8,7-Millionen-Euro-Projekt So sieht es auf der Freibad-Baustelle in Ganderkesee aus

Im Ganderkeseer Freibad werden derzeit unter anderem die Wände für das Schwimmerbecken gegossen. Bäderchef Henry Peukert hofft, dass zum Jahresende alles fertig sein wird. Foto: Thomas DeekenIm Ganderkeseer Freibad werden derzeit unter anderem die Wände für das Schwimmerbecken gegossen. Bäderchef Henry Peukert hofft, dass zum Jahresende alles fertig sein wird. Foto: Thomas Deeken 

Ganderkesee. Auf der Baustelle des Freibads in Ganderkesee wird an allen Ecken und Enden gearbeitet. Bis Ende des Jahres soll das 8,7-Millionen-Euro-Projekt fertig sein. Wie es dort aussieht, zeigt ein Rundgang mit Bäderchef Henry Peukert.

An der Ecke liegen dicke und dünne Rohre, durch die später mal unterirdisch jede Menge Wasser fließt. Beim Nichtschwimmerbecken ist ein riesiger blauer Schwallwasserbehälter für überlaufendes Wasser aufgestellt worden. Für das große Schwimmerbecken werden gerade die neuen Wände samt Beckenkopf und Überlaufrinne hochgezogen. Die Schräge beim Sprungbecken wird neu modelliert. Und wo genau das neue Kursbecken sein wird, kann man auch schon sehen. Überall auf der großen Freibad-Baustelle am Heideweg in Ganderkesee wird gemessen und gesägt, gebuddelt und gegossen, damit das Bad bis zum Jahresende fertig wird. "Für mich kann es gar nicht schnell genug gehen", sagt Bäderchef Henry Peukert. Doch Grund zum Antreiben hat er nicht: Alles laufe nach Plan.


Beim Gang über die Baustelle ist Peukert voll in seinem Element. "Das ist genau mein Ding", betont er, als er über die vielen Details berichtet. Über die Speicher und Filterbehälter, die schon installiert sind. Über die künftig dreimal so großen Einströmdüsen für eine bessere Wasserqualität. Und darüber, dass die Becken in Zukunft einzeln betrieben werden können, sodass es später durchaus möglich wäre, das Schwimmerbecken schon frühzeitig im Jahr zu öffnen, während Kinder- und Sprungbecken noch geschlossen bleiben.

Alles nach den neuesten Richtlinien für den Bäderbau

Die gesamte Sanierung läuft Peukert zufolge nach den neuesten Richtlinien für den Bäderbau, alles modern, alles technisch auf dem aktuellsten Stand, alles energieoptimiert. Früher hätten sich auch mal Algen auf dem Beckenboden abgesetzt. Da sei die Umwälzung des Wassers nicht optimal gewesen. Doch das sei dank der neuen Technik Geschichte. Außerdem werde das Folienbecken eine glatte Fläche erhalten, sodass es besser gereinigt werden könne.

Jede Menge Rohre für den Wasserkreislauf werden auf dem Freibadgelände verbuddelt. Foto: Thomas Deeken


Dass das Projekt so weit fortgeschritten ist, sei unter anderem dem Wetter zu verdanken. "Es gab nur 14 Tage Frost. Da konnten wir draußen nichts machen. Allerdings wurde im Keller an den technischen Betriebsräumen weitergearbeitet", erklärt der Bäderchef. Großes Lob gibt er auch an die Fachplaner, Architekten und Handwerker auf der Baustelle weiter. Es gebe jede Woche Baubesprechungen, manchmal vier bis fünf Stunden lang, um das Vorgehen abzusprechen und zu optimieren. 

Das Freibad wird später auch einen anderen Eingangsbereich erhalten. Foto: Thomas Deeken


Froh ist Peukert auch darüber, dass es nach wie vor bei den angenommenen Kosten von 8,7 Millionen Euro geblieben sei. Einige Gewerke seien zwar teurer geworden als zunächst gedacht, andere seien dagegen günstiger. Außerdem freue er sich darüber, dass es einen "LEADER"-Zuschuss in Höhe von 75.000 Euro für Lifter und Hubboden im neuen Kursbecken gibt.

Hallenbad bleibt im Sommer geöffnet

Also alles im Lot? Nicht ganz. Denn Peukert blickt "mit einem lachenden und einem weinenden Auge" auf das Projekt. Er sei einerseits froh über die Sanierung, andererseits bedaure er, dass er den Bürgern in diesem Jahr kein Freibad anbieten könne. Zwar werde das Hallenbad nicht – wie sonst im Mai – geschlossen, sondern durchgehend geöffnet sein. "Ich weiß aber auch, dass ein Bad in der Halle keine hohe Aufenthaltsqualität bietet", so der Bäderchef. Er muss in diesem Jahr die Kröte schlucken, dass die Ganderkeseer in diesem Sommer entweder zu den Seen, nach Harpstedt oder möglicherweise auch nach Wildeshausen ausweichen. "Dafür haben wir dann ab nächstem Jahr mindestens für die nächsten 25 Jahre einen durchgehenden Betrieb", so Peukert. 

Die Wände für das neue Kursbecken stehen schon, sagt Bäderchef Henry Peukert. Nächste Woche soll die Decke gegossen werden. Foto: Thomas Deeken


Eröffnung des Bades soll dann im Frühjahr 2020 sein. Das Kursbecken sollte allerdings schon früher geöffnet sein. Peukerts Wunsch: möglichst im Januar, um dann schon Kurse vom Schwimmunterricht bis zur Aquafitness anbieten zu können. Dann dürften allerdings keine Krankheitsfälle oder Terminverschiebungen der Gewerke dazwischenkommen.



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