Leitplanken werden ausgetauscht Schutz vor schweren Unfällen auf A 1 bei Wildeshausen

Auf der A 1 zwischen Wildeshausen-West und -Nord werden „Super-Rail“-Leitplanken auf dem Mittelstreifen montiert. Foto: Niklas GolitschekAuf der A 1 zwischen Wildeshausen-West und -Nord werden „Super-Rail“-Leitplanken auf dem Mittelstreifen montiert. Foto: Niklas Golitschek

Wildeshausen. Auf der Autobahn 1 bei Wildeshausen müssen Autofahrer derzeit die nächste Baustelle passieren. Die Arbeiten sollen die Verkehrssicherheit erhöhen. Dass in dem Bereich nur mit 40 Kilometern pro Stunde gefahren werden darf, liegt auch an einer neuen Vorschrift.

Seit einigen Tagen stockt der Verkehr auf der Autobahn 1 zwischen Wildeshausen-West und Wildeshausen-Nord. Der Grund: Die Schutzplanken auf dem Mittelstreifen werden erneuert. 

Auf einer Strecke von sieben Kilometern werden die alten, einfachen Distanzschutzplanken durch sogenannte „Super-Rail“-Schutzplanken beidseitig ersetzt. „Das erhöht die Aufhaltestufe und verhindert Durchbrüche“, sagt Elena Bauer von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Geschäftsbereich Oldenburg. Wenn ein Lastwagen bei einem Unfall auf die Gegenfahrbahn gerät, seien das die schlimmsten Unfälle.

Auf der A 1 höchstes Verkehrsaufkommen 

Da die Autobahn 1 das höchste Verkehrsaufkommen im Geschäftsbereich aufweise, habe die Behörde auf diese Abschnitte einen Fokus gelegt. Die Stahlschutzplanken erfüllen die derzeit höchste Schutzstufe H4b und sollen selbst den Durchbruch eines 40-Tonnen-Sattelzuges verhindern. Die Gesamtkosten dafür beziffert Bauer auf etwa 1,8 Millionen Euro.

Angestrebt wird Bauer zufolge, dass langfristig der gesamte Autobahnbereich solche „Super-Rail“-Schutzplanken erhält – auch an den Seiten. Im Oldenburger Bezirk seien auf dem Mittelstreifen auch schon fast alle Bereiche mit den Metallschutzplanken ausgestattet. Die weitere Umrüstung werde allerdings erst in den kommenden Jahren Stück für Stück passieren.

„Für 2019 ist wegen anderer Baumaßnahmen nicht weiter geplant“, führt sie aus. Das würde sonst den Verkehr zu sehr beeinträchtigen. Deutlich langsamer müssen Autos und Lastwagen bereits jetzt schon im Baustellenbereich fahren: Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 Kilometern pro Stunde. Das liege auch an einer neuen Vorschrift, nach der maximal 50 Kilometer pro Stunde gefahren werden dürfen, wenn die Baustelle ohne Schutzwand gesichert ist.

Für die Erneuerung der Schutzplanken kommt lediglich eine Bakenkette zum Einsatz. Es gebe Überlegungen, in der baufreien Zeit die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 Kilometer pro Stunde anzuheben.

Einschränkungen im Verkehrsfluss 

Mit Einschränkungen im Verkehrsfluss müssen Autofahrer in dem Autobahnabschnitt noch voraussichtlich bis Ende Juli rechnen. Drei Monate sind für die Arbeiten eingeplant und aktuell kommt es zu Verzögerungen; allerdings war der Beginn auch erst für den 24. April vorgesehen und wurde nun schon vorverlegt. „Wir haben Probleme mit dem Fundament gehabt“, erläutert Bauer. Nach Plan hätten die Schutzeinrichtungen an Pfeilern angedübelt werden sollen, an die komme man allerdings wegen der Zementverfestigung nicht ran. Dafür müsste nun alles aufgeschnitten und rausgebrochen werden. „Das wäre aufwendig und mit immensen Kosten verbunden“, sagt Bauer. Abhilfe sei jedoch schon gefunden: Die Schutzplanken werden nun im gesamten Bereich auf Streifenfundamenten befestigt. Für diese Arbeiten hätte man jedoch kurzfristig ein Unternehmen finden müssen, auch der Beton müsse austrocknen. Daher komme es zu den Verzögerungen. Bis Ende Juli sollen die Arbeiten aber beendet sein.


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