Kulturhof Hude Kulturhof Hude als offenes Haus für alle Generationen

Der Kulturhof Hude ist Anlaufstelle für Menschen allen Alters: unten spielen Kinder im Café Bobbycar, oben arbeiten Senioren am Computer. Foto: Reiner HaaseDer Kulturhof Hude ist Anlaufstelle für Menschen allen Alters: unten spielen Kinder im Café Bobbycar, oben arbeiten Senioren am Computer. Foto: Reiner Haase

Hude. Der Kulturhof Hude hat sich zu einem Treffpunkt für Menschen allen Alters entwickelt. Die Gemeinde strebt nun die Anerkennung als echtes Mehrgenerationenhaus an. Ein Zuschuss des Bundes soll zusätzliche Qualität ins Haus holen.

Mitglieder des Senioren-PC-Clubs scherzen und spielen mit Eltern und Kindern des "Cafés Bobbycar": Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew hat jüngst bei einem Besuch des Kulturhofs zufrieden festgestellt, dass die Einrichtung an der Parkstraße, vor rund 40 Jahren als Jugendzentrum gegründet, unter der Leitung von Anja Peters das Profil eines Hauses für Menschen allen Alters geschärft hat. Jetzt sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden: Der Ausschuss für Jugend, Gesellschaft und Soziales fordert die Verwaltung mit parteiübergreifend einstimmigem Votum auf, die Voraussetzungen für die Anerkennung als echtes Mehrgenerationenhaus zu ermitteln.

Fördergeld im Blick

Im Wissen um ein Förderprogramm des Bundes für Mehrgenerationenhäuser hat Bürgermeister Lebedinzew selbst die aktuelle Diskussion angestoßen. Wenn Fördergeld bewilligt wird, zahlt der Bund vier Jahre lang jeweils 30.000 Euro Zuschuss. Die nächste Förderperiode beginnt 2021; der Antrag muss bis September 2020 komplett formuliert und eingereicht sein. Zwei Hürden sind vor Ort zu meistern: Der Huder Gemeinderat und auch der Kreistag müssen davon überzeugt werden, das Getriebe des Mehrgenerationenprojekts mit jeweils 5000 Euro jährlich zu schmieren.

Der Kulturhof in Hude soll zu einem Generationen-Haus werden. Foto: Melanie Hohmann


Kulturhof-Leiterin Peters berichtet, dass sich in dem ehemaligen Bauernhaus pro Woche im Durchschnitt 400 Menschen zu Veranstaltungen unterschiedlichster Art treffen. Die nächste größere Veranstaltung ist am Sonnabend, 15. Juni, ab 19.30 Uhr ein Abend mit dem Ensemble "ChanSon"; auf dem Programm stehen Lieder, Schlager, Gedichte und Anekdoten von Bertolt Brecht, Robert Gernhardt, Georg Kreisler, Kurt Tucholsky und anderen. Neben Veranstaltungen dieser Art gibt es Alltägliches wie eine Fahrradwerkstatt, eine Hausaufgabenhilfe, Beratungsstunden für junge Menschen und Migranten, Malen, Zeichnen und kreatives Stricken, Kickerstunden und einen Mädchentreff, den PC-Club, Chorproben und mehr.

Gemischte Besucherstruktur

Die offene Jugendarbeit der Anfangsjahre gibt es auch noch, aber nicht mehr im Ausmaß der frühen 1980-er Jahre. Das hängt auch damit zusammen, dass die Schule sich verändert hat und nicht mehr mit dem letzten Gong um 13.15 Uhr endet. "Das Freizeitverhalten der Jugendlichen hat sich verändert", stellt Kulturhof-Leiterin Peters fest. In der Schar der Besucher allen Alters ist jeder sechste der Jugend zuzuschlagen.

Von Netzwerk profitieren

Peters steht hinter der nun in die Ratspolitik getragenen Idee des Bürgermeisters, die Anerkennung als Mehrgenerationenhaus anzustreben. Weil die Mehrgenerationenhäuser miteinander vernetzt sind, erhofft sie sich auch Anregungen dafür, wie der Alltag in ihrem Haus klarer strukturiert werden kann.  In der Sitzung des Fachausschusses hat sie angeregt, die Mehrgenerationenhaus-Koordinatorin Ute Müller nach Hude einzuladen.


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