Ein Bild von Vincent Buß
13.02.2019, 07:01 Uhr KOMMENTAR

Impfgegner ablehnen: Nicht geimpft zu sein, muss Folgen haben

Ein Kommentar von Vincent Buß


Patienten, die zum Beispiel nicht gegen Masern geimpft sind, will ein Arzt aus Leer nicht mehr behandeln. Symbolfoto: Marius Becker/dpaPatienten, die zum Beispiel nicht gegen Masern geimpft sind, will ein Arzt aus Leer nicht mehr behandeln. Symbolfoto: Marius Becker/dpa

Ganderkesee. Wer sich nicht impfen lassen will, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere. So eine Rücksichtslosigkeit sollte Konsequenzen haben. Aber nicht solche, wie der Arzt aus Leer sie vorschlägt.

Nicht immunisiert zu sein, bedeutet natürlich nicht automatisch, krank zu sein. Die Maßnahme des Leerer Arztes, Ungeimpfte der Praxis zu verweisen, hat daher keine ausreichende Grundlage. Und könnte gerade Patienten auf dem Land Versorgungsprobleme bereiten.

Es kann natürlich sein, dass sich Betroffene schon angesteckt haben, ohne es zu bemerken. Und gerade im Wartezimmer haben die Erreger ein leichtes Spiel. Denkbar wäre es deshalb, Ungeimpfte zeitlich oder räumlich getrennt von den anderen Patienten zu behandeln, zumindest, wenn eine Krankheitswelle anrollt.

Und zwar nicht die Impfgegner – denn davon gibt es wohl zu viele –, sondern die, die noch nicht immunisiert werden dürfen. Denn sie haben sich das Ansteckungsrisiko nicht ausgesucht.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN