Kindergärten in Hude Eichen sollen neuer Kita in Hude weichen

Retten, was noch zu retten ist: Jung und Alt protestieren dagegen, dass dem Bau der Kita Amselstraße in Hude allzu viel Grün und Spielfläche geopfert werden soll. Foto: Reiner HaaseRetten, was noch zu retten ist: Jung und Alt protestieren dagegen, dass dem Bau der Kita Amselstraße in Hude allzu viel Grün und Spielfläche geopfert werden soll. Foto: Reiner Haase

Hude. Im Huder Rathaus sollen jetzt die Weichen für einen neuen Kindergarten in Hude-Nord gestellt werden. Anwohner protestieren gegen Flächenfraß und Naturzerstörung.

Je näher der Bau einer neuen Kindertagesstätte in Hude-Nord rückt, desto stärker formiert sich in der Nachbarschaft Protest gegen die Pläne der Gemeinde. Kinder, Eltern und Großeltern, Naturschützer, der Bezirksvorsteher und Ratsmitglieder haben sich jetzt auf dem Mehrgenerationenspielplatz an der Jägerstraße getroffen, um Argumente gegen die Planung auszutauschen.

Bäume bedroht

In den Mittelpunkt ist eine Reihe alter Bäume gerückt, die quer über das gemeindeeigene Grundstück verläuft. „Ohne Not“, so der Huder Nabu-Sprecher Uwe Tönjes, soll die Eichen- und Buchenreihe dem Neubau für die „Kita Amselstraße“ getaufte Einrichtung geopfert werden. Das ist den Planzeichnungen zu entnehmen, mit denen die Gemeindeverwaltung am Montag, 14. Januar, in die weichenstellende Sitzung des Fachausschusses geht. Die Verwaltung stellt zwei Varianten der Anordnung der Gebäudeteile für die Einrichtung mit sechs Gruppen zur Debatte, und beiden steht die Baumreihe im Wege.

Gekaufte Pläne passen nicht

Für Karin Rohde, Sprecherin der Grünen im Gemeinderat, rächt sich jetzt, dass Hude der Stadt Delmenhorst die Pläne für die Kita bei der Käthe-Kollwitz-Schule abgekauft hat mit dem Ziel, Zeit und Geld zu sparen. Das anfangs wegen Mangels an Kitaplätzen in Hude als unabdingbar bezeichnete Einweihungsdatum Sommer 2019 ist längst aufgegeben und auf Sommer/Herbst 2020 verschoben. Geld werde auch nicht gespart, weil die Delmenhorster Pläne nicht, wie geplant, eins zu eins übernommen werden können. Statt fünf Gruppen wie die Delmenhorster Kita soll die Kita Amselstraße sechs Gruppen beherbergen. Die Pläne müssen von den Architektinnen des Büros Thalen Consult entsprechend umgezeichnet werden.

Platzfressende Planung

Die Kita Amselstraße mit Nebenanlagen wie Parkplätze und Außengelände fürs Spielen im Freien soll in beiden Varianten des Planungsvorschlags einen Streifen der Grünfläche vor einem Mehrfamilienhaus an der Amselstraße und zwei Drittel des heute noch 6500 Quadratmeter großen Mehrgenerationenspielplatzes Jägerstraße in Anspruch nehmen. Letzteres ist den protestierenden Anwohnern und ihren Unterstützern viel zu viel. Grünen-Sprecherin Rohde schlägt deshalb vor, den Neubau zehn Meter weiter Richtung Mehrfamilienhaus zu verrücken. Ihr Parteifreund und Fraktionskollege Hilko Finke will im Rathaus den Vorschlag von Anwohnern zur Sprache bringen, die neue Einrichtung zweigeschossig und nicht komplett ebenerdig zu bauen. „Wir wollen so viel Platz sparen wie möglich“, betont Finke. Dass das geht, beweise der Kita-Neubau Bargup in Bookholzberg, ergänzten Anwohner.

Kritik am Bürgermeister

Anwohnersprecher Carsten Raschen ist sauer auf Bürgermeister Holger Lebedinzew. „Er hat versprochen, dass die Anwohner mitreden können. Mir hat er ein Gespräch unter vier Augen angeboten. Wann soll das denn passieren?“, fragt er sich.


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