Gefahrenstelle für Rollifahrer Mit Rolli kein Durchkommen am Grünen Weg in Ganderkesee

Rollstuhlfahrerin Elke Bothe wünscht sich, gefahrloser über den Grünen Weg in Ganderkesee zu kommen. Foto: Reiner HaaseRollstuhlfahrerin Elke Bothe wünscht sich, gefahrloser über den Grünen Weg in Ganderkesee zu kommen. Foto: Reiner Haase

Ganderkesee. In verkehrsreichen Zeiten leben Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator mit der Gefahr, beim Überqueren des Grünen Wegs in Ganderkesee unter die Räder zu kommen. Zwischen Famila und der Sparkasse fehlt eine sichere Querungshilfe.

Erst Geld holen bei der Sparkasse und dann einkaufen bei Famila: Für Elke Bothe ist das eine Tortur. Die Ganderkeseerin fährt solche Strecken im E-Rolli, muss den Grünen Weg überqueren, traut sich aber kaum über die Straße. „Vor allem zu den Verkehrsspitzenzeiten ist das für mich, aber auch für andere nicht so mobile Verkehrsteilnehmer unübersichtlich und gefährlich“, sagt Bothe und zeigt auf eine Frau mit Rollator, die zögerlich versucht, eine ausreichend große Lücke zwischen den vorbeirauschenden Autos zu erspähen.

Beinaheunfall erlebt

Die Rollstuhlfahrerin hat schon verschiedene Stellen zum Überqueren des Grünen Wegs ausprobiert. „Das geht nur dort, wo der Bordstein abgesenkt ist“, erklärt Bothe. An der Einmündung der Nebenstraße mit den Zufahrten zu Parkplätzen in die Grüppenbührener Straße wäre das beinahe gänzlich danebengegangen. Eine Autofahrerin, aus dem Grünen Weg kommend, habe sie so spät erkannt, dass die Stoßstange den Rollstuhl fast berührte. Tatsächlich: Der Radweg entlang der Grüppenbührener Straße ist mit roter, wenn auch stark verblasster Farbe markiert. Das Rot scheinen Autofahrer als Haltelinie zu verstehen. Der Fußweg davor ist als solcher nicht zu erkennen: Graue Pflastersteine hier wie auf dem ganzen Grünen Weg, keine zusätzliche Markierung.

Autos aus allen Richtungen

Einige Meter weiter wird’s völlig unübersichtlich. Autos aus Richtung Grüppenbührener Straße und Wittekindstraße. Autos, die vom Famila-Parkplatz kommen, von der erhöhten Parkfläche daneben oder vom LzO-Parkplatz gegenüber. Autos, die diese drei Ziele ansteuern. Hier gelangt die Rollstuhlfahrerin nur auf die andere Straßenseite, wenn Mittagsflaute herrscht oder der Feierabendverkehr abgeebbt ist.

Freie Wähler schalten Gemeinde ein

Bothe ist bei den Freien Wählern aktiv und hat die Ratsmitglieder auf diese Problematik hingewiesen. „Wir werden die Gemeindeverwaltung auffordern, Vorschläge für die Entschärfung der Situation zu entwickeln“, sagt Fraktionschef Arnold Hansen. „Wir haben Ideen, aber nichts richtig Zufriedenstellendes gefunden“, ergänzt er. Vielleicht eine Querungshilfe nahe der Zufahrt zum Neuen Markt? Da gibt es auch beiderseits abgesenkte Bordsteine, aber einen großen Umweg für Famila-Kunden auf dem Weg zur Sparkasse oder umgekehrt. Hansen schließt eine Fußgängerampel an der Einmündung Grüner Weg/Grüppenbührener Straße aus: „In der Umgebung gibt es schon allzu viele Ampeln“, stellt er fest.


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