Wirbel um Anzeigenaufträge Gericht stellt Betrugsverfahren gegen Harpstedter ein

Von Ole Rosenbohm

Mit Auflagen eingestellt hat das Amtsgericht Wildeshausen ein Strafverfahren wegen Betruges gegen einen 50-jährigen aus Harpstedt. Symbolbild: Peter Steffen/dpaMit Auflagen eingestellt hat das Amtsgericht Wildeshausen ein Strafverfahren wegen Betruges gegen einen 50-jährigen aus Harpstedt. Symbolbild: Peter Steffen/dpa

Wildeshausen . Mit Auflagen eingestellt hat das Amtsgericht Wildeshausen ein Strafverfahren wegen Betruges gegen einen 50-jährigen aus Harpstedt.

Das Schöffengericht hatte zu klären, ob der Angeklagte 17 Chefs von Unternehmen aus dem Emsland betrogen hatte, weil er ihnen etwas anderes verkauft haben soll als zuvor abgesprochen. Und das zu einem viermal so hohen Preis.

Vermeintliche Stadtplanwerbung erschien nie

Konkret war es um Annoncen gegangen, die am Rand eines Stadtplans erscheinen sollten. Der Faltplan aber erschien nicht. Stattdessen tauchte die Anzeige in einer für die Kunden uninteressanten Broschüre auf, über die die meisten der mutmaßlich Betrogenen dachten, sie werde zudem so gut wie nicht verteilt.

Der Großteil bezahlte aber die Rechnung, die nicht jährlich wie gedacht, sondern vierteljährlich bezahlt werden sollte ohnehin nicht, als ihnen der Irrtum offenbar wurde. So hatte der Angeklagte laut Anklage damals nur rund 3300 Euro eingenommen. 

Zivilklagen verhindert

Mit der Einstellung verhinderte das Amtsgericht nun weitere juristische Auseinandersetzungen zum Fall, nämlich Zivilklagen, die der Angeklagte schon eingereicht hat. Denn der Angeklagte hatte schließlich von seinen Kunden Verträge unterzeichnet bekommen, in denen vom Stadtplan keine Rede war, aber dafür der letztlich verlangte Preis notiert war. Eine drohende Klagewelle des mutmaßlichen Betrügers verhinderte das Amtsgericht nun mit der Auflage an ihn, die Zivilklagen zurückzuziehen. Zudem muss der Angeklagte 2400 Euro an die Staatskasse zahlen.


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