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Einzelhandel in Harpstedt Inkoop und Aldi zieht es an Harpstedter Ortsrand

Inkoop will an der Wildeshauser Straße in Harpstedt einen neuen Markt errichten. Die Nachbarschaft mit Aldi hat sich andernorts bewährt.Visualisierung: InkoopInkoop will an der Wildeshauser Straße in Harpstedt einen neuen Markt errichten. Die Nachbarschaft mit Aldi hat sich andernorts bewährt.Visualisierung: Inkoop

Harpstedt. Harpstedt. Der Vollsortimenter Inkoop hegt für sich und den Discounter Aldi in Harpstedt Neubaupläne. Als Standort ist eine Fläche am Ortsausgang Richtung Wildeshausen im Blick.

Nach 30 Jahren in Harpstedt plant Inkoop einen Sprung nach vorn. Das rund um Delmenhorst mit neun Vollsortiment-Märkten etablierte mittelständische Lebensmittel-Filialunternehmen will einen Neubau errichten. Ins Auge gefasst ist dafür eine etwa drei Fußballfelder große Fläche an der Wildeshauser Straße.

Mehrheit für Planung

Jetzt ist die Kommunalpolitik gefordert: Ohne Ausweisung eines „Sondergebiets Einzelhandel“ kann die Planung nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Ein erstes Zeichen hat der Umwelt- und Planungsausschuss des Fleckens Harpstedt schon gegeben: Der Einleitung des Bauleitverfahrens ist mehrheitlich – bei Gegenstimmen zweier Ratsmitglieder der Harpstedter Bürgerliste (HBL) – zugestimmt worden.

„Up to date bleiben“

„Handel ist Wandel“ und „Wir haben gemerkt, wie sehr man auf der Hut sein muss, damit die Märkte up to date bleiben“: So begründet Geschäftsführer Bernd Oetken die Notwendigkeit der Millionen-Investition am Westrand der Harpstedter Wohngebiete. Auf vergrößerter Verkaufsfläche will Inkoop seine Waren attraktiver anbieten und vor allem das Sortiment an Haushaltswaren und Drogerieartikeln aufstocken.

250 Meter ortsauswärts

Den neuen Markt brauche Inkoop als Grundstock für weitere 30 Jahre guter Nachbarschaft, wie sie bisher inmitten der Harpstedter Wohngebiete gepflegt werde. Inkoop ist bisher am Junkernkamp, 250 Meter östlich des geplanten neuen Standorts, zu finden.

An Ganderkesee orientiert

Noch ist es kein festgezimmerter Plan, sondern eine „Studie“, eine „Visualisierung“, was Architekt Hanko Hoyer vom Büro Angelis und Partner, Oldenburg, im Umwelt- und Planungsausschuss zeigte. Sie erinnert ganz stark an den Standort Raiffeisenstraße in Ganderkesee.

Blumen, Brötchen und Post

Mit Inkoop soll Aldi vom Junkernkamp an die Wildeshauser Straße umziehen. Wand an Wand gebaut, sollen Inkoop künftig 1800 Quadratmeter und Aldi 1050 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen. Integriert werden sollen ein Blumenladen, eine Bäckerei, eine Postagentur und ein Zeitschriften- und Tabakwarenhandel. Große Schaufensterglasflächen sollen viel Licht in den Markt bringen; Fassadenverkleidungen mit Naturmaterialien und warme Farbtöne sollen die Wohlfühlatmosphäre steigern. Zur Wildeshauser Straße hin soll vor dem Gebäudekomplex Raum für eine Marktzone und für 175 Parkplätze geschaffen werden.

Blickfang für Vorbeifahrende

Die Lastzüge der Lieferanten sollen künftig nicht mehr durch Wohngebiete fahren, sondern die Rampen an der dem Wohnbau abgewandten Seite des Neubaus direkt von der Landesstraße aus ansteuern. Die Gebäudehöhe will Inkoop zu den benachbarten Wohnhäusern vor allem am Carsten-Horst-Kamp auf vier bis fünf Meter begrenzen. Zum Parkplatz und zur Wildeshauser Straße hin soll die Fassade etwa acht Meter in die Höhe ragen, als Blickfang für mögliche Kunden, die sonst möglicherweise vorbeifahren. Geschäftsführer Oetken wünscht sich den neuen Markt als Versorger für die ganze Samtgemeinde. Für die unmittelbaren Nachbarn soll es auch einen Fußweg auf das Marktgrundstück geben.

Aufwendige Voruntersuchungen

Im Verfahren zur Ausweisung des neuen Sondergebiets Einzelhandel ist laut Bauamtsleiter Jens Hüfner zu prüfen, ob die deutliche Vergrößerung der Verkaufsflächen mit dem Landesraumordnungsprogramm zu bringen ist. Über den Anschluss an die Wildeshauser Straße müssen sich die Planer mit der Landesbehörde für Straßen und Verkehr auseinandersetzen. Ein Gutachter müsse die Lärmemissionen bewerten. Zu klären ist auch, wie die Eingriffe in die Natur und Landschaft ausgeglichen werden können.

Unklare Junkernkamp-Zukunft

Anwohnern schwant jetzt schon, dass sie künftig auf eine Mauer schauen statt auf ein freies Feld. Klärungsbedürftig ist für die Harpstedter auch, was auf den frei werdenden Grundstücken von Inkoop und Aldi am Junkernkamp entsteht. Im Gespräch ist ein Neubau für den Netto-Markt, der vom verkehrsgünstig gelegenen Standort Amtsfreiheit/Delmenhorster Landstraße umziehen müsste. Geklärt ist das nicht. Ein Nahversorger in der Ortsmitte ist Teil des Harpstedter Entwicklungskonzepts für den Einzelhandel.


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