Gefährliche Körperverletzungen Wildeshauser muss in geschlossene psychiatrische Abteilung

Von Ole Rosenbohm

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In Oldenburg ist ein 40-jähriger Mann aus Wildeshausen zur Unterbringung in der geschlossenen Abteilung verurteilt worden. Symbolfoto: Arne DedertIn Oldenburg ist ein 40-jähriger Mann aus Wildeshausen zur Unterbringung in der geschlossenen Abteilung verurteilt worden. Symbolfoto: Arne Dedert

Wildeshausen/Oldenburg. Ein 40-jähriger Mann aus Wildeshausen ist vom Landgericht Oldenburg in die geschlossene psychiatrische Abteilung eingewiesen worden. Mehrere Körperverletzungen wurden ihm zur Last gelegt.

Das Landgericht Oldenburg hat am Mittwoch am Ende eines drei Prozesstage dauernden  Verfahrens einen 40-jährigen Mann aus Wildeshausen für unbestimmte Zeit in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen. Direkt nach der Verhandlung wurde der Beschuldigte in Handschellen aus dem Schwurgerichtssaal geführt und in die Psychiatrie gefahren.

Zustand der Schuldunfähigkeit

Beschuldigt worden war der Mann von der Staatsanwaltschaft, drei gefährliche Körperverletzungen begangen zu haben. Alle Taten, so das Gericht, habe er im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen – deshalb auch die Einweisung in das psychiatrische Krankenhaus.

Wahnhafte psychische Erkrankung"

Der 40-Jährige sei stark eingeschränkt, hieß es vor Gericht. Und weiter: Er gilt als "in seiner Intelligenz deutlich gemindert" und habe eine "wahnhafte psychische Erkrankung". Sein sprachliches Vermögen ist laut Gericht derart eingeschränkt, dass er vor Gericht auch kaum zu verstehen war. Seit über einem Jahrzehnt lebte der Mann in einer Klinik in Wildeshausen – und zwar in der geschlossenen Abteilung. Allerdings sei diese Abteilung mit deutlich mehr Freiheiten ausgestattet als seine neue  in der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen, hieß es beim Prozess.

Vorfälle häuften sich

In den vergangenen Monaten und Jahren hätten sich Vorfälle mit dem Angeklagten gehäuft. Er habe um sich geschlagen, weil er seine Medikamente nicht nehmen wollte – "oder sie nicht genommen hatte und deshalb stark aggressiv auftrat", so eine Einschätzung.

Wohnheim-Mitarbeiterin in Schwitzkasten genommen

Angeklagt waren Taten im Herbst 2017 sowie im April und Juli 2018. Er soll eine Mitarbeiterin des Wohnheims in den Schwitzkasten genommen und ihr die Luftzufuhr abgeschnitten haben. Sie ist seit diesem Vorfall krankgeschrieben. Einen anderen Mitarbeiter soll er mit Fäusten angegriffen und festgehalten haben. Dann habe er sein Zimmer verwüstet und im Zuge des daraus entstehenden Konflikts einen weiteren Mitarbeiter angegriffen. 

Sachverständigen-Gutachten gefolgt

Das Gericht folgte in seinem Urteil der Staatsanwaltschaft und – wichtig bei diesem Prozess – dem Antrag der psychiatrischen Sachverständigen. Der Betreuer des Mannes hatte dagegen angeregt, den Mann in seiner Einrichtung in Wildeshausen zu belassen, das Personal aber mit mehr Befugnissen auszustatten – den Mitarbeitern etwa zu erlauben, den Patienten zu fixieren. Der Rechtsanwalt des Beschuldigten hatte auf Unterbringung zur Bewährung plädiert. Er verlor, kann aber jetzt noch in Revision gehen


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