Feuerwehrhaus Bookholzberg Mehr als drei Millionen Euro für Feuerwehr Bookholzberg

Die Fahrzeuge der Ortsfeuerwehr Bookholzberg stehen bald unter einem neuen Dach. Visualisierung: Ingenieurbüro GlüsenkampDie Fahrzeuge der Ortsfeuerwehr Bookholzberg stehen bald unter einem neuen Dach. Visualisierung: Ingenieurbüro Glüsenkamp

Ganderkesee. Die Gemeinde Ganderkesee treibt die Planung eines neuen Feuerwehrhauses in Bookholzberg voran. Der Architekt sagt ein Kostenvolumen von mehr als drei Millionen Euro voraus.

3,2 Millionen Euro für das neue Feuerwehrhaus in Bookholzberg: Die vom Architekten Stefan Glüsenkamp genannte Summe hat den CDU-Ratsherrn Stephan Neitzel zusammenfahren lassen. „Ich bin erschrocken. Die Feuerwehr Huntlosen erhält ein ansehnliches Gebäude für 1,87 Millionen Euro“, sagte Neitzel am Donnerstagabend im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen. In Huntlosen werde, wie für Bookholzberg geplant, ein funktionales Gebäude mit vier Stellplätzen für Fahrzeuge gebaut.

Erfahrungswerte eingesetzt

„Wer die Huntloser Zahl in die Welt gesetzt hat, wird hinterher zur Rede gestellt“, prophezeite der Erste Gemeinderat Rainer Lange, „wir dürfen uns nicht in die Tasche lügen.“ Glüsenkamp ergänzte, seine Kostenschätzung beruhe „nicht auf Tabellen, sondern auf Erfahrungen aus dem Alltag“. Der Architekt aus Syke empfahl den Ganderkeseern, aufgrund der aktuellen Preisentwicklung auf dem Baumarkt zur Sicherheit 3,4 Millionen Euro einzukalkulieren.

Kostenschätzung aktualisiert

Die von Neitzel in den Raum gestellte Zahl ist tatsächlich von der Wirklichkeit überholt. Beim Richtfest in Huntlosen im Oktober 2018 bezifferte Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke die Baukosten mit 2,34 Millionen Euro. Der Neubau in Huntlosen, der im Mai bezogen werden soll, fällt mit 1253 zu 1349 Quadratmetern Bruttogrundfläche in Bookholzberg auch etwas kleiner aus.

Barrierefreies Erdgeschoss

Gleichwohl setzte auch CDU-Fraktionschef Ralf Wessel ein Fragezeichen hinter die Kosten. Jürgen Struthoff (FDP) nannte die Ausführungen des Architekten dagegen „sehr schlüssig“. Rolf Oetken (SPD) bemängelte lediglich, dass der Wellenhofsweg nur zur Hälfte, bis zur Alarmzufahrt für die Feuerwehr, ausgebaut werden soll. Susanne Steffgen (Die Linke) regte an, über einen Fahrstuhl für den zweigeschossig geplanten Bürotrakt nachzudenken. Laut Verwaltungsmitarbeiter Michael Kleinert stuft die Feuerwehr den Fahrstuhl als entbehrlich ein. Im Erdgeschoss seien alle Räume barrierefrei geplant.

Fünfter Stellplatz möglich

Mit einem klaren „Ja“ beantwortete Kleinert Struthoffs Frage, ob das neue Feuerwehrhaus um einen fünften Stellplatz erweitert werden könnte. In Kürze werde ein neuer Feuerwehr-Bedarfsplan fertig, aus dem hervorgehen werde, ob in der Gemeinde ein zusätzlicher Schlauchwagen gebraucht wird und ob er in Ganderkesee oder in Bookholzberg stationiert werden sollte.

Aussichtsturm vor dem Aus

Hinter dem Projekt „Aussichtsturm Hohenböken“ steht seit der Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses ein ganz dickes Fragezeichen. Sprecher aller Fraktionen außer der SPD signalisierten, dass sie Gesamtkosten von rund 300.000 Euro nicht mittragen wollen. Über den Vorschlag der Verwaltung, 60.000 Euro zusätzlich zu bewilligen, die bei der Neugestaltung der Stedinger Straße in Bookholzberg übrig geblieben sind, soll nun der hinter verschlossener Tür tagende Verwaltungsausschuss am kommenden Mittwoch entscheiden.

Ausgeschlagenes Geschenk

„Unser Dorfleben wird weitergehen. Wir hätten der Gemeinde aber gerne unsere Leistungen zum Gelingen des Projekts geschenkt“, sagte Hans-Joachim Wallenhorst vom Bürgerverein Hohenböken nach der Sitzung. Es gehe nicht nur um einen Turm an idealem Standort für den Blick von drei Plattformen aus auf die Geest, das Moor und die Marsch, sondern um ein sehr stimmiges Gesamtkonzept mit informativen Ausstellungen. Er habe den Eindruck gewonnen, dass nicht alle Mitglieder des Ausschusses mit dem Konzept vertraut seien.

Heizkraftwerk unstrittig

Der Ausschuss steht voll und ganz hinter dem Vorschlag, die Oberschule Ganderkesee mit einem Blockheizkraftwerk auszustatten. Die Anschluss- und Installationskosten sollen 75.000 Euro betragen und sich in dreieinhalb Jahren amortisiert haben. Diese Rentierlichkeit im Blick, wird nun auch über ein weiteres Blockheizkraftwerk für das Hallenbad nachgedacht.


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