und der Hausaufgaben ausmachen. Der Einsatz von Computern, Laptops, Beamern und anderer Technik sei schließlich kein Allheilmittel: „Ein gutes Buch und einen guten Lehrer können die Geräte nicht ersetzen!“ Auch das Schreiben mit der Hand findet Voss nach wie vor wichtig, schließlich schule es die Feinmotorik.

Wann die digitale neue Welt in der Oberschule Wirklichkeit wird, steht noch nicht fest, aber: „Noch in diesem Jahr sollen die ersten Geräte in den Schulen stehen“, verspricht Sieglinde Jahn. Bis dahin müsste dann allerdings auch schnelles Internet am Ganderkeseer Campus vorhanden sein – die Ausschreibung für das Glasfaserkabel läuft schon.


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