Bewährungsstrafe verhängt Geläuterter Autoschieber aus Harpstedt kann aufatmen

Von Ole Rosenbohm

Die Landgericht Oldenburg hat einem 20-Jährigen aus Harpstedt seine Strafe zugesprochen. Foto: Peter Steffen/dpaDie Landgericht Oldenburg hat einem 20-Jährigen aus Harpstedt seine Strafe zugesprochen. Foto: Peter Steffen/dpa

Harpstedt/Oldenburg. Für seine Nebenrolle bei Autoschiebereien hat ein 20-Jähriger aus Harpstedt jetzt seine Strafe bekommen.

Für seine Fahrten mit gestohlenen Autos ohne Führerschein nach Polen bekam er nur wenige hundert Euro, von den Ermittlern wurde seine Rolle im Banden-Konstrukt der Autoschieber als die eines Gehilfen eingestuft – und vermutlich war er tatsächlich froh, als alles vorbei war: Das Landgericht Oldenburg hat einen 20 Jahre alten Harpstedter jetzt zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. 

Geständnis schon kurz nach Festnahme

Er hatte schon kurz nach seiner Festnahme die Mithilfe an den Autoschiebereien gestanden. Der 35-jährige Hauptangeklagte aus Löningen wurde zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt.

Insgesamt war der 20-Jährige – laut Geständnis und Anklage – an fünf Taten beteiligt, für die er vom Hauptangeklagten insgesamt 1600 Euro erhielt. Dieses Geld wird er nun zurückzahlen müssen.

Geflecht aus mehreren Komplizen 

Rund 20 Diebstähle wurden dem litauischen Hauptangeklagten vorgeworfen – bei ihm werden über 100.000 Euro eingezogen. Mit drei Komplizen, von denen sich zwei abgesetzt haben, hatte er unter anderem bei Autoverleihern und -verkäufern Fahrzeuge entwendet, um diese in Polen zu veräußern.

Ermittler hörten Telefone ab

Nach Aussagen der Ermittler war der in Litauen wie Deutschland vorbestrafte 35-Jährige seit September 2017 unter Beobachtung, da bei ihm im Auto bei einer Kontrolle Diebesgut aus diversen Autoaufbrüchen gefunden wurde. Die Polizei brachte ihn und seine mutmaßlichen Komplizen schnell mit einer Serie von Aufbrüchen sowie „Komplett-Entwendungen“ in Zusammenhang und begann, die Telefone der Verdächtigen abzuhören und Peilsender an ihre Autos zu befestigen. 

Diebe kopierten Autoschlüssel

Unter anderem kopierten die Diebe während Probefahrten bei Autohändlern die Schlüssel, um die Wagen dann später zu stehlen. Die Komplizen des Hauptangeklagten setzten sich dann während der Ermittlungen ab.

Am 24. April 2018 verhaftete die Polizei die Angeklagten. Der inzwischen regulär arbeitende Harpstedter kam wieder frei, der 35-Jährige blieb in Untersuchungshaft und saß zwischendurch auch Strafen aus anderen Verfahren ab, unter anderem wegen Sachbeschädigung.


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