Blick in Feinkost-Firma Geschmackserlebnisse entstehen in Ganderkeseer Manufaktur

Antje Dobrin-Stein und Frank Dobrin in ihrem Laden. 19 Senfsorten hat das Ehepaar momentan im Angebot, bald sollen auch Fruchtaufstriche dazukommen. Foto: Birgit StamerjohannsAntje Dobrin-Stein und Frank Dobrin in ihrem Laden. 19 Senfsorten hat das Ehepaar momentan im Angebot, bald sollen auch Fruchtaufstriche dazukommen. Foto: Birgit Stamerjohanns

Ganderkesee. Antje Dobrin-Stein und ihr Mann Frank Dobrin produzieren und vertreiben in Ganderkesee Senfspezialitäten, Soßen und Confits.

Beim Wiegen ist absolute Genauigkeit gefragt. „Da kommt es auch auf die dritte Stelle hinterm Komma an“, sagt Antje Dobrin-Stein, „ich muss wirklich jede Priese abwiegen.“ Schließlich dürfen die Produkte nicht nach Gefühl gewürzt werden, sondern streng nach Rezept. Nur dann schmecken die Senfsorten, die die Bookholzbergerin produziert, auch so, wie sie sollen. Antje Dobrin-Stein und ihr Mann Frank Dobrin haben einen sehr genussvollen Beruf: Das Ehepaar produziert und vertreibt Senfe. 

Genussmanufaktur „Die „Schlemmerei“ 

Deutschlandweit beliefern die beiden seit gut fünf Jahren aus ihrer Ganderkeseer Genussmanufaktur „Die „Schlemmerei“ Feinkostgeschäfte, aber auch Fleischereien und Käseläden. Antje Dobrin-Stein ist eigentlich gelernte Glas- und Porzellanmalerin, dazu noch Mutter von vier Kindern. „Unsere beiden älteren Kinder sind auf eine Privatschule gegangen, wo wir Eltern mithelfen mussten“, erinnert sich die 53-Jährige.  Sie entschied sich, zusammen mit den Schülern Marmeladen zu kochen. „Die Rezepte sind mir immer im Atelier beim Glasmalen eingefallen“, so Dobrin-Stein. Die Kreationen aus der Schulküche wurden ein Erfolg, die Marmeladen ein Verkaufshit. 

Zur richtigen Zeit gestartet

Da schlug Frank Dobrin seiner Frau vor, sich doch mit Aufstrichen selbstständig zu machen – und hängte seinerseits den Job im Arzneimittelhandel an den Nagel. „Die Aussichten in dem Beruf waren sowieso nicht rosig und so nutzten wir die Chance, noch einmal zusammen neu durchzustarten“, sagt Frank Dobrin. „Wir haben uns gedacht: ‚Wenn nicht jetzt, wann dann?‘ “ Das Ehepaar nahm sich ein Jahr Zeit, um den Traum von der Selbstständigkeit gründlich vorzubereiten. Die passenden Räume für „Die Schlemmerei“ mussten gefunden und ausgestattet werden. Im Firmensitz an der Grüppenbührener Straße gibt es jetzt nicht nur eine großzügige Küche, sondern auch einen kleinen Laden, der freitags öffnet. 

Von Anfang an banden die Dobrins das Veterinäramt mit in ihre Geschäftsidee ein, denn auch von Amtswegen muss alles seine Ordnung haben und den Hygienebestimmungen entsprechen. Und natürlich probierte das Ehepaar Rezepte aus, entwickelte Ideen und experimentierte herum.

Täglich gibt es viel zu tun in der großen Küche 

Heute steht Antje Dobrin-Stein täglich in der großen Küche und produziert Senf in verschiedenen Sorten, meistens 100 bis 300 Gläser auf einen Schlag. „Wir bereiten natürlich immer frisch zu und verwenden keine künstlichen Zusätze“, versichert die Unternehmerin. 19 Sorten haben sie und ihr Mann momentan im Angebot.

Ihr Bananen-Curry-Senf ist der Bestseller in der „Schlemmerei“. Auch sehr beliebt: der Senfkaviar, den auch Menschen mögen, die Fischeiern nichts abgewinnen können. Beim Senfkaviar werden die Körner mehrere Tage lang in einen Sud aus verschiedenen Gewürzen eingelegt. „Der Senf nimmt die Flüssigkeit auf und das ergibt einen sehr milden Geschmack und ein tolles Gefühl im Mund“, so Frank Dobrin. Der 53-Jährige ist froh, zusammen mit seiner Frau „Die Schlemmerei“ ins Leben gerufen zu haben: „Im Arzneimittelhandel hat niemand gesagt, was wir für tolle Produkte anbieten; das ist nun natürlich etwas ganz anderes!“  Wenn der kleine Laden für den Direktverkauf freitags an der Grüppenbührener Straße 36 öffnet, kommen oft Kunden zum „schnacken und probieren“ vorbei: „Manchmal bringen die uns auch auf neue Ideen für Rezepte!“ 

Bald neue Fruchtaufstriche

Künftig wollen sich Antje Dobrin-Stein und ihr Mann vermehrt um Fruchtaufstriche kümmern. Welche Sorten dann in der Küche an der Grüppenbührener Straße entstehen werden, will Dobrin-Stein noch nicht im Detail verraten, nur so viel: Kirschen- und Lakritzfans könnten bald einen neuen Lieblings-Fruchtaufstrich haben.


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