Projekt in Ganderkesee Seniorenbeirat will sicheres und bequemes Einkaufen für alle

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Sie ziehen an einem Strang, wenn es um „Generationenfreundliches Einkaufen“ geht: Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung, Mitglieder des Seniorenbeirats sowie die Werbegemeinschaften in Ganderkesee und Bookholzberg. Foto: Thomas DeekenSie ziehen an einem Strang, wenn es um „Generationenfreundliches Einkaufen“ geht: Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung, Mitglieder des Seniorenbeirats sowie die Werbegemeinschaften in Ganderkesee und Bookholzberg. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee. 2010 hat es das Projekt „Generationsfreundliches Einkaufen“ schon einmal in Ganderkesee gegeben. Jetzt startet der Seniorenbeirat eine Neuauflage. Dabei geht es aber nicht nur um Senioren, sondern beispielsweise auch um Mütter mit Kinderwagen oder Sehbehinderte.

Der Seniorenbeirat der Gemeinde Ganderkesee startet zum zweiten Mal das Projekt „Generationenfreundliches Einkaufen“. Das Ziel dabei, so der Beiratsvorsitzende Jürgen Lüdtke am Freitag bei der Vorstellung der Aktion: „Der alltägliche Einkauf sollte für alle Kunden unbeschwerlich und barrierearm wie möglich sein.“ Mit im Boot sitzen die Wirtschaftsförderung der Gemeinde sowie die Werbegemeinschaften Ganter-Markt und „Wir in Bookholzberg“ (WiB). Gemeinsam wollen sie an die Einzelhändler in der Gemeinde appellieren, mitzumachen. Dabei geht es darum, das bundesweit bewährte orangefarbene Zertifikat „Ausgezeichnet. Generationenfreundlich“ mit der weißen rollenden Einkaufstasche zu erwerben, das auf einen besonderen Service und auf eine hervorzuhebende Qualität im Geschäft hinweisen soll. Das Ganze ist nach Angaben von Wirtschaftsförderin Christa Linnemann für die Kaufleute kostenlos – anders als in vielen anderen Kommunen.

Erste Aktion mit 60 zertifizierten Läden

Bereits 2010/11 hatten sich bei dem ersten Projekt 60 Unternehmen zertifizieren lassen. „Damit lagen wir in Niedersachsen an zweiter Stelle hinter Braunschweig“, erinnert sich Erika Lisson vom Seniorenbeirat. Das habe damals auch auf Landesebene sehr hohe Anerkennung gefunden. Jetzt sind laut Wirtschaftsförderin Linnemann 145 Betriebe angeschrieben worden. Wer keinen Brief erhalten hat und dennoch interessiert ist, sollte sich bei Christian Siedenstrang von der Wirtschaftsförderung melden. Erreichbar ist er unter Telefon (04222) 44208 oder per E-Mail an c.siedenstrang@ganderkesee.de. Anmeldungen für die Zertifizierung nimmt ebenfalls Siedenstrang entgegen – spätestens am 25. Januar.

Fünf Tester vom Seniorenbeirat unterwegs

Anschließend besuchen die fünf über den Handelsverband Niedersachsen-Bremen ausgebildeten Tester des Seniorenbeirats, Erika Lisson, Jürgen Lüdtke, Rüdiger Laudien sowie Monika und Hans Brandt, mit einem extra für dieses Projekt entwickelten Kriterienkatalog die einzelnen Geschäfte, um sie näher unter die Lupe zu nehmen. Sie wollen dann 58 Fragen in insgesamt sieben Kategorien stellen. Dabei geht es um die Erreichbarkeit des Geschäfts, um die Mitarbeiter und die Servicequalität, um den Zugang zum Betrieb, die Ladengestaltung, die Sortimentsgestaltung, den zusätzlichen Service und die Kasse. Ziel sei nicht, die Geschäftsleute zu kritisieren. Vielmehr gelte es, die Qualitäten der einzelnen Läden herauszustellen, informiert Erika Lisson. Sollte die eine oder andere Kleinigkeit noch abgestellt werden können, kommen die Tester, die immer zu zweit unterwegs sein wollen, ein zweites Mal ins Geschäft. Anschließend gehen die Fragebögen an den Handelsverband, der darüber entscheidet, ob ein Betrieb das Zertifikat und den Aufkleber „Ausgezeichnet. Generationenfreundlich“ für die Eingangstür erhält oder nicht. „Wir können zwar nach der Befragung eine Stellungnahme abgeben. Am Ende aber fällt die Entscheidung beim Verband“, erläutert Jürgen Lüdtke.

Was bedeutet generationenfreundlich?

Was aber bedeutet generationenfreundlich überhaupt? „Trägt ein Geschäft das Qualitätszeichen, dann kann sich der Kunde zum Beispiel darauf verlassen, dass er dort sicher und bequem einkaufen kann und dass der Zugang zum Geschäft barrierearm ist“, sagt Lüdtke. Dabei denken die Mitglieder des Beirats nicht nur an Senioren mit Rollator und Rollstuhl. Es gehe unter anderem auch um Eltern mit Kinderwagen und um Menschen, die nicht gut sehen oder hören können. Es werde getestet, wie das Geschäft ausgeleuchtet ist, ob mögliche Gefahrenstellen ausreichend markiert sind, ob es rutschfeste Böden gibt und ob die Preise und Auszeichnungen gut lesbar sind. Darüber hinaus wollen die fünf Mitglieder des Seniorenbeirats herausfinden, „ob Beratung und Ausschilderung von hinreichender Qualität sind“, wie Lüdtke erklärt. „Ob es auch Sitzgelegenheiten zum Ausruhen gibt und ob Gänge breit genug und Regale nicht zu hoch sind.“ So sollten Gänge möglichst mindestens 1,9 Meter breit sein, damit sich auch zwei Rollstuhlfahrer begegnen könnten.

Linnemann: Gespräche helfen

Man sollte sich allerdings auch nicht gleich davon abschrecken lassen, wenn die eine oder andere Anforderung nicht umgesetzt werden könnte. „Dann helfen oft Gespräche“, betont Christa Linnemann. So wie bei einem Ganderkeseer Friseur, der vorne an der Straße einen Hinweis auf Parkplätze hinter dem Haus vermisste. Nach einem Gespräch mit dem Besitzer des Gebäudes gibt es das Hinweisschild inzwischen, weiß Erika Lisson.


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