Vortrag für Senioren in Ganderkesee Umzug aus großem Haus in kleine Wohnung

Kleine Kräuterecke statt großer Garten: Auch Erika Lisson, hier mit Hildegard Dunkhase (rechts), beide vom Seniorenbeirat, ist aus einem großen Haus in eine kleine Wohnung gezogen. Foto: Thomas DeekenKleine Kräuterecke statt großer Garten: Auch Erika Lisson, hier mit Hildegard Dunkhase (rechts), beide vom Seniorenbeirat, ist aus einem großen Haus in eine kleine Wohnung gezogen. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee. Viele alte Menschen wollen später lieber in eine kleine Wohnung ziehen. Aber wie geht das? Wer hilft? Antworten auf viele Fragen soll ein Vortrag des Seniorenbeirats in Ganderkesee geben.

Das Haus zu groß, das Putzen vieler Räume zu beschwerlich, die Pflege des Gartens zu kräfteraubend und die Kosten einfach zu hoch: Viele Menschen äußern im Alter immer häufiger den Wunsch, ihre eigenen vier Wände gegen etwas Kleines einzutauschen. Doch wie geht das? Wie lässt sich das eigene Haus verkaufen? Und wo finde ich etwas Neues? In passender Größe und bezahlbar, möglichst zentral und mit freundlichen Nachbarn? Und was ist, wenn es plötzlich Probleme gibt? Auf all diese Fragen soll ein Vortrag Antworten geben, den der Seniorenbeirat mit der regioVHS und dem Fachbereich Soziales und Gesellschaft der Gemeinde Ganderkesee am Donnerstag, 14. März, anbietet. Dann heißt es im Alten Rathaus „Biete altes Haus gegen kleine Wohnung“. Ziel, so sagen Erika Lisson und Hildegard Dunkhase vom Beirat: „Wir wollen vor allem alten Frauen Mut machen und aufzeigen: Seht, hier hilft euch jemand.“

Ärger beim Umzug

Bei der Planung dieses Vortrags mit Reiner Fulst, Vorstand des Bauvereins Delmenhorst, hatte Erika Lisson immer wieder das Beispiel einer Seniorin aus Ganderkesee im Kopf, die sich räumlich verkleinern wollte und dann plötzlich viel Ärger bekam. Sie hatte, wie die Mitarbeiterin des Seniorenbeirats schilderte, ihre Eigentumswohnung verkauft und wollte – so die Zusage – direkt in eine neu erbaute Mietwohnung ziehen. Doch die wurde nicht rechtzeitig fertig. Die Folge: Die über 80 Jahre alte, alleinstehende Frau musste in eine Übergangswohnung ziehen und ihre Möbel zwischenlagern. „Dabei sind sie feucht geworden und zum Teil nicht mehr brauchbar gewesen“, weiß Erika Lisson. Ein halbes Jahr später konnte die Seniorin in die neue Mietwohnung ziehen, stellte aber viele Mängel fest und zog wieder aus. „Inzwischen wohnt sie woanders und fühlt sich dort ganz wohl“, so die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Beirats und kommentiert die Umzugsquerelen: „Das ist doch alles furchtbar. Das braucht kein Mensch.“

Erika Lisson selbst in kleinere Wohnung gezogen

Erika Lisson kennt den Weg aus einem eigenen großen Haus in eine kleinere Mietwohnung aber auch aus eigener Erfahrung: Bis 2012 hatte sie mit ihrem Mann in einem rund 400 Quadratmeter großen Haus am Privatweg gelebt. Als ihr Mann krank wurde, zog das Ehepaar in eine rund 120 Quadratmeter große Pflegewohnung in der Villa Rosengarten. Und seit dem Tod ihres Ehepartners lebt Erika Lisson in einer ungefähr 70 Quadratmeter großen Wohnung an der Bergedorfer Straße, die sie übers Hörensagen bekommen habe. Aber auch bei diesen Umzügen musste so manche Hürde genommen werden.

Nicht nur an Neubau denken

Wie dieser schwierige Schritt zuverlässig funktionieren kann, soll im Vortrag des Seniorenbeirats erklärt werden. Dabei will Referent Fulst jede Menge Tipps geben, über 640 Wohnungen des Bauvereins und 1100 Wohnungen in „voller Hausverwaltung“ berichten und darauf hinweisen, dass es nicht immer nur Neubau sein müsse, sondern auch Altbau sein könne – saniert, barrierefrei und günstiger. „Denn ich habe mit einigen Leuten gesprochen, die über einen Quadratmeterpreis von 8,50 Euro im Neubau entsetzt waren. Das können viele Rentner nicht bezahlen“, weiß Hildegard Dunkhase.


Der Seniorenbeirat bietet in Kooperation mit der regioVHS und dem Fachbereich Soziales und Gesellschaft der Gemeinde Ganderkesee folgende Vortragsveranstaltungen an:

•„Schwimmen für die Gesundheit“ mit Henry Peukert, Donnerstag, 17 Januar.

•„Biete altes Haus gegen kleine Wohnung“ mit Reiner Fulst, Donnerstag, 14. März.

•„Klinik für Urologie – neuer Schwerpunkt im JHD“ mit Dr. Carla Schwenke, Donnerstag, 4. April.

•„Ist meine Rente steuerfrei?“ mit Heinrich Bode, Donnerstag, 9. Mai.

•„Und täglich grüßt das Murmeltier“ zum Thema Demenz mit Ines Schepker, Donnerstag, 23. Mai.

•„Palliativversorgung zu Hause – wie geht das?“ mit Haik Westendorf, Donnerstag, 27. Juni.

Alle Vorträge beginnen um 19 Uhr im Alten Rathaus in Ganderkesee. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen unter Telefon (04222) 44444 sind aber erforderlich.

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