Familie päppelt Tier wieder auf Wie Müll entsorgt: Happy End für ausgesetzten Kater

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Besonders mit der neunjährigen Julie hat der Kater, der jetzt Bounty heißt, Freundschaft geschlossen. Foto: Bettina Dogs-PrößlerBesonders mit der neunjährigen Julie hat der Kater, der jetzt Bounty heißt, Freundschaft geschlossen. Foto: Bettina Dogs-Prößler

Neuenlande/Lemwerder. Vor etwa sechs Wochen wurde ein Kater am Straßenrand der Sannauer Helmer in Neuenlande in der Gemeinde Ganderkesee entdeckt, der in einer Transportbox gefangen war. Jetzt gibt es ein Happy End für das Tier.

Zufrieden liegt der kleine Kater auf dem Sofa, den dünnen Bauch in die Luft gestreckt. Sein Fell glänzt, und im Schein der Wohnzimmerlampe sieht er fast schon samtig aus. „Noch nie hatten wir so einen verschmusten Kater“, sagt Stephanie Feriani, während neben ihr der Kater schnurrt. „Fast so, als ob er dankbar sei.“

Nur knapp dem Tod entronnen

Keine sechs Wochen zuvor blickt die schwarz-weiß gescheckte Katze dem Tod ins Auge. Am Straßenrand der Sannauer Hellmer steckt sie im Schilf, gefangen in einer Transportbox, ohne Schutz vor Regen und Sturm und ohne den Hauch einer Chance, wenigstens selbst ums Überleben kämpfen zu können. Stattdessen nimmt ein Mensch den qualvollen Tod des Tieres in Kauf, indem er es am äußeren Rand der Gemeinde wie Müll entsorgt. Nur durch Zufall wird der kleine Kater von einer Autofahrerin entdeckt, die ihn schließlich zum Tierheim nach Bergedorf bringt.

Eingesperrt in diesem Katzentransportkorb hatte der Kater eigentlich keine Chance, entdeckt zu werden. Fotos: Bettina-Dogs-Prößler

Kater völlig abgemagert

Das Bild, das sich den Pflegerinnen dort bietet, ist schockierend: Sein Fell ist nicht nur durchtränkt mit Urin und Kot, der Kater ist auch bis auf die die Knochen abgemagert. Und es wird klar: Das Tier muss schon zuvor in einem erbärmlichen Zustand gewesen sein.

Kater findet neues Zuhause

Doch die erschütternde Geschichte, die Anfang Dezember viele unserer Leser bewegt hat, hat tatsächlich ein Happy End. Keine sechs Wochen nach seinem Fund liegt Kater Bounty, wie er inzwischen heißt, in einem geschmackvoll eingerichteten Wohnzimmer einer Lemwerderaner Neubausiedlung und lässt sich von einem neunjährigen Mädchen genüsslich den Bauch kraulen. „Er hat sich körperlich wirklich toll erholt“, sagt Mutter Stephanie. „Aber Fremden gegenüber ist er am Anfang immer noch etwas scheu.“

Tier erholt sich immer mehr

Gerade mal zwei Kilo hatte er auf den Rippen, als die Familie ihn kurz vor Weihnachten zu sich holte. Inzwischen bringt Bounty drei Kilo und etwas mehr auf die Waage. Vier Kilo braucht er, um kastriert werden zu können.

Langsam taut Bounty auf

Bis er die erreicht hat, lebt sich der kleine Kater, der auf ein Alter von etwa einem Jahr geschätzt wird, von Tag zu Tag mehr ein. „Man merkt, dass er vieles nicht kennt“, berichtet Stephanie Feriani. „Aber er taut immer mehr auf.“ Ist er in den ersten Tagen nur zögerlich im Haus umhergetapst, hat er sich keine vier Wochen später an alle Geräusche, Laute und unbekannten Gegenstände im Haushalt gewöhnt. „Interessanterweise ist er von Anfang an aufs Katzenklo gegangen.“ Mittlerweile fange er sogar an zu spielen. Stephanie Feriani: „Auch das hat er in den ersten Wochen nicht getan.“

Freundschaft mit Tochter geschlossen

Freundschaft hat er bereits mit der neunjährigen Tochter Julie geschlossen, an die er sich jeden Abend eng ankuschelt und zufrieden bei ihr die Nacht verbringt. „Offenbar hat er sich meine Tochter schon als Bezugsperson ausgesucht“, meint die Lemwerderanerin lachend.

Von neuem Haustier begeistert

Die 41-Jährige ist von ihrem neuen Haustier restlos begeistert. „Er ist total lieb und zutraulich zu uns, ich bin wirklich froh, dass wir ihn haben.“ Als Mitarbeiterin des Fundamtes der Gemeinde Lemwerder war sie umgehend vom Tierheim über den Fund der Katze auf gemeindeübergreifendem Gebiet informiert worden. „Die Mail kam kurz vor meinem Feierabend zusammen mit einem Bild. Als ich das gesehen hatte, war ich sofort verliebt.“

Schnell nach Bergedorf gefahren

Gleich am nächsten Tag fuhr sie nach Bergedorf, um sich den Kater anzugucken. „Er sah schlimm aus, vollkommen abgemagert und mit abstehendem Fell“, erinnert sie sich. „Aber er kam sofort zu mir her. Da war für mich klar: Der kommt mit.“ Zwei Wochen lang musste sie noch warten, bis die Katze so weit aufgepäppelt war, dass sie in ein neues Zuhause konnte. Wenige Tage vor Weihnachten war es dann soweit.

Vom Schicksal des Tieres immer noch berührt

Vom Schicksal des Katers ist Stephanie Feriani noch immer tief berührt. „Wie gut, dass er gefunden wurde. Es ist einfach unvorstellbar, dass jemand so etwas tun kann.“ Dankbar ist sie für den Bericht unserer Zeitung über den Fund des Tieres. „Ich hoffe, dass der Artikel die Leute dazu angeregt, aufmerksamer zu sein und gegebenenfalls auch nachzuschauen. Und um ins Tierheim zu gehen, um dort nach einem Haustier zu suchen.“


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