Rettungsdienste in Ganderkesee Brandruine bei Feuerwehr soll Übungsplatz weichen

Das Haus an der Urneburger Straße 2, unmittelbar am Ganderkeseer Feuerwehrhaus, verschwindet aus dem Ortsbild. Die Gemeinde will dem Wunsch der Rettungsdienste nachkommen, dort eine Mehrzweckfläche zu befestigen.Foto: Melanie HohmannDas Haus an der Urneburger Straße 2, unmittelbar am Ganderkeseer Feuerwehrhaus, verschwindet aus dem Ortsbild. Die Gemeinde will dem Wunsch der Rettungsdienste nachkommen, dort eine Mehrzweckfläche zu befestigen.Foto: Melanie Hohmann

Ganderkesee. Ganderkesee begräbt endgültig die Idee, auf dem Grundstück der Rettungsdienste in der Ortsmitte Wohnraum zu schaffen. Stattdessen soll eine Übungsfläche befestigt werden.

Die Gemeinde Ganderkesee rückt nicht von ihrer Absicht ab, das Wohnhaus Urneburger Straße 2 abzureißen. An seiner Stelle soll auf Wunsch der Rettungsdienste – der Freiwilligen Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes – eine Mehrzweckfläche befestigt werden, auch für gemeinsame Einsatzübungen. Im Ernstfall können anrückende Notfallhelfer ihre Fahrzeuge auch auf dieser Fläche abstellen. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung hat diesen Vorschlag am Donnerstag einstimmig unterstützt.

Nicht für Wohnraum tauglich

In dem gemeindeeigenen Haus hat es, wie berichtet im letzten Jahr gebrannt, und der Verwaltungsausschuss hat im September 2018 den Abbruch zur beschlossenen Sache gemacht. Die Verwaltung hat inzwischen auf der Grundlage eines CDU-Antrags von Ende 2016 geprüft, ob an dieser Stelle neuer Wohnraum geschaffen werden könnte und hat „nur ungünstige Voraussetzungen“ gefunden. Peter Meyer, der Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung, rechnete jetzt vor, dass für ein Haus mit sechs Wohneinheiten neun Stellplätze für Autos geschaffen werden müssten. Das gebe der verfügbare Platz nicht her. Meyer wies auch auf die Einstufung als „Fläche für Gemeinbedarf“, was die Änderung des Bebauungsplans erforderlich machen würde. Bei Wohnbau müsse auch der Straßenlärm nahe der Kreuzung Grüppenbührener Straße/Urneburger Straße/Im Knick einkalkuliert werden. So galten die Worte des FDP-Ratsherrn Hans-Jürgen Hespe wohl für alle im Ausschuss: „Für Wohnzwecke ist dieser Standort voll daneben.“

Neue und bessere Parkplätze

Zielführend waren dagegen die Gespräche mit dem DRK, den Maltesern und der Feuerwehr. „Alle sagen: Wir wollen gerne da bleiben, aber es gibt Verbesserungsbedarf“, berichtete Gemeindeentwicklungschef Meyer. Feuerwehr-, Rettungs- und Privatfahrzeuge nachrückender Notfallhelfer kommen sich gelegentlich in die Quere. Deshalb sollen jetzt entlang der Hauptzufahrt neue Parkplätze markiert und die Parkplätze hinter dem Feuerwehrhaus optimiert werden.

Einsparungen und Entschädigung

Die Gesamtkosten beziffert die Gemeinde mit 75000 Euro: 25000 Euro für den Abriss des beschädigten Hauses, 25000 Euro für die Befestigung des Mehrzweckplatzes, 20000 Euro für zehn Parkplätze an der Westseite der Hauptzufahrt und 5000 Euro für die Optimierung der Parkplätze hinter dem Feuerwehrhaus. Die bisher nicht eingeplante Summe soll durch Einsparungen bei kleinen Tiefbauarbeiten zusammengekratzt werden. Außerdem gibt es 11700 Euro Entschädigung aus der Gebäudeversicherung.

Zweites Wohnhaus bleibt stehen

Gerd Brand (CDU) erinnerte daran, dass an einem neuen Feuerwehr-Bedarfsplan gearbeitet wird. Rolf Oetken (SPD) wies darauf hin, dass die Fahrzeuge der Feuerwehr immer größer werden und kaum noch in die Garagen passen. Im Zusammenhang mit dem Gedankenspiel, auch das zweite Wohnhaus auf dem Rettungsdienst-Grundstück zu entfernen, fragte Doris Josquin nach, ob das darin untergebrachte Büro des Gemeindebrandmeisters nicht ins Dachgeschoss des Feuerwehrhauses verlagert werden könnte. „Dort sind aktuell unsere einzigen Flüchtlingswohnungen untergebracht“, stellte Bürgermeisterin Alice Gerken klar.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN