Neu in Ganderkesee Ehrenamtliche begleiten sterbenskranke Kinder

Sina Bachmann ist Koordinatorin beim Hospizkreis Ganderkesee-Hude und freut sich, dass der Hospizkreis das neue Angebot auf den Weg gebracht hat. Foto: Biljana NeloskaSina Bachmann ist Koordinatorin beim Hospizkreis Ganderkesee-Hude und freut sich, dass der Hospizkreis das neue Angebot auf den Weg gebracht hat. Foto: Biljana Neloska

Ganderkesee. Eine neue Kinderhospizbegleitung ist jetzt in Ganderkesee angelaufen. So soll den Betroffenen geholfen werden.

Das neue Betreuungsangebot des Hospizkreises Ganderkesee-Hude soll sich vor allem an Familien mit schwersterkrankten Kindern richten, deren Erkrankungen lebensbedrohlich sind. Wie Sina Bachmann, Koordinatorin beim Hospizkreis Ganderkesee-Hude, erklärt, gibt es momentan fünf ausgebildete Kinder- und Jugendbegleiter. Zwei weitere sollen zum Jahresende folgen. Diese müssten zunächst noch eine Fortbildung bei der Stiftung Hospizkreis Oldenburg absolvieren, mit dem das Team um Sina Bachmann zusammenarbeitet.

Man arbeite schon länger daran, die Arbeit mit Kindern und Jugendlich auszuweiten. Jetzt schließlich seien alle notwendigen Strukturen bereit und deshalb habe man damit begonnen. „Das Angebot gilt aber nicht nur den erkrankten Kindern, sondern soll vor allem auch eine Hilfe für die Eltern und die Geschwister sein. Wir gucken dann vor Ort, was die Familien brauchen“, so Bachmann. Ob es beispielsweise hilfreich sei, mit den Geschwisterkindern mal spielen zu gehen oder ob die irgendwie Eltern entlastet werden können, damit sie etwas Zeit für sich haben. Besonders wichtig findet Bachmann, dass das Angebot kostenlos ist. „Das spielt auch eine Rolle. Es kommt auch vor, dass die Eltern mit einem erkrankten Kind nicht so arbeiten können, wie gewohnt, so die Koordinatorin.

Unterschied zwischen Kinderbegleitung und Erwachsenenbetreuung

Wie unterscheidet sich die Kinderhospizbegleitung von der Erwachsenenbetreuung? „Es unterscheidet sich schon darin, dass Kinder erkrankt sind. Für viele betroffene Familien ist es sehr schwer, Hilfe anzunehmen. Da muss es schon großes Vertrauen zu uns geben. Manchmal ist es auch große Not“, erklärt Bachmann und ergänzt: „Das ist auch einfach nicht der natürliche Lauf der Dinge. Ich als Mutter kann nur sagen , die Liebe zu deinem Kind ist etwas ganz Besonderes. Und es ist teils unvorstellbar, mit welchen Ängsten und Sorgen die Eltern in diesen Situationen fertig werden müssen.“

Anders wäre auch, dass die Begleitung häufig nicht nur von kurzer Dauer sei, sondern auch über eine lange Zeit laufen könnte. „Das sind teilweise nicht nur einige Wochen, es sind auch Einsätze, die über Jahre gehen. Das ist auch noch mal ein ganz andere Verpflichtung, die unsere Ehrenamtlichen eingehen“, berichtet Bachmann. Außerdem müsse man bei dieser Form der Begleitung der Familie größere Flexibilität und auch Verständnis entgegenbringen. Viele könnten nicht genau planen, von Tag zu Tag könne sich der Bedarf ändern. „Wir wollen ja eine Entlastung sein, keine Belastung“, betont Bachmann.

„So kann man schauen, was passt, was passt nicht“

Deswegen sei es auch gut, dass das Team aus verschiedenen ehrenamtlichen Begleitern bestehe, „so kann man schauen, was passt, was passt nicht“.

Aktuell sei Ziel des Hospizkreis-Teams, das neue Angebot bekannt zu machen und sich bei Kinderärzten, Vereinen und anderen Institutionen zu präsentieren. Auch Kinderhospizdienste in der Umgebung will das Team besuchen, „um ins Gespräch zu kommen“.

Das Team sei auf einem guten Weg. „Wir haben jetzt auch regelmäßige Treffen mit unseren Kinderhospizbegleitern und planen auch eine gemeinsame Schulung in diesem Jahr. Zudem arbeiten wird gerade an einem Maskottchen. Es wird eine Schildkröte sein. Erste Prototypen sind schon fertig. Und sonst schauen wir gemeinsam, wohin wir noch wollen. Wir haben viele Ideen“, sagt Bachmann.


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