Zimmermann mit Hang zum Holz Bester Jung-Geselle Niedersachsens hat in Hude gelernt

Von Ole Rosenbohm

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Sturmi Seemann ist 2018 der beste Zimmerer Niedersachsens. Foto: ZDB/KüttnerSturmi Seemann ist 2018 der beste Zimmerer Niedersachsens. Foto: ZDB/Küttner

Hude. Sturmi Seemann ist Landessieger der Zimmerer beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks. Der Sieg soll Auftakt einer Karriere werden.

„Mal was anderes machen“ – das scheint die Devise von Sturmi Seemann zu sein. Kürzlich sorgte der 21-Jährige für Schlagzeilen, als er sich nach seiner Ausbildung bei Toma Holzbau in Hude als bester Jung-Geselle der Zimmerer in Niedersachsen für den Bundesentscheid des Deutschen Handwerks qualifizierte und dort Fünfter wurde.

Beim Holz will er auf jeden Fall bleiben

So einer kann es in seinem Beruf bestimmt weit bringen, das ist vorstellbar. Aber Sturmi Seemann war zum Zeitpunkt des Wettbewerbs schon nicht mehr im Job, sondern in Hildesheim im Studium. Nur beim Holz bleibt er.

Hinter sich hat Seemann das Abitur in Oldenburg, die Zimmermann-Ausbildung in Hude und eine Ehrenurkunde nach überstandener Prüfung, den Sieg im Landeswettbewerb in Garbsen und die Drei-Tage-Wettbewerbsarbeit an einem komplizierten Dachmodell in Erfurt. Nun steuert er an der „Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst“ in Hildesheim auf einem Abschluss im Studiengang Holzingenieurwesen zu.

„Mehr Miteinander als ernster Wettbewerb“

„Es war mehr ein Miteinander als ein ernster Wettbewerb“, blickt Seemann gelassen auf das Geleistete zurück.

Dreieinhalb Jahre wird der Studiengang Holzingenieurwesen dauern, für Seemann eine „ideale Weiterbildung“, kooperiert der Studiengang doch mit diversen anderen für ihn interessanten Bereichen: Architektur, Gestaltung, Restaurierung oder Bauingenieurwesen.

Vielfalt ist ihm wichtig, auch um zu lernen, wie es anders geht, vielleicht sogar besser. Denn Seemann treibt die Nachhaltigkeit um, er wolle weg vom konventionellen, von Kunststoffen dominierten Baugeschäft: altes Fachwerk interessiere ihn, Bauen mit Holz ohne Zusätzen, Nachhaltigkeit.

Ökologische Denkweise in Zeiten des Baubooms

Für moderne Betriebe sind das nicht wirklich wichtige Themen. Auch oder gerade während des derzeitigen Baubooms setzen sie beim Dämmen auf Massenprodukte wie Styropor, Glas- oder Mineralwolle. Materialien, die preislich überlegen sind, weiß Seemann, aber „die Entsorgung muss ja auch jemand bezahlen“.

Es war mehr ein Miteinander als ein ernster

Wettbewerb.

Holzwolle oder Hanf wären dagegen kompostierbar. Nach dem Studium, weiß Sturmi Seemann schon, will er weiterhin ganz viel anderes und anders machen.


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