Appell des Nabu Ganderkesee Katzen sollen in Brut- und Setzzeit im Haus bleiben

Natürlicher Jagdtrieb: Katzen können während der Brut- und Setzzeit zwar nicht wie Hunde an die Leine genommen werden. Sie sollten, wenn es nach dem Nabu geht, in dieser Zeit möglichst im Haus bleiben. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpaNatürlicher Jagdtrieb: Katzen können während der Brut- und Setzzeit zwar nicht wie Hunde an die Leine genommen werden. Sie sollten, wenn es nach dem Nabu geht, in dieser Zeit möglichst im Haus bleiben. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Ganderkesee. Hunde gehören während der Brut- und Setzzeit an die Leine. Der Nabu appelliert jetzt außerdem an Katzenhalter, ihre Tiere im Haus zu lassen.

Katzen können zwar nicht so wie Hunde während der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis zum 15. Juli an die Leine genommen werden. Trotzdem appelliert der Naturschutzbund (Nabu) an Katzenhalter, ihre Tiere in dieser Zeit nur im Haus zu halten oder, wenn das nicht umzusetzen ist, sie nur unter Aufsicht und zeitlich eng begrenzt aus dem Haus zu lassen. Darauf hofft Volker Kropik, stellvertretender Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Ganderkesee.

Kropik: Katzen plündern Nester

"Auch wenn die Katzen sehr gut ernährt sind, werden sie ihrem angeborenen Jagdtrieb folgen", erklärt Kropik. Es sei bekannt, dass Katzen Nester plündern und dass vor allem ungeübte Jungvögel leichte Beute für sie sind. 

"Glöckchen wenig sinn sinnvoll"

Wenig sinnvoll sei es, der Katze ein Glöckchen umzuhängen. "Nur gesunde, erwachsene Vögel werden durch das Klingeln gewarnt, Jungvögel, Amphibien, Schmetterlinge und andere Tiere aber nicht", sagt Kropik. Sie würden auch mit der Glocke am Halsband der Katze besonders leicht Beute. Katzenfreunde machten darüber hinaus auch deutlich, "dass ein Glöckchen für die Katze eine Tortur ist". 

Sechs Millionen Katzen als Freigänger

In Deutschland leben laut Kropik mehr als sieben Millionen Hauskatzen, von denen geschätzte sechs Millionen überwiegend sogenannte Freigänger sind. Katzen würden zwar zum größten Teil Mäuse jagen und töten, aber auch Vögel würden zu 30 Prozent zu den Beutetieren der Hauskatze gehören. Über die Höhe der Vogelopfer gebe es unterschiedliche Aussagen. In jedem Fall liege ihre Zahl im zweistelligen Millionenbereich. Die meisten  erbeuteten Vögel kämen aus den Reihen der Singvögel wie  Amsel, Buchfink, Sperling und Meise. Kommentar von Kropik: "Jeder tote Vogel in den Fängen einer Katze ist betrüblich und gibt Anlass zu Kritik." Weil viele Katzenhalter aber auch Vogelfreunde seien, bestehe die Hoffnung, "dass dieser Appell in vielen Haushalten gehört und befolgt wird", so der stellvertretende Nabu-Vorsitzende.

"Angeleinte Hunde stören Wildtiere nicht"

In der Brut- und Setzzeit brüten die Vögel und Wildtiere bringen ihre Jungen zur Welt. Kropik zufolge stören nicht angeleinte Hunde Wildtiere und Vögel bei der Aufzucht ihrer Jungen. Nester würden im Stich gelassen und Vogeleier erkalten, oft werde die Brut aufgegeben. "Viele Hundebesitzer kennen diese Gesetzesvorgabe und respektieren sie auch. Das ist sehr erfreulich. Angeleinte Hunde, wenn sie an der kurzen Leine geführt werden, sind keine Beeinträchtigung der Wildtiere und Vögel" betont Kropik. 



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