Wo das schnelle Netz überall ankommt Kreis Oldenburg erhöht Internet-Tempo an Schulen

Von Thorsten Konkel und Reiner Haase

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Unterrichtet mithilfe eines Tablet-PCs ist in Schulen heute nicht mehr ungewöhnlich. Auch am Gymnasium Ganderkesee wird künftig schneller gesurft.Foto: Britta Pedersen/dpaUnterrichtet mithilfe eines Tablet-PCs ist in Schulen heute nicht mehr ungewöhnlich. Auch am Gymnasium Ganderkesee wird künftig schneller gesurft.Foto: Britta Pedersen/dpa

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Der Kreis Oldenburg drückt 2019 bei der Internetanbindung seiner Schulen aufs Gas. Das Tempo ist aber von der Schulform abhängig. Neues gibt auch bei Breitbandversorgung von Privathaushalten.

Zu Beginn des neuen Jahres gleich eine gute Nachricht aus dem Kreishaus: Noch im Januar stattet der Landkreis Oldenburg alle Schulen in seiner Trägerschaft mit schnellem Internet aus. Die Geschwindigkeit des Datentransfers auf dem Weg ins digitale Klassenzimmer hängt allerdings von der Schulform ab, bestätigt Maik Ehlers, Leiter der Abteilung Schulen und Hochbau beim Landkreis Oldenburg.

Gymnasium Ganderkesee profitiert

Erheblich von dem neuen Anschluss über Glasfaserkabel profiteren dabei die vier Gymnasien, darunter auch das in Ganderkesee sowie die Berufsbildenden Schulen (BBS) in der Kreisstadt. Doch auch die Schule am Habbrügger Weg in Ganderkesee, eine der vier Förderschulen im Kreis, geht nicht leer aus.

Mit der Umstellung wird ein Kreistagsbeschluss aus dem vergangenen September in die Tat umgesetzt.

Tempo zwischen 20 und 500 Mbit/s.

Die Bandbreite der neuen Anschlüsse variiert zwischen 20 und 500 Mbit/s. Dies hänge nicht von den technischen Gegebenheiten, sondern von den schulischen Anforderungen an das Internet ab, erläutert Ehlers.

So bekommen die Förderschulen, darunter die am Habbrügger Weg, zunächst 20 Mbit/s, während die Gymnasien, auch das in Ganderkesee, sowie die IGS Wardenburg zum Start das zehnfache Tempo erhalten – 200 Mbit/s.

Die Berufsbildenden Schulen werden laut Ehlers von Beginn an gleich mit einer Breite von 500 Mbit/s angebunden, um ihre Schüler bestmöglich auf die digitale Berufswelt vorzubereiten. „Industrie 4.0“, der Zukunftsentwurf einer umfassenden Digitalisierung der industriellen Produktion, ist derzeit in aller Munde.

Nach einer zuvor erfolgten Ausschreibung der Leistungen ist die Oldenburger EWE TEL GmbH Internet-Dienstleister aller landkreiseigenen Schulstandorte. Zwei Telekommunikationsunternehmen hatten laut Kreissprecher Oliver Galeotti an der Ausschreibung teilgenommen – aber nur eines hatte ein Angebot abgegeben.

Kosten von 120.000 Euro pro Jahr

Die Kosten fürs schnelle Netz betragen 120.000 Euro brutto pro Jahr, das hatte die Kreisverwaltung im letzten September erklärt.

Die anstehende Internet-Geschwindigkeitserhöhung könnte nicht die Letzte sein. Mit Blick auf zukünftige Entwicklungen hält sich der Kreis die Option auf mehr Tempo offen.

Das Tempo kann noch weitererhöht werden

„Das sind jetzt erst einmal die Startbedingungen, sollte sich zeigen, dass wir an den Schulen doch mehr Bandbreite benötigen, können wir den Netzzugang während der Vertragsdauer auch noch beschleunigen“, betont Maik Ehlers.

Das erste Breitband-Ausbauprogramm zum Tilgen „weißer Flecke“ im Landkreis Oldenburg geht unterdessen in die letzte Phase. Zuschüsse des Bundes, des Landes Niedersachsen, des Landkreises Oldenburg und seiner Kommunen machen es möglich, dass schlecht versorgte, meist entlegenere Bereiche des großflächigen Landkreises so an die Datenautobahnen angeschlossen werden, dass die Versorgung jener in den größeren umliegenden Städten, zum Beispiel Oldenburg, Bremen oder Delmenhorst, zumindest nahekommt.

Die Tiefbauarbeiten, das Verlegen von 135 Kilometern Leerrohr, sind in den meisten der 108 Projektgebiete abgeschlossen. Das Glasfasernetz wird um 139 Kilometer verlängert. Private Endkunden sollen mit einer Bandbreite von mindestens 50 Mbit/s versorgt werden und gewerbliche Endkunden mit mindestens einem Gbit/s. Die Kreisverwaltung und die beauftragte EWE TEL GmbH wollen in der zweiten Januarhälfte nähere Auskünfte zum aktuellen Stand des Ausbauprogramms geben.

„Wir sind bereit zu weiteren Investitionen ins Breitbandnetz“, kündigt Landrat Carsten Harings an. Noch vor Abschluss des ersten Förderprogramms ist im Kreishaus mit einer Markterkundung begonnen worden. Der Landkreis will von den Internetversorgern erfahren, was sie wo im Landkreis planen, damit Unterstützung zielgerichtet geleistet werden kann. Am Ende soll das Gigabit-Internet auch für Privatkunden kein Fremdwort mehr sein.


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