Einst als „Flintenweiber“ abgetan Schützinnen vom SV Falkenburg feiern 50-jähriges Jubiläum

Mit anderen Vereinen feierte die Damenabteilung der Schützenvereins Falkenburg ihr 50-jähriges Bestehen. Auf dem Bild mit: Lina Bande (1. Adjutantin, v.l.), Beate Dobe (Schützenkönigin), Janina Fortmann (2. Adjutantin) und Malies Lüschen (Damensprecherin). Foto: Nilklas GolitschekMit anderen Vereinen feierte die Damenabteilung der Schützenvereins Falkenburg ihr 50-jähriges Bestehen. Auf dem Bild mit: Lina Bande (1. Adjutantin, v.l.), Beate Dobe (Schützenkönigin), Janina Fortmann (2. Adjutantin) und Malies Lüschen (Damensprecherin). Foto: Nilklas Golitschek

Ganderkesee-Falkenburg. Sie haben sich in einer Männerdomäne durchgesetzt und den Sport auch für Frauen etabliert: Die Schützinnen des SV Falkenburg. Am Wochenende haben sie ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Einige Gründungsmitglieder sind noch immer dabei.

Elfriede Zielke kennt noch die Zeiten, als sie und ihre Freundinnen beim Schützenverein Falkenburg als „Flintenweiber“ verschrien waren. Als die Damenabteilung vor 50 Jahren gegründet wurde, war das Schießen noch eine strikte Männerdomäne. „Viele aus dem Dorf durften nicht hin“, erinnerte Zielke sich. Als jüngstes Gründungsmitglied musste sie mit ihren 19 Jahren damals auch noch ihren Vater um Einverständnis bitten.

Doch die Schützinnen haben sich beim SV Falkenburg durchgesetzt. Waren es anfangs nur die sieben Gründungsmitglieder, zählt die Abteilung 50 Jahre später knapp 70 Frauen. Das haben die Falkenburgerinnen am Sonnabend gemeinsam mit den anderen Schützen-Damen aus Ganderkesee in ihrem Vereinsheim gefeiert. Rund 100 Teilnehmerinnen kamen für das Jubiläum zusammen.

Gefeiert wird traditionell gemeinsam

„Wir haben auch schon das 25- und das 40-jährige Jubiläum mit den anderen Vereinen gefeiert“, sagte Lina Bande, erste Adjutantin beim Schützenverein Falkenburg. Das sei eigentlich so üblich, auch ihr Verein erhalte immer wieder Einladungen. Diese freundschaftliche Koexistenz mache durchaus Sinn, begründete Bande: „Manche sind in zwei Vereinen aktiv.“

Bande zählt beim SV Falkenburg zu den jüngeren Mitgliedern. „Wir haben inzwischen drei Generationen in unserer Abteilung. Das geht von 20 bis 70 Jahren“, erzählte sie. Für sie sei es ganz normal gewesen, mit dem Schießsport aufzuwachsen. In der Kinder- und Jugendabteilung schießen Mädchen und Jungs bis zum 18. Lebensjahr zusammen, erst danach wird nach Geschlecht getrennt. „Das hat sich gewaltig verändert“, bestätigte auch Zielke. Als sie mit dem Schießen anfing, habe Ganderkesee noch zwei Vereine gezählt. Bis nach Erichshof hätten sie damals fahren müssen, um Gegnerinnen zu finden. Auch das Freundschaftsschießen mit den Schützendamen aus Adelheide und Urneburg sei in dieser Zeit entstanden, als noch kaum Gegnerinnen gefunden worden. Das Paarschießen vor dem ersten Advent sei ebenfalls geblieben.

„Es war super, dass auch andere Vereine Damenabteilungen gekriegt haben“, bilanzierte Zielke. Insbesondere die Zugezogenen hätten die Vereine belebt und über diese Anschluss im Dorfleben gefunden. „Die Geselligkeit ist wichtig“, betonte Zielke zur Jubiläumsfeier. Für die Zukunft wünschen sie und Bande sich vor allem zwei Dinge: „Das Schießen soll so selbstverständlich bleiben und die Jugend weiter nachkommen.“ Die Nachwuchsabteilung sei derzeit groß, und auch wenn einige als Erwachsene nicht mehr aktiv dabei seien, kämen sie doch für die wichtigen Veranstaltungen wieder.


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