Nachwuchs mit Potenzial Werner Behrens gewinnt Fohlenchampionat in Ganderkesee

Von Niklas Golitschek


Ganderkesee. Für Pferdezüchter und -besitzer hat das Fohlenchampionat in Ganderkesee auch diesmal die Möglichkeit geboten, ihren Zuwachs zu präsentieren. Körperbau, Bewegung, Erscheinung: Es ging darum, zu zeigen, was einmal aus den Fohlen des Jahrgangs 2018 werden könnte.

Das ruft dann auch potenzielle Käufer auf den Plan. Unter den rund 500 Zuschauern war am Samstag in der Reithalle am Donnermoor auch Helmut von Fircks zugegen. Nur für das Fohlenchampionat war der Besitzer des Gestüts Nymphenburg mit seinem Team aus München eingeflogen, um Dressurfohlen zu sichten. Entsprechend spielte die Wertung des neuen Zuchtrichters Jens Meyer für ihn eine untergeordnete Rolle. „Die Urteile des Richters sind nicht immer nachvollziehbar“, fand er. Der achte in seiner Wertung sehr auf den Stammbaum und darauf, was sein könnte, und nicht, was der aktuelle Stand sei.

Zuchtrichter guckt auch auf die Perspektive

„Ich habe nicht das spektakulärste Fohlen gewinnen lassen“, erläuterte Meyer seine Entscheidung, er habe auch die Perspektive in sein Urteil einfließen lassen. Den Vorzug gab er im Finale dem Fohlen Nummer 18, ein Springpferd des Ganderkeseers Werner Behrens, der den Pokal damit nach 2009 und 2013 zum dritten Mal entgegennahm. „Das waren die Mutter und Schwester“, sagte Behrens stolz über den Erfolg. Jeder dieser Preise sei für ihn umso schöner, da er als Mitbegründer des Championats beim ersten Mal nicht teilnehmen konnte. Das Fohlen, das er damals extra gekauft hatte, erkrankte. Auch eine zweite Anekdote fiel ihm zu diesem dritten Sieg ein. Seine Zuchterfolge habe Behrens nämlich Karl-Heinz Auffarth, Vater der Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffarth, zu verdanken. „Vor 26 Jahren habe ich die Ur-Ur-Oma, Mona, auf sein Anraten gekauft“, erinnerte er sich. Inzwischen zog Behrens rund 50 Fohlen, mit 15 Pferden erreichte er mehr als 300 Platzierungen. Dieses Fohlen wolle er auf jeden Fall behalten, wenn seine Gesundheit es zulasse.

Springpferd diesmal den Vorzug gegeben

Dieses Mal gab Wertungsrichter Jens Meyer bewusst dem Springpferd den Vorzug. Es sei beachtlich, wenn ein Springpferd in der Schlussrunde noch so laufe. „Das war nicht viel schlechter als das Dressurpferd“, sagte er. Dies bekomme wiederum oft den Vorzug, weil es trabe – und das ansehnlicher sei. Doch auch die Stute von Gerd und Hajo Reuter aus Hude mit der Katalognummer zwei sagte Meyer sichtlich zu. „Der Schritt war sehr gut, auch wenn das für das Publikum langweilig ist, und der Galopp auch. Nur der Gang ist verbesserbar. Außerdem hatte das Fohlen ein unendlich gutes Nervenkostüm“, lobte er. Mit der besten Note von 8,6 – die beiden Gewinnerfohlen erhielten zunächst nur eine 8,5 – war derweil die Stute von Reiner und Angelika Ahlers in den Brillantring für Dressurfohlen gegangen, kam dort dann allerdings nur auf den dritten Platz. Immerhin: Den Preis für das bestherausgebrachte Fohlen gab es für den Auftritt noch.

Gut organisiertes Ereignis

Zwar habe es auch schon stärkere Jahrgänge gegeben, bilanzierte Ulf Tönjes das diesjährige Fohlenchampionat. Von der Organisation sei dafür alles optimal gelaufen: „Seitdem wir ein so großes Team sind, läuft es rund. Wir waren noch nie so schnell.“ Mit Blick auf seine Uhr stellte er fest, dass die Veranstaltung sogar zehn Minuten früher als geplant beendet war.

Helmut von Fircks hatte derweil seinen Favoriten außerhalb der Podestplätze ausgemacht. Der Hengst mit der Katalognummer 13 von Ulrike Meyer-Fangmann hatte zwar nur eine Wertnote von 7,9 erhalten. Für den Gestütbesitzer aber war er der Favorit: „Der Körperbau und die Bewegung“, schwärmte er und meldete gleich die Kaufabsicht an.


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