Hinkt die Baubranche digital hinterher? Wo ein Ganderkeseer Software-Unternehmen Nachholbedarf sieht

Von Biljana Neloska

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Nico Mayer (links) und Sven Abels erklären, wie die neue Software funktioniert. Foto: Biljana NeloskaNico Mayer (links) und Sven Abels erklären, wie die neue Software funktioniert. Foto: Biljana Neloska

Ganderkesee. Das Ganderkeseer Software-Unternehmen Ascora appelliert an die Baubranche, die Digitalisierung dringend weiter voranzubringen. Dafür hat Ascora jetzt eine neue Software entwickelt.

Schnellstmöglich Baumängel erfassen – das soll Zeit und Geld sparen und durch die neue Software „Flink2Go“ möglich gemacht werden, wie Dr. Sven Abels, Geschäftsführer von Ascora, berichtet und erklärt, warum er die Digitalisierung im Bauwesen so wichtig findet: „Die Baubranche ist ein Bereich, wo noch unheimlich viel mit Papier und Bleistift passiert. Und das kostet Zeit.“

Entdecke ein Bauarbeiter beispielsweise einen Baufehler, gehe die Meldung über den Bauleiter und mehrere weitere Instanzenund dann erst mit der Lösung den ganzen Weg zurück zum Bauarbeiter. Das dauere dann eine Woche oder zwei. Um diese Zeitspanne zu umgehen, würden solche Mängel mitunter dann auch unsachgemäß behoben, berichtet Nico Mayer, Projektleiter bei Ascora. „In einem Forschungsprojekt, aus dem die Software auch entstanden ist, haben wir viel Erfahrung auf Baustellen sammeln können. Und es wird einfach auch nicht mehr gebaut wie in den 80ern. Werden jetzt Mängel nicht richtig behoben, funktioniert das dann oft nicht mehr mit den Energierichtwerten“, so Mayer.

Auf der Baumesse in München vorgestellt

Mit der neuen Software, die das Unternehmen vor Kurzem auch auf der Baumesse in München vorgestellt hat, könnten vorhandene Mängel aber schon innerhalb von zwei Minuten an die zuständige Stelle weitergeleitet werden – via App. „Auch in München haben wir festgestellt, dass es in diesem Bereich einen große Bedarf gibt“, erklärt Abels. Und so soll das funktionieren: Direkt auf der Baustelle gibt der Bauarbeiter per Handy oder Tablet die Mängel ein. Zeitgleich sei das auf dem PC im Büro und im Mail-Eingang aller Zuständigen zu sehen. „Zeitaufwändige Berichte sowie Notizen mit Zetteln entfallen. Die Mängel werden in der App erfasst und können gleich an den Fachmann kommuniziert werden. Dieser erfährt direkt von dem Mangel und kann sofort reagieren“, so Abels. Wichtig sei auch, dass die Software auch ohne Internet bedient werden könne. Gerade in Neubaugebieten sei häufig der Netzwerkausbau nicht so weit. „Man hat offline einen Zugriff, den man nutzen kann“, so Abels. Die Nutzer würden darüber hinaus von „lückenloser, fixer und unveränderbarer Dokumentation der Bauprojekte profitieren“.

Zuständigkeit, Verortung, Frist und Status

In einer Übersicht könnten jederzeit offene Mängel und deren Details wie Zuständigkeit, Verortung, Frist und Status einsehen werden. Aktuell stünden aber noch einige Restarbeiten bei der Software an, wie zum Beispiel, dass sie mehrsprachig auf den Markt gebracht werden kann. Komplett fertig und verfügbar ist sie voraussichtlich ab Juni.

„Was wir hier entwickeln, das wird die Zukunft. Dahin wird es gehen. Im Moment sind ungefähr sechs Prozent im Baubereich digitalisiert. Da gibt es unbedingt Aufholbedarf, denn alle anderen Bereiche werden auch schneller und entwickeln sich in diese Richtung“, denkt Abels.


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