Kindergärten in Hude Letzter Versuch für Kita-Verschiebung gescheitert

Verhallter Protest: Anwohner und ihre Kinder, Umweltschützer sowie Ratspolitiker von den Grünen und der SPD wollen eine Kindergartenplanung, die möglichst viel vom Spielplatz Jägerstraße und vom Baumbestand übrig lässt. Die Mehrheit von CDU, FDP und Freien Wählern hat aber entschieden, dass die Standortfrage nicht neu aufgerollt wird.Foto: Reiner HaaseVerhallter Protest: Anwohner und ihre Kinder, Umweltschützer sowie Ratspolitiker von den Grünen und der SPD wollen eine Kindergartenplanung, die möglichst viel vom Spielplatz Jägerstraße und vom Baumbestand übrig lässt. Die Mehrheit von CDU, FDP und Freien Wählern hat aber entschieden, dass die Standortfrage nicht neu aufgerollt wird.Foto: Reiner Haase

Hude. Die Huder Kita Amselstraße wird auf dem Spielplatz Jägerstraße gebaut und nicht über die Grundstücksgrenze geschoben. Das ist im Fachausschuss bekräftigt worden.

Die SPD und die Grünen haben am Mittwoch im Huder Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt vergebens versucht, die Debatte über den Standort der geplanten Kindertagesstätte Amselstraße in eine neue Richtung zu lenken. Die Ratsmitglieder von CDU, FDP und Freien Wähler haben mit acht gegen sechs Stimmen durchgesetzt, dass der Punkt „Einziehung eines Teilabschnitts der Amselstraße“ von der Tagesordnung gestrichen wird. Eifrig debattiert wurde trotzdem.

„Unzulässiger Antrag“

Die Mehrheit im Ausschuss folgte der Aussage des CDU-Sprechers Friedrich Schnabel, der Antrag sei unzulässig, weil der Verwaltungsausschuss die Standortfrage im Januar enggültig entschieden habe. Laut Geschäftsordnung dürfe eine solche Entscheidung frühestens nach Ablauf von sechs Monaten infrage gestellt werden. „Wir können Beschlüsse nicht so lange debattieren, bis das Ergebnis allen passt“, betonte der Ausschussvorsitzende Bernhard Wolff (CDU).

Gebäude bleiben auf Spielplatz

Ohne die Entwidmung des Straßenstücks ist der Wunsch von Rot-Grün, aber auch von etlichen Anwohnern hinfällig, die Kita-Gebäude nach Nordwesten auf den nicht ausgebauten, lediglich geschotterten Straßenabschnitt zu verschieben. Hinfällig somit auch das Ziel, mehr öffentliche Spielfläche und alten Baumbestand mitten auf dem Spielplatz zu retten.

Furcht vor Klagen

49 Anwohner der anliegenden Straßen hatten der Gemeinde und den Mitgliedern des Fachausschusses kurzfristig per Unterschrift kundgetan, dass sie der Entwidmung des Straßenstücks zum Zwecke der Überbauung mit Kita-Gebäuden zustimmen. Karin Rohde (Grüne) und Ulrike Janz-Janzen (SPD) stuften die Entwidmung des Straßenstücks als „unwesentlichen“ Verwaltungsakt ein. Martina Schneider, die Leiterin des Fachbereichs Gemeindeentwicklung im Rathaus, wies darauf hin, dass nicht alle Grundstückseigner per Unterschrift bezeugt haben, dass sie nichts gegen die Entwidmung tun werden. Das geschotterte Stück Amselstraße werde zwar selten von Autos befahren, aber doch genutzt, auch von Fußgängern und Radfahrern. Jeder habe das Recht, gegen die Entwidmung zu klagen. „Das Argument ,unwesentlich‘ haut uns jedes Verwaltungsgericht um die Ohren“, so Schneider. Schon das Entwidmungsverfahren verzögert den Kita-Bau laut Verwaltung um fünf bis sechs Monate, Gerichtsverfahren noch länger.

Hallenbadsanierung vor Ende

Einmütig hat der Fachausschuss die vom Landschaftsarchitekten Holger Bordeaux vorgestellten Plan für die Gestaltung des Außenbereichs vor dem Hallenbad begrüßt. Es ist vorgesehen, dass wertvolle Bäume erhalten bleiben, während Wildwuchs, der den Blick auf die schmucke neue Fassade verhindert, beseitigt wird. Unweit des Haupteingangs wird es drei Behindertenparkplätze geben. Neues, helles Pflaster umgibt grüne Inseln auf dem Vorplatz. Laut Fachbereichsleiterin Schneider hat es zwar bei der Sanierung innen Verzögerungen gegeben. Der Wiedereröffnung nach der Sommersaison stehe aber nichts mehr entgegen.


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