Parkplatzrempler vor Gericht Nach Unfallflucht in Wildeshausen droht Fahrverbot

Von Ole Rosenbohm

Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaSymbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Wildeshausen. Unfallflucht wird oft schwer bestraft – Fahrverbot inklusive. Doch im Fall einer angeklagten 48-jährigen Dötlingerin durfte die Unfallfahrerin aufatmen.

Das Amtsgericht Wildeshausen stellte ihr Verfahren wegen vorsätzlichen Entfernens vom Unfallort ohne Auflagen ein. Die Frau – bisher unbescholten im Straßenverkehr – hatte vergangenen Juli auf dem Famila-Parkplatz in Wildeshausen beim Rückwärtsfahren mit ihrem Wagen ein anderes Auto rechts hinten leicht touchiert. Danach hatte sie ihr Auto wenige Meter entfernt geparkt und war weggegangen.

2000 Euro Sachschaden

Der von der Versicherung beglichene Schaden: 2000 Euro. Der „objektive Sachverhalt“, sagte ihr Verteidiger, sei unstrittig, der „subjektive“ allerdings werde nicht eingeräumt. Denn die Angeklagte will vom kleinen Stoß nichts mitbekommen haben, sagte sie aus, sie habe das Radio laufen gehabt. Gericht und Staatsanwaltschaft glaubten ihr, weil auch weitere Indizien ihre Darstellung unterstützten. So sagten zwei in ihren nahen Autos sitzende Zeuginnen aus, selber kein Geräusch wahrgenommen zu haben. Zudem sei die Unfallfahrerin auf direktem Weg in den Markt gegangen – ohne sich mögliche Schäden an ihrem oder dem getroffenen Wagen anzusehen. Eine Verurteilung wäre teuer geworden. Neben einer Geldbuße hätte die Angeklagte mit einem mehrmonatigen Fahrverbot rechnen müssen, womit sie vermutlich ihre Arbeitsstelle hätte aufgeben müssen. Weil ihr kein Vorsatz nachzuweisen war, stimmten Richterin und Staatsanwalt für Einstellung. Die Prozesskosten übernimmt ihre Rechtsschutzversicherung. 


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